Die Terrarien "meiner Brevis"


Nachstehend einige Infos zu den Terrarien, in denen ich meine Rieppeleon brevicaudatus pflege (siehe unter anderem auch die Bilder weiter unten):

 

Gleich zu Beginn ein allgemeiner Hinweis:

 

An Mindestgrößen bzgl. dem Brevi-Terrarium sollte man sich schon "in etwa" an den Angaben aus der aktuellen Fachliteratur "Stummelschwanzchamäleons der Gattung Rieppeleon" von den beiden Autoren Rolf Müller & Wolfgang Schmidt (Herpeton-Verlag) orientieren d.h. für die Haltung von Einzeltieren die Maße 30 x 30 x 50 cm (Breite x Tiefe x Höhe) und für eine Paarhaltung die Maße 45 x 30 x 50 cm.

 

Bei Gruppenhaltung sollte in der Breite mindestens 5 - 10 cm und in der Tiefe und

Höhe 5 cm zugegeben werden.

 

Aus persönlicher Erfahrung empfehle ich grundsätzlich das Bereitstellen von Ausweichterrarien (Maße 30 x 30 x 50 cm oder 40 x 40 x 60 cm), weil eine dauerhafte Haltung von 1,1 bzw. 1,2 oder 1,3 in manchen Fällen nicht funktioniert und man die Tiere (bei Anzeichen von Unverträglichkeit/Stress) dann unverzüglich voneinander 

trennen muss.

 

Siehe hierzu auch das Kapitel "Gruppen- oder Einzelhaltung". 

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Ich selbst habe seit Dez. 2009 zwei von mir umgebaute Glas-Standardterrarien in Betrieb, jeweils mit den Abmessungen 100 x 50 x 100 cm (Länge x Tiefe x Höhe).  Die Seiten- und Rückwände der Terrarien habe ich im Innenbereich mit Korkplatten beklebt.

 

Anmerkung zur Terrariengröße: In einem dicht bepflanzten und gut strukturierten Terrarium dieser Größe ist es sehr schwierig die Tiere regelmäßig zu beobachten und zu kontrollieren, ob noch alles in Ordnung ist d.h. es kommt häufig vor, dass man diese kleine Chamäleonart nicht zu Gesicht bekommt, obwohl sie sich irgendwo im Geäst, im Pflanzengewirr oder im welken Laub auf dem Boden versteckt.

 

Musste auch schon (fast) alles komplett ausräumen um die Tierchen wiederzufinden. Das sehe ich also mittlerweile auch eher als kleinen Nachteil von Terrarien der von mir verwendeten Größe von 100 x 50 x 100 cm ... oder wie sagt man so schön ... das ist kontrolltechnisch eher suboptimal" (.... aber meines Erachtens dennoch tiergerecht....denn die unterschiedlichen Temperaturzonen und Versteckmöglichkeiten sind optimal ...). Noch schwieriger ist es ein Gelege zu finden ... es sei denn man hatte das große Glück bzw. den richtigen Zeitpunkt erwischt und konnte das Weibchen zuvor bei der Eiablage beobachten.

 

Dieses Glück hatte ich bisher noch nicht. Aber wirklich problematisch ist das andererseits auch nicht, denn Stummelschwanzchamäleon-Weibchen vergraben ihre Eier instinktiv immer an einer von ihnen "als geeignet & absolut optimal betrachteten Stelle" im Terrarium. Eine Garantie, dass sich so ein Gelege ebenfalls problemlos weiterentwickelt, wenn man es behutsam dem Terrarium entnimmt und separat in einem Behälter inkubiert (feuchtes Vermiculite als Substrat, Zeitigung bei Zimmertemperatur), hat man also nicht.

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* Lüftungsflächen für Rieppeleon brevicaudatus:

 

Alle Terrarien, in denen ich Stummelschwanzchamäleons pflege, haben jeweils einen Lüftungsstreifen vorne unterhalb der Schiebescheiben, der Deckel ist kpl. aus Alu-Gaze.

 

* Anmerkung zu den Lüftungsflächen:

 

Meine zwei umgebauten Terrarien, sowie alle meine weiteren Brevi-Terrarien entsprechen, was ihre Lüftungsflächen betrifft, ziemlich genau den Vorgaben, welche die Autoren Müller/Schmidt in ihrem Fachbuch "Stummelschwanzchamäleons der Gattung Rieppeleon" empfehlen d.h. "eine große Lüftungsöffnung im Deckel sowie eine weitere vorne unterhalb der Schiebescheiben".

 

Diese Aussage deckt sich übrigens auch zu 100% mit den praktischen Erfahrungen meiner damaligen Züchterin. Einige Halter und Züchter halten ihre Rieppeleon brevicaudatus in Terrarien der Marke "Exo-Terra"... und dieses gelingt ihnen ausgesprochen erfolgreich!

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Im Zusammenhang mit der Haltung von Chamäleons der Gattungen Rieppeleon und Rhampholeon lese ich gelegentlich in diversen Foren so lapidare Aussagen wie "... Exo-Terra-Terrarien sind, aufgrund dem erhöhten Frischluftbedürfnis, für die Haltung dieser Chamäleons völlig ungeeignet ...". Nicht selten stammen solche Aussagen von Leuten die selbst entweder kaum (nur wenige Wochen/Monate), oder kurioserweise noch überhaupt keine Haltungserfahrungen mit Stummelschwanzchamäleons haben.

 

Deswegen gehört das dann meines Erachtens auch zur Kategorie "hanebüchener Quatsch".

 

Siehe in diesem Zusammenhang auch meine persönliche Meinung zu Reptilien-/Terraristikforen unter "Über mich". ;-)

 

Manche Leute im I-Net sabbeln in diversen Foren eben einfach gerne überall mit ... und das zum Teil bei völliger Ahnungslosigkeit (... oder lediglich basierend auf "Hörensagen" ...). 

 

Mir fällt zu solchen Fällen dann immer ein sehr bekanntes Zitat von Dieter Nuhr ein .. :-)

 

Nochmals kurz zurück zu " Exo-Terra-Terrarien" im Zusammenhang mit der Haltung von Chamäleons:

 

Speziell zu dieser Thematik gibt es nämlich, außer dem negativen "Forengeschreibsel", durchaus noch andere interessante und

positive Erfahrungen von Chamäleonexperten.

 

In den USA hat z.B. ein sehr erfolgreicher Chamäleonhalter u. Züchter selbst die als "äußerst heikel" (in Bezug auf Stickluft) geltenden Montanarten

in Exo-Terra-Terrarien untergebracht.

 

Hier (s)ein Bericht (alles in engl. Sprache): http://www.chameleonnews.com/10JulAndersonGlass.html

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Hinweis: Habe, lediglich um "auf Nummer sicher zu gehen", am 02.11.2010 die Lüftungsflächen an beiden Seiten der Terrarienfronten mittels 12 cm breiten Alu-Lochblechen erweitert (siehe nachfolgendes Bild). 

Beidseitige Erweiterung der Lüftungsflächen
Beidseitige Erweiterung der Lüftungsflächen

 

Pflanzen, Bodensubstrat + sonstige Einrichtung:

 

An Pflanzen habe ich Ficus benjamini, Ficus pumila, Efeutute, Strahlenaralien und Zwergpfeffer direkt in das ca. 15 cm hohe Bodensubstrat der Terrarien eingesetzt. Gute Erfahrungen habe ich in der Vergangenheit auch schon mit Golliwoog (Callisia repens) als Terrarienpflanze gemacht.

 

Als Bodensubstrat verwende ich Aussaaterde (den Tieren ist übrigens völlig wumpe ob diese gedüngt oder ungedüngt ist). Eine Drainageschicht gibt es in meinen Terrarien nicht!

 

Als Bodenabdeckung kommt trockenes Laub zum Einsatz, welches ich großzügig auf dem Terrarienboden verteile. Die sonstige Einrichtung besteht aus sehr vielen Kletteräste in unterschiedlichen Stärken, zudem versuche ich die Terrarien, durch das Einbringen von diversen Zierkorkstücken, etwas zu strukturieren.

 

Eine Beregnungsanlage schaltet sich 2 x täglich automatisch ein:

 

Morgens um 8 Uhr für 45 Sekunden und Nachmittags um 17 Uhr nochmals

für 30 Sekunden (geschaltet mittels digitalem Sekundentimer).

 

Beleuchtung:

 

Als Grundbeleuchtung: 2 x T5 Narva Biovital à 39 W

Zum Aufwärmen: 1 x Lichtleiste mit 3 Niedervolt-Halogenleuchten à 20 W.

 

Änderung der Beleuchtung zum 15.11.2013: Die Lichtleiste mit den Niedervolthalogenleuchten wurde entfernt und durch einen UVA UVB 35W HQI-Spot ersetzt - siehe das nachfolgende Kapitel "UVB-Bestrahlung bei Rieppeleon".