Zucht von Rieppeleon brevicaudatus


Jungtier von R. brevicaudatus vor einem 1-Cent-Stück - Foto von S. Lenhart
Jungtier von R. brevicaudatus vor einem 1-Cent-Stück - Foto von S. Lenhart

Frühestens wenn meine Rieppeleon brevicaudatus ein Alter von etwa 11 Monaten erreicht haben, setze ich das Männchen etwa 2 - 4 x pro Jahr für jeweils ca. 2-6 Tage zum Weibchen. Während dieser Zeit kann es zu mehreren Paarungen kommen 

(... oder auch nicht ...).

 

Diese kleine Chamäleonart ist zur Vorratsbefruchtung fähig (Amphigonia retarda) d.h. die Weibchen können, auch ohne erneute Paarung, zwei bis drei befruchtete Gelege absetzen.

Rieppeleon-Männchen bei der "Balz" - Foto von S. Lenhart
Rieppeleon-Männchen bei der "Balz"- Foto von S. Lenhart
Rieppeleon brevicaudatus bei der Paarung - Foto von S. Lenhart
Rieppeleon brevicaudatus bei der Paarung - Foto von S. Lenhart

 

Die Trächtigkeitsdauer ist abhängig von Temperatur, Nahrungs- und Wasserangebot. Sie beträgt in der Regel ca. 28 - 40 Tage. Zur Eiablage graben die Weibchen einen ca. 3 - 9 cm tiefen Gang.

 

Darin werden anschließend zwischen 2 - 9 Eier abgelegt. 

 

Ein Ei von Rieppeleon brevicaudatus hat unmittelbar nach der Ablage eine durchschnittliche Größe von etwa 6 x 10 mm (... und schaut ähnlich aus wie ein "TicTac-Lutschdragée").

 

Nach dem Ablegen der Eier wird der kpl. Gang von den Weibchen wieder sorgfältig mit Erde aufgefüllt. Zudem wird die Oberfläche von den Tieren häufig noch mit Blättern und kleineren Zweigen "recht gut getarnt". Nach dem Beenden dieser, für die kleinen Chamäleons sicherlich kräftezehrenden Arbeiten, deutet wirklich nichts mehr darauf hin, dass an dieser Stelle zuvor ein Gelege vergraben wurde. Diese ganze Prozedur kann durchaus bis zu 3,5 Stunden dauern. Eines meiner Weibchen hatte im Jahr 2011 ein Gelege mit 7 Eiern im Terrarium vergraben (... aus denen auch tatsächlich 7 muntere Jungtiere schlüpften ...).

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Wie so eine Eiablage bei Rieppeleon brevicaudatus abläuft kann man sich auch unter "Interessante Videos" anschauen.

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In Anbetracht solcher "dschungelartigen Verhältnisse" in einem Terrarium ist es extrem schwierig das Gelege eines Brevi-Weibchens zu finden
In Anbetracht solcher "dschungelartigen Verhältnisse" in einem Terrarium ist es extrem schwierig das Gelege eines Brevi-Weibchens zu finden

Foto rechts: Bedingt durch die Größe und Strukturierung meiner Terrarien erweist es sich (leider) als recht schwierig, die Gelege der Stummelschwanzchamäleons zu finden (siehe auch Hinweis oben "Ablagestelle wird gut getarnt").

 

Nicht zuletzt aus diesem Grund hatte ich bisher alle Eier einfach im Terrarium des Weibchens belassen und dort (zwangsläufig unkontrolliert) inkubiert.

 

 

 

Möglicherweise ist aber ja genau diese Vorgehensweise auch gar nicht mal so schlecht ... ;-) ... bis heute (17.09.2016) sind mit dieser Methode immerhin mehr als 60 fidele & gesunde Jungtiere geschlüpft.

 


* "Kontrolltechnisch gesehen" wesentlich effektiver ist es selbstverständlich, wenn man das Gelege nach der erfolgreichen Ablage vorsichtig wieder ausbuddelt und die Eier anschließend (ohne sie zu verdrehen!) in ein separates, mit feuchtem Vermiculite gefülltes Inkubationsgefäß überführt (ich empfehle eine Zeitigung bei Zimmertemperatur d.h. tagsüber ca. 21-22°/nachts ca. 17-18°).  

 

* In diesem Zusammenhang dennoch mein Hinweis: Stummelschwanzchamäleon-Weibchen vergraben ihre Eier instinktiv immer an einer von ihnen " als geeignet & absolut optimal betrachteten Stelle" im Terrarium. Eine Garantie, dass sich so ein Gelege ebenfalls problemlos weiterentwickelt, wenn man es behutsam dem Terrarium entnimmt und separat in einem Behälter inkubiert (feuchtes Vermiculite als Substrat, Zeitigung bei Zimmertemperatur), hat man nicht!

 

Hinweis:

Brevicaudatus-Weibchen werden durch unermüdliche Paarungsversuche des Männchens und durch zahlreiche Eiablagen (bis zu 6 Gelege/Jahr!) schon sehr in Mitleidenschaft gezogen. 

 

Recht gut erkennen kann man dieses u.a. an Wunden, die durch Paarungsbisse des Männchens entstehen. Außerdem sind betroffene Weibchen so verängstigt, dass sie sich aus dem von ihnen gewählten Versteck kaum noch heraustrauen. Trotzdem schützt sie irgendwann auch das allerbeste Versteck im hintersten Winkel des Terrariums nicht mehr vor dem Männchen. In solchen Fällen setze ich die Weibchen in ein separates Ausweichterrarium. Darin können sie sich einige Wochen von den Strapazen erholen.

Siehe hierzu auch das Kapitel "Gruppen- oder Einzelhaltung?".

 

Die Inkubation nimmt, in Abhängigkeit von der jeweiligen Tages-/ und Nachttemperatur, zwischen 45 und 120 Tagen in Anspruch.

 

Bei den oben genannten Zeitigungstemperaturen von ca. 21-22° schlüpfen die Jungtiere nach etwa 70-80 Tagen. 

 

Die durchschnittliche Gesamtlänge der Brevi-Babys direkt nach dem Schlupf liegt zwischen 20 und 25 mm.

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Bild weiter unten: Die 5 eingerichteten Aufzuchtterrarien (Abmessungen

jeweils 30x30x40 cm -LBH).

 

Belüftung: Lüftungsstreifen vorne unterhalb der Schiebescheiben, 

Deckel kpl. aus Alu-Gaze.

 

Die Einrichtung besteht jeweils aus kleinen Ficus benjamini, Efeututen, Golliwoog, vielen dünnen Kletterästen und Pflanzerde (Höhe ca. 5-10 cm) als Bodengrund (beimpft mit weißen Asseln und Springschwänzen).

 

Als Bodenabdeckung habe ich etwas welkes Laub verteilt. Gesprüht wird 2 x täglich.

 

Gefüttert wird bei jungen Tieren (fast) täglich (Drosophila, Mikroheimchen, kleine Ofenfischchen, Erbsenblattläuse ... ich denke die eine oder andere weiße Assel muss ab und zu auch dran glauben). Erwachsene "Brevis" (= älter als 10 Monate) füttere ich ca. alle 2-3 Tage. Supplementiert wird ebenfalls mit Herpetal Complete T oder Reptivite und Herpetal Mineral (ohne D3) oder ReptiCalcium (ohne D3).

 

Beleuchtung der Aufzuchtterrarien:

1 x Light Strip T5 Power à 24 W; 1 x Light Strip T5 Power à 39 W; 

1 x Lichtleiste mit 3 Niedervolt-Halogenleuchten à 20 W;

1 x Lichtleiste mit 2 Niedervolt-Halogenleuchten à 20 W. 

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Meine Nachzuchtstatistik (von 2010 bis 2017):

 

  • Bisher sind insgesamt 70 Jungtiere im Terrarium der Elterntiere geschlüpft
  • Davon wurden 42 in gute Hände vermittelt
  • Ausfälle (= verstorben innerhalb der ersten 6 Lebensmonate): 5

Weitere Infos siehe nachstehend bzw. per direktem Klick auf meinen Blog 

und/oder per Klick auf "Nachzuchten abzugeben".


0,1 Rieppeleon brevicaudatus (NZ v. 26.05.2015) - Schnappschuss vom 26.02.2017
0,1 Rieppeleon brevicaudatus (NZ v. 26.05.2015) - Schnappschuss vom 26.02.2017

Brevi-Blog / Neuigkeiten in Bezug auf Rieppeleon-Nachzuchten

Seit dem 09.02.2014 berichte ich in meinem Blog immer wieder mal über

aktuelle Nachzuchterfolge meiner Stummelschwanzchamäleons.

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Brevi-Aufzuchtterrarien
Brevi-Aufzuchtterrarien

Weitere 2 Brevi-Aufzuchtterrarien (40 x 40 x 60 cm - Länge x Tiefe x Höhe)
Weitere 2 Brevi-Aufzuchtterrarien (40 x 40 x 60 cm - Länge x Tiefe x Höhe)

 

 

 

Bild links: Noch ein Regal mit zwei weiteren (Aufzucht-) Terrarien für meine R. brevicaudatus.

 

Belüftung: Lüftungsstreifen vorne unterhalb der Schiebescheiben, der Deckel komplett aus Alu-Gaze. 

 

 

 

 

Beide Terrarien habe ich im Februar 2012 noch mit einer automatischen Beregnungsanlage ausgestattet (Fabrikat: Bausatz "Uni-Line" von www.btd24.de).  Diese ist zwar ziemlich laut wenn sie läuft, funktioniert aber dennoch einwandfrei! 

 

Hervorragend ist in diesem Zusammenhang vor allem auch die zur Beregnung der Terrarien verwendete digitale Zeitschaltuhr (Sekundentimer - digital Terra Timer), mit bis zu 8 möglichen Schaltzeiten (kleinste Schaltzeit = 1 Sekunde).