FAQ Rieppeleon


Fragen und Antworten im Zusammenhang mit der Haltung und Zucht von Rieppeleon brevicaudatus

Schnappschuss eines Brevicaudatus-Männchens

Nachstehend habe ich diverse Fragen (... sowie meine Antworten darauf ...) veröffentlicht, die mir während den vergangenen Monaten von einigen Besuchern meiner Homepage im Zusammenhang mit der Haltung und Zucht von Rieppeleon brevicaudatus gestellt wurden.

 

Korrespondenz/Gedankenaustausch mit Fragestellern findet in der Regel per E-Mail statt. Heute morgen (am 28.12.14) hatte ich spontan die Idee mit der Seite "FAQ Rieppeleon", weil ich der Meinung bin, dass es doch irgendwie schade wäre, die komplette Korrespondenz zu "Themen rund um Rieppeleon brevicaudatus" einfach zu löschen.

 

Vielleicht ist die eine oder andere Frage/Antwort ja auch für den einen oder anderen Interessenten an Stummelschwanzchamäleons hilfreich ;-).

 

Alle Fragesteller bleiben selbstverständlich anonym.


Hier nun die Fragen (in roter Schrift) und meine Antworten:

Verwenden Sie in Ihren Hauptterrarien die gleiche Beregnungsanlage (Bausatz "Uni-Line"), wie in Ihren Aufzuchtterrarien?

 

In meinen Hauptterrarien verwende ich die Beregnungsanlage “Reptile Rain” von MS Reptilien (siehe http://www.ms-reptilien.de/zubehoer/technik/klima/1621/reptile-rain-beregnungsanlage-fuer-terrarien?c=527).

 

Der Preis dieser Anlage ist zwar wesentlich höher als der Preis der “Uni-Line”, dafür hört man die Pumpe während dem Betrieb aber auch kaum. Die Pumpe der “Uni-Line” von btd24 hingegen ist während dem Betrieb meiner Ansicht nach schon sehr laut. In meinem Hobbykeller stört mich das nicht weiter, aber in meinem Wohnzimmer wollte ich diesen “Presslufthammer” offen gesagt nicht haben.

 

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Welche Düsen verwenden Sie? Ich könnte mir vorstellen, dass die Feinnebel- und eventuell auch die Sprühnebeldüsen unter Umständen, durch die feine Zerstäubung, Augenentzündungen und Atemwegserkrankungen bei den Tieren begünstigen könnten, die Regendüsen jedoch, und je nach Länge der Beregnung, auch die Feinnebel- und Sprühnebeldüsen, könnten, denke ich, vor allem bei den kleinen, jungen Tieren durch Tropfenbildung an den Pflanzen Probleme verursachen, sodass die frisch geschlüpften Tiere eventuell in Wassertropfen ertrinken, oder stelle ich mir da nur die schlimmsten Szenarien vor?

 

Bei der oben genannten ”Reptile Rain” von MS Reptilien verwende ich mittelfeine Sprühdüsen, die “Uni-Line” von btd24 betreibe ich mit Regendüsen. In den vergangenen 6 Jahren gab es bei meinen Tieren noch nie Probleme mit Augenentzündungen und/oder Atemwegserkrankungen. Ja, Sie stellen sich in der Tat die schlimmsten Szenarien vor :-).

 

Aber ganz so dramatisch ist es in der Realität nicht. Im natürlichen Lebensraum müssen frisch geschlüpfte Tiere schließlich ja auch mit Wassertropfen klar kommen.

 

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Ist es schon mal passiert, dass sich ein Tier an den Düsen verletzt hat, als diese gerade angegangen sind? Wäre es bei den kleinen Tieren dahingehend eventuell sinnvoll noch eine Art Schutzkorb um die Regendüsen anzubringen?

 

Nein, das ist noch nie passiert. Ein Schutzkorb um die Regendüsen ist nicht erforderlich.

 

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 Wie oft reinigen Sie die Regenanlage um dem Keimdruck in den Düsen, Schläuchen, der Pumpe und dem Wasserreservoirbehälter entgegenzuwirken und reinigen Sie dann immer alles oder nur bestimmte Elemente?

 

Die Wasserreservoirbehälter reinige ich ca. alle 2-3 Wochen (d.h. ich spüle sie vor dem erneuten Befüllen mit heißem Wasser aus). Düsen reinige ich nur wenn sie verkalkt sind d.h wenn ich feststelle, dass der Sprühnebel nachlässt. Pumpe und Schläuche habe ich bisher noch nie gereinigt. Ich habe jedoch, bei allen meinen Beregnungsanlagen, zwischen Pumpe und Düsen ein Filtersystem (von btd24) installiert. Dieses dient zur Ausfilterung von möglichen kleinen Schmutzpartikeln (diese könnten ansonsten die Düsen verstopfen).

 

Wegen dem von Ihnen genannten “Keimdruck” siehe oben ... Stichwort “schlimmste Szenarien” ;-).

 

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Füllen Sie das Wasser im Reservoirbehälter täglich, oder morgens und abends immer nach?

 

Nein, ich fülle da gar nichts nach. Die Reservoirbehälter befülle ich alle 2-3 Wochen kpl. neu. Bei dieser Gelegenheit spüle ich sie vorher mit heißem Wasser aus.

 

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Hat das Wasser dann immer eine bestimmte Temperatur, da ich mir hier ebenfalls vorstellen könnte, dass das Einfluss auf die Tiere haben könnte, da sie ja immerhin Wechselwarm sind?

 

Nein. Einfach kaltes Leitungswasser in die Reservoirbehälter füllen ... und gut ist es.

 

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Verwenden Sie zusätzlich zur Beregnung auch Tropftränken (im Buch "Stummelschwanzchamäleons der Gattung Rieppeleon" stand zwar das dies nicht nötig sei, aber eventuell haben Sie da eine andere Erfahrung gemacht), um den Tieren ausreichend Trinkmöglichkeiten zu bieten, oder ist die Beregnung 2 mal täglich ausreichend für die Tiere um ihren Wasserbedarf zu decken?

 

Nein, ich verwende bei meinen Stummelschwanzchamäleons keine Tropftränken. Eine Beregnung 2 mal täglich ist vollkommen ausreichend um den Tieren die Möglichkeit zu bieten ihren Wasserbedarf zu decken. Ich empfehle im Zusammenhang mit einer Beregnungsanlage übrigens noch den Kauf eines digitalen Sekundentimers (z.B. http://www.btd24.de/m-r-s-sekundentimer-digital-sekunden-zeitschaltuhr::719.html). Damit lässt sich der gewünschte Betrieb der Anlage stets einwandfrei und sekundengenau regeln.

 

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In welcher Höhe, zum Terrarium gesehen, steht die Pumpe Ihrer Beregnungsanlage, da dies ja nochmal Einfluss auf den letztendlichen Druck an den Düsen hat?

 

Die Pumpe der Beregnungsanlage der Aufzuchtterrarien steht unten d.h. direkt hinter den Terrarien. Die Höhe nach oben zu den Düsen beträgt ca. 70 cm.

 

Auch die Pumpe der Beregnungsanlage der Hauptterrarien steht unten d.h. direkt hinter den Terrarien. Die Höhe nach oben zu den Düsen beträgt ca. 110 cm. Einen Einfluss auf den letztendlichen Druck an den Düsen hat diese Höhe nicht. Bei meine 2 Terrarien der Pantherchamäleons steht die Pumpe unten auf dem Fußboden. Die Höhe nach oben zu den Düsen beträgt ca. 250-300 cm. Irgendeinen nennenswerten Einfluss auf den Druck an den Düsen hat dieser Höhenunterschied aber auch nicht.

 

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 Zur Beleuchtung, in Verbindung mit der Beregnungsanlage, nochmal eine Frage. Ich habe mitbekommen, dass Sie als Grundbeleuchtung Light Strip T5 Power (HO) Leuchten verwenden, sind diese spritzwassergeschützt, da ich nachdem ich mich danach mal umgeschaut habe, zum einen die von Lucky Reptile finden konnte, die jedoch ausdrücklich beschrieben nicht spritzwassergeschützt sind, und zum Anderen die von Econlux Solar Raptor, die wiederum spritzwassergeschützt sind, oder verwenden sie andere Leuchten, die für Feuchträume geeignet sind, oder ist ein Spritzwasserschutz gar nicht notwendig?

 

Die Light Strip T5 Power befinden sich oberhalb den Gazelüftungsflächen der Terrarien (d.h. die von mir verwendete Beleuchtungstechnik befindet sich generell außerhalb der Terrarien!).

 

Ein Spritzwasserschutz ist unter diesen Umständen nicht notwendig.

 

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Wären, Ihrer Meinung nach, ebenfalls Light Strip T5 Eco (HE) Leuchten anwendbar, oder ist der Unterschied in der Lichtausbeute zwischen Eco- (HE-) und Power- (HO-) Variante zu groß? Ich frage dahingehend nur mal um Ihre Meinung, da ich mich eher mit T8 Röhren auskenne, als mit T5, denke mittlerweile jedoch, dass die T5 ein paar Vorteile bieten.

 

Diesen Punkt kann ich Ihnen leider nicht beantworten, da ich bislang noch null Erfahrung mit der Eco (HE-) Variante habe. Bei allen meinen Terrarien ist seit über 6 Jahren ausschließlich die T5-Power (HO-) Variante im Einsatz. Zur Info: Die T5 “Biovital HO” wechsle ich 1 x pro Jahr aus (... weil dann die Lichtausbeute in der Regel nämlich schon sichtbar nachlässt ....).

 

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Haben Sie die Solar Raptor 35 W direkt oben auf der Gaze stehen?

 

Nein, die Solar Raptor 35 Watt habe ich in einem Abstand von ca. 10 cm oberhalb der Gaze befestigt.

 

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Handelt es sich bei der Solar Raptor 35W die Sie verwenden um die Spot-Version oder verwenden Sie die Flood Version?

 

Bei der von mir verwendeten Version handelt es sich um die Spot-Variante (.... und nicht um die "Flood").

 

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Ich würde gerne noch wissen, ob Sie zusätzlich zur Verwendung der Solar Raptor, vor allem auf Hinsicht Ihres "Nachtrags zu UVB-Lampen", noch mit  einem Mineral + Vitamin D3 Präparat, neben den sowieso notwendigen Vitaminpräparat supplementieren?

 

Ja, trotz dem Einsatz der o.g. UVB-Lampe bestäube ich die Futtertiere nach wie vor noch abwechselnd mit einem dafür geeigneten Vitamin-/Calciumpräparat  vor deren Verfütterung. Ich verwende Herpetal Complete T oder Reptivite + Herpetal Mineral

(ohne D3).

 

Vor 14 Tagen habe ich mir (anstelle von Herpetal Mineral) jetzt auch mal ReptiCalcium (ohne D3) von ZooMed gekauft.

 

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Bei der Beleuchtung würde ich als Grundbeleuchtung auf Tageslicht LEDs zurückgreifen (mit denen habe ich bislang bei meinen Schlangen und Spinnen gute Erfahrungen gemacht) und dann einen Halogen-Spot von 25 W oder ähnliches anbringen - selbstverständlich außerhalb des Terrariums, wie bei allen gut kletternden Reptilien eben.

 

Der Halogen-Spot ist Okay (20 W / Niedervolthalogen reicht). Aber von der von dir vorgeschlagenen LED-Grundbeleuchtung bin ich offen gesagt nicht begeistert. LEDs decken das Sehspektrum von Reptilien nicht ab (weitere Details siehe Quelle:

Licht-im-Terrarium.de).

 

Die Weiterentwicklung der LED-Technik macht mittlerweile jedoch auch recht rasante Fortschritte. Möglicherweise kommt in ferner Zukunft ja eine für Reptilien vom Spektrum her geeignete und insbesondere auch bezahlbare LED-Beleuchtung auf den Markt. 

 

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Als Einrichtung würde ich feinastige lebende Pflanzen und viele dünne trockene Zweige verwenden. Wie tief muss der Bodengrund mindestens sein? 10 cm sollten reichen, oder? Und was hältst du von einem kleinen Wasserfall? Ich weiß, dass da die Meinungen weit auseinander gehen, aber da die Brevis in freier Wildbahn an Bachläufen wohnen, war das eben ein Gedanke von mir.

 

Die von dir beschriebene Einrichtung hört sich gut an, strukturieren kannst du das alles dann z.B. noch mit Zierkorkstücken, kleinen Wurzeln etc.

 

An Bodengrund reicht eine Höhe zwischen 10 – 15 cm. Von einem kleinen Wasserfall halte ich nichts (aufgrund dem Risiko einer zu hohen Keimbelastung). Um seinen Durst zu stillen leckt R. brevicaudatus Wassertropfen von Blättern (deswegen muss man täglich 1-2 mal sprühen bzw. eine Beregnungsanlage installieren).

 

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Ich würde gerne Deine fachkundige Meinungen zum Thema stabile Rieppeleon brevicaudatus Nachzuchten hören. Ich habe Deine Beiträge gelesen und da hast Du ja auch geschrieben, dass Dir einige plötzlich und unerwartet "umgekippt" sind. Das gleiche ist mir mit meinem Nachzucht Weibchen (7 Monate) nun leider auch passiert.

 

Obwohl ich die vermeintlichen Haltungsbedingungen meiner Meinung nach bezgl. Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Belüftung und Beleuchtung erfülle. Nachdem ich mich jetzt (nachträglich) mit einigen Terraristikern unterhalten hatte, habe ich rausgehört, dass es fast unmöglich ist, Brevis stabil nachzuzüchten, dass angeblich fast alle über kurz oder lang sterben und das es deshalb noch so viele Wildfänge und so wenig Nachzuchten gibt, obwohl Gelege und Schlüpflinge ja vorhanden sind.

 

Lange Rede, kurzer Sinn: Wie sind Deine Erfahrungen mit der "Langlebigkeit"?

Hast Du mittlerweile bessere Erfahrungen machen können oder sterben die Tiere immer noch so schnell und unerwartet?

 

Ich hoffe, dass war jetzt nicht zu viel Text ...

 

Vielen Dank für Deine Nachricht. Ja, es kann in der Tat vorkommen, dass Rieppeleon brevicaudatus von heute auf morgen plötzlich und unerwartet versterben. Aber die mit Abstand schlimmsten Erfahrungen in dieser Hinsicht konnte ich bisher insbesondere mit Wildfängen machen - und eher nicht so sehr mit Nachzuchten.

 

Aus diesem Grund ist die Behauptung von einigen "Terraristikern", dass es fast unmöglich sein soll Brevis stabil nachzuzüchten, meiner Meinung nach schon etwas übertrieben.

 

Selbstverständlich können "plötzliche Todesfälle" bei der Haltung von Rieppeleon brevicaudatus (... so wie der konkrete Fall bei dir ...) immer wieder mal vorkommen. Mir persönlich ist das ebenfalls schon passiert. Einem Halter, der eines von meinen Nachzuchten (1 Männchen) erworben hat, ist das Tier im Alter von 12 Monaten plötzlich & unerwartet verstorben. Vorherige Anzeichen einer Erkrankung gab es nicht.

 

Und bei diesem Halter bin ich mir zudem auch recht sicher, dass seine Haltungsbedingungen völlig in Ordnung waren. Bei einer Halterin, die zwei von meinen Jungtieren (1,1) erworben hat, erreichten beide Tiere noch nicht einmal das Lebensalter von 12 Monaten.

 

Bei ihr bin ich mir andererseits aber auch sicher, dass ihre Haltungsbedingungen nicht in Ordnung waren. Meine Empfehlungen an sie diverse Parameter schnellstens zu ändern (bessere Belüftung, Luftfeuchtigkeit reduzieren, Springbrunnen rauswerfen - da Keimschleuder) wurden alle ignoriert. Und irgendwann war's dann eben zu spät! Ich selbst habe eigene Nachzuchten von mir bis zu einem Lebensalter zwischen 17 und 24 Monaten gepflegt. Dieses kann man selbstverständlich dennoch "kritisch sehen" und das Argument in den Raum werfen, dass R. brevicaudatus in menschlicher Obhut durchaus über 5 Jahre alt werden kann.

  

Dieses Argument stimmt ja auch, aber bei über 5 Jahre alten Stummelschwanzchamäleons handelt es sich meiner Meinung nach um absolute Ausnahmefälle. Die durchschnittliche Lebenserwartung dieser kleinen Chamäleonart liegt, meinen bisherigen Erfahrungen nach, irgendwo zwischen 2-3 Jahren.

 

Einige Tiere versterben bereits etwas früher (... aus welchen Gründen auch immer ...), andere hingegen werden weitaus älter.

 

Bei uns Menschen ist das letztendlich ja genau so. Johannes Heesters wurde 108 Jahre alt, andere Menschen schafften leider nur "schlappe" 60 Jahre. Meine eigenen Nachzuchten vom Juni 2014 habe ich zur Zeit auch noch zuhause und diese, jetzt knapp sieben Monate alten Tierchen, erfreuen sich bester Gesundheit :-).

 

Ausfälle von Brevi-Babys (d.h. Lebensalter zwischen 1-12 Wochen) gab es bisher in den vergangenen Jahren bei mir auch, aber insgesamt waren es nur drei. Ein Nachzucht-Männchen (geschlüpft im Febr. 2013) welches ich Ende August 2013 von einer Züchterin aus Karlsruhe erworben hatte, verstarb vergangenes Jahr im November im Alter von "nur" 21 Monaten. Dieses Tier bekam innerhalb von wenigen Tagen graue/schwarze Verfärbungen im Maulbereich. Daraufhin bin ich mit ihm zu unserem reptilienkundigen Tierarzt, aber es ist ihm trotz ausführlicher Recherche & Untersuchung nicht gelungen eine sichere Diagnose zu stellen und er konnte dem Männlein letztendlich leider

nicht mehr helfen..

 

Das Weibchen der Karlsruher Züchterin (ebenfalls geschlüpft im Febr.. 2013) hingegen ist jetzt über 2 Jahre alt, "Mutter" von 11 munteren und fidelen Jungtieren und sie erfreut sich nach wie vor noch allerbester Gesundheit. Und die Haltungsbedingungen für alle meine Brevis sind identisch. So, dass war jetzt aber auch viel Text ;-) .... was? ;-)

 

Fazit: Nimm's nicht so schwer! Der plötzliche Verlust Deines 7 Monate alten Nachzucht-Weibchens ist zwar schmerzhaft, aber solche Fälle können leider vorkommen. Deswegen muss man die Haltung von R. brevicaudatus auch nicht gleich komplett aufgeben (... wie es z.B. einige andere Terrarianer getan haben ..... :-)).


 
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Wie bekomme ich vorher das Vitamin- oder Calciumpulver an die Futterinsekten?

 

Was die Supplementierung ("Bestäubung") der Futtertiere betrifft, kann man 

wie folgt vorgehen:

Etwas Vitaminpräparat (z.B. Herpetal Complete T oder Reptivite) in eine leere Heimchendose geben, jede 2. - 3. Fütterung einige Futtertiere in die Heimchendose geben, bei geschlossener Dose alles ein paar mal gut durchschütteln und die mit Präparat bestäubten Futtertiere anschließend gleich an die kleinen Chamäleons verfüttern. Das gleiche macht man dann an einem anderen Tag mit einem Calciumpräparat (z.B. Herpetal Mineral ohne D3 oder ReptiCalcium ohne D3).

 

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Ich würde gerne mit der Haltung von Stummelschwanzchamäleons beginnen. Ich halte zwar seit Jahren Dendrobaten aber die Welt der Chamäleons ist neu für mich. Nun hätte ich ein paar Fragen an Sie, auf die ich keine Antwort gefunden habe. Ich würde gerne, wenn es denn soweit ist, mit einem Pärchen/Trio beginnen. Sie schreiben ja, dass es sinnvoll ist ein Ausweichbecken parat zu haben. Da das Becken in meinem Wohnzimmer steht würde ich lieber bei einem bleiben. Wäre es nun möglich für die Tiere ein Becken mit einer 60/80er Kantenlänge zu nehmen und dies bei Bedarf mit einer Trennwand zu teilen?

 

In der Tat sollte man bei der Haltung von 1,1 oder 1,2 noch ein Ausweichterrarium parat haben, um bei Anzeichen von Stress/Unverträglichkeiten dementsprechend kurzfristig reagieren zu können. Diese Situation kann zwar eintreten, es kann andererseits mit der Vergesellschaftung von R. brevicaudatus  mit Artgenossen aber auch alles völlig problemlos verlaufen.

 

Selbstverständlich ist es möglich ein vorhandenes Becken mittels einer Trennwand zu teilen. Die Kantenlänge sollte dann aber mindestens 80 cm betragen ... besser wäre eine Kantenlänge von 100 cm.

 

Zum “Standort Wohnzimmer”: Bitte unbedingt darauf achten, dass es dort tagsüber und nachts nicht zu warm ist bzw. zu warm wird (siehe Kapitel Temperaturzonen).

 

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Das Terrarium hätte seinen Platz neben einem luftbetriebenen Aquarium, es würde von der Vibration der Pumpe nichts mitbekommen, allerdings die Geräusche. Wäre dies ok oder würden Sie davon abraten?

 

Ein außergewöhnliches Verhalten bei Stummelschwanzchamäleons stellt das Vibrieren des gesamten Körpers dar. Die Frequenz dabei wird auf 10 – 50 Hz geschätzt. Wissenschaftliche Untersuchungen legen zudem nahe, dass dieses Vibrieren eine Kommunikationsform darstellt und die Tiere sich auf diese Art und Weise miteinander verständigen können. Somit wäre es äußerst nachteilig, wenn die Tiere von der Vibration der Pumpe gestört würden. Dieses sollte also auf jeden Fall ausgeschlossen werden.

 

Fazit: Ich persönlich halte den Platz des Brevi-Terrariums neben einem luftbetriebenen Aquarium für keine gute Idee und würde davon abraten!

 

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Bei den Dendrobaten sprühe ich täglich von Hand. Wäre das auch bei den Chamäleons ok oder würden Sie zu einer Regenanlage raten?

 

Selbstverständlich ist es Okay, wenn man bei den Chamäleons per Hand sprüht. Eine Beregnungsanlage ist lediglich eine “Arbeitserleichterung” (vor allem wenn man mehrere Terrarien zu versorgen hat), aber kein “Muss”.

 

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Wären Ihre Nachzuchten blutsfremd ? Wenn nein, habe ich trotz Recherche nicht herausfinden können, ob es problematisch ist, wenn es im Falle eines Falles zur Inzucht kommt bzw. ob es zu Problemen führen kann. Können Sie mir hier Aufschluss geben ?

  

Blutsfremd sind alle meine Nachzuchten nicht. Aber ein Problem in Bezug auf Inzucht gibt es meiner bisherigen Erfahrung nach auch nicht und ich halte Rieppeleon brevicaudatus daher für wenig inzuchtanfällig.

 

Meine "Strategie": Rieppeleon-Nachzuchten bei denen ich feststelle, dass sie schlecht ans Futter gehen und nicht richtig wachsen, kränklich sind oder andere Auffälligkeiten aufweisen, gebe ich nicht an andere Leute ab. Diese Tiere verwende ich nicht für die weitere Zucht!

 

Vor einigen Jahren war ich auf einer 600 x 200 m großen Insel im Nord-Osten des Baa Atolls gewesen. Dort wuselten unzählige putzmuntere Agamen herum (Calotes versicolor). Alle diese Tiere stammen zum größten Teil aus Inzucht. Auf so einer kleinen Insel regelt letztendlich die Natur, dass nur die vitalsten und kräftigsten Reptilien überleben und sich weiter fortpflanzen.

 

Bevor ich mir nun aber die Finger wund schreibe, möchte ich der Einfachheit halber auf eine sehr interessante Diskussion zu dieser Thematik im DGHT-Forum hinweisen:

http://www.dght-foren.de/forum/herpetologie-und-terrarienkunde/allgemeine-terraristik/79826-ist-inzucht-akzeptabel

 

Auch diese Diskussion zum Thema "Geschwister verpaaren" ist auf alle Fälle lesenswert. Ich vertrete übrigens auch die Meinung von User "Sprexx" (Stichwort "R-Strategen"): http://www.terraon.de/fortpflanzung-cham%C3%A4leons/33827-geschwister-verpaaren.html


Weitere Fragen und Antworten werden mit der Zeit noch folgen ....