Inkubation


Was muss man für eine erfolgreiche Zeitigung der Eier von Iguana beachten ?

 

Bitte bei den Eiern, die man vorsichtig aus der Ablagekiste herausholt, die Oberseite mit einem weichen Bleistift markieren. Anschließend werden die Eier, ohne sie zu verdrehen, in die weiter unten erwähnten Kunststoffdosen gelegt !

 

Zunächst einmal benötigt man einen geeigneten Brutapparat. Manche Terrarianer sind handwerklich so geschickt, dass sie sich so einen Inkubationsapparat selbst basteln können.

 

So geschickt bin ich aber leider nicht. Alles was ich damals gebastelt habe konnte man getrost "in die Tonne treten". Darum habe ich mir einen Brutapparat von der Firma Grumbach (Motorbrüter) für relativ viel Geld (d.h. ca. EUR 1.330,00) gekauft.

 

Grumbach-Reptilieninkubator
Mein Grumbach-Reptilieninkubator

 

Es gibt aber selbstverständlich auch günstigere (... und gute) Alternativen (z.B. Firma Jäger, Tel. 06053-1632) in etlichen Terraristik-Fachgeschäften zu kaufen.

 

Nähere Auskunft hierzu gebe ich gerne per E-Mail.

 

Wichtig hierbei ist auf jeden Fall, dass der Brutapparat die eingestellte Temperatur möglichst auch ganz genau einhält. Und mit dem Grumbach-Reptilieninkubator klappt das tadellos. Toleranzen von bis zu einem Grad Celsius (+/-) sind meiner Meinung nach noch Okay - höhere Toleranzen in der Temperatur (d.h. Schwankungen von +/- mehreren Grad Celsius) können hingegen fatale Auswirkungen auf den Embryo im Ei haben 

(d.h. vorzeitiges Absterben im Ei, Missbildungen).

 

Die meiner Meinung und Erfahrung nach optimale Temperatur, mit der ich schon seit Jahren Eier von Iguana iguana ausbrüte, liegt bei Werten zwischen 29,0 und 29,5 °C.

 
Die Eier werden in Kunststoffdosen mit einem feuchten (nicht nassen!) Brutsubstrat gelegt und etwa bis zur Hälfte eingegraben.

 

Als Brutsubstrat verwende ich Vermiculit - muss aber ehrlich zugeben, dass ich noch keinen "rechten Plan in der Tasche habe" wie ich gegen Ende der Inkubationszeit erreiche, dass das Substrat während dieser Phase nicht zu feucht, aber auch nicht zu trocken ist. 

Behälter mit Eiern v. Iguana iguana - Foto: S. Lenhart
Behälter mit Eiern v. Iguana iguana - Foto: S. Lenhart

 

Da werde ich wohl zwangsläufig noch etwas experimentieren - eventuell mit einem anderen Substrat (Seramis, Schaumstoff, Sand, Gemisch 1:1 bestehend aus Vermiculit und Seramis etc.).

 

Unbefruchtete Eier (und später auch Eier in denen der Embryo abgestorben ist) fallen bereits in den ersten 2 - 6 Wochen ein bzw. setzen Schimmel an und riechen sehr unangenehm. Diese Eier werden von mir entfernt und entsorgt

 

Sollte das Brutsubstrat zu trocken sein, kann es auch passieren, dass befruchtete Eier an manchen Stellen Einbuchtungen ausweisen. Dann muss man das Substrat durch eine vorsichtige Zugabe von warmem Wasser wieder anfeuchten.

 

Eier die Ausbuchtungen ausweisen, sollte man in diesem Fall ganz/vollständig im angefeuchteten Substrat eingraben.

 

Bereits nach einigen Stunden sind sie wieder prall und man kann sie dann wieder nur bis zur Hälfte mit Substrat bedecken. Beim Nachfeuchten achte ich stets darauf, dass das Wasser nicht direkt auf die Eier läuft - ob das negative Auswirkungen auf die Iguana-Eier haben würde weiß ich nicht (ich vermute mal nein) - ich wollte derartige "Experimente" aber besser unterlassen *

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* Anmerkung von Claude Wolter/Luxemburg zu dieser Thematik: "Weitaus gefährlicher ist jedoch eine zu feuchte Umgebung. Sie blockiert den Gasaustausch durch die Eischale und lässt den Keimling ersticken. Der Pfleger muss also ein gesundes Mittelmaß finden. Ergibt sich die Notwendigkeit, das Zeitigungssubstrat anzufeuchten, sollte dies von unten her geschehen. Keinesfalls dürfen die Eier selbst mit Wasser übergossen werden. Dies lässt sich einfach dadurch verwirklichen, dass schon beim Füllen des Brutkastens mit dem Substrat ein Plastikrohr, wie es für Aquarienfilter verwendet wird, an einer Seite eingegraben wird. Mit einem Trichter kann nun entsprechend temperiertes Wasser direkt in die unteren Bereiche geleitet werden, wo es aufgrund der hygroskopischen Eigenschaften des Substrats und der Kapillarwirkung zwischen den Partikeln langsam nach oben gezogen wird." Quelle: Aus "Grüne Leguane und andere Leguane im Terrarium" von Shelly K. Ferrel bearbeitet und ergänzt von Thomas Ulber, bede-Verlag, ISBN:3-927 997-42-0, Seite 78.

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Wenn man eine Bruttemperatur von ca. 29,0 - 29,5°C im Brutapparat eingestellt hat, erfolgt der Schlupf der ersten Jungtiere nach einer Inkubationszeit von ca. 85 - 90 Tagen. Die jungen Leguane ritzen schließlich mit ihrem Eizahn einen kleinen Schlitz ins Ei und strecken ihren Kopf heraus.

 

In dieser Position können sie noch etliche Stunden ausharren und zehren in dieser Zeit den Rest von ihrem Dottersack auf, bevor sie dann letztendlich komplett aus ihrem Ei schlüpfen und in der Kunststoffdose herumlaufen.

 

Es kann schon vorkommen, dass die kleinen "Grünen Kerlchen" aus ihrem Ei schlüpfen und mit der Nabelschnur noch am Dottersack im Ei hängen. Solche Tiere fange ich vorsichtig heraus und setze sie in ein Plastikterrarium mit feuchtem Fliespapier. Dieses Plastikterrarium stelle ich dann an einen warmen Platz (Temperatur: 29-30°C).

 

Der kleine Leguan bleibt so lange darin, bis sich die Nabelschnur von selbst gelöst hat. Die kleine Wunde am Bauch des Jungtiers heilt innerhalb weniger Tage ganz von alleine ab.

 

Mit den Schlüpflingen (die durchschnittliche Gesamtlänge meiner Jungtiere beträgt direkt nach dem Schlupf ca. 220 mm) sollte man noch etwas vorsichtig umgehen - jegliche Hektik, beim Herausfangen nach dem Schlupf, ist unbedingt zu vermeiden.

 

Die Tiere sind am Anfang noch sehr ängstlich und versuchen wegzurennen - dabei sind sie äußerst flink. Einige wenige sind zu diesem Zeitpunkt bereits „recht frech“ d.h. sie versuchen zu drohen, zu beißen und mit ihrem Schwanz Schläge zu verteilen.