Haltung von Iguana iguana im Terrarium


Was ist für eine tiergerechte Haltung von Grünen Leguanen in menschlicher Obhut alles zu beachten ?

 

Terrarium:

 

Jeder der Grüne Leguane langfristig (Iguana iguana kann bei guter Pflege über zwanzig Jahre alt werden !!!) und tiergerecht in menschlicher Obhut halten (und eventuell nachzüchten) möchte, sollte sich insbesondere darüber bewusst sein, dass diese Tiere unbedingt ein Terrarium benötigen, dass den Anforderungen ihrer zu erwartenden Endgröße (= Gesamtlänge von bis zu 200 cm, Kopf-Rumpf-Länge von bis zu 55 cm) gerecht wird!

 

Für Jungtiere bis zu einem Alter von ca. 10-12 Monaten würde natürlich schon auch noch ein kleineres Terrarium ausreichen. Wenn man nun aber bedenkt, wie schnell diese Tierchen im Laufe eines Jahres wachsen, dann sollte man meiner Meinung nach sein Geld nicht unnötig für ein "Aufzuchtterrarium" ausgeben, sondern den Kleinen gleich von Anfang an schon ein tiergerechtes Großraumterrarium (= Endterrarium) zur Verfügung stellen.

 

Geschichten wie "in einem Großraumterrarium finden die Jungtiere ihr Futter nicht" oder "in Großraumterrarien bleiben Jungtiere dauerhaft scheu" gehören ins Reich der Märchen.

 

Bei der Unterbringung von Iguana gilt immer die Regel "je größer desto besser" und nicht "in welches Terrarium passt mein Grüner Leguan denn gerade noch rein".

 

Meiner Meinung nach eignet sich dafür, wie oben schon erwähnt, ein Großraumterrarium, dass für ein ausgewachsenes Pärchen Iguana iguana mindestens die Maße (Länge x Tiefe x Höhe) 250x150x200 cm haben sollte ... die Betonung bzgl. den Abmessungen liegt hier klar auf "mindestens" d.h. also man benötigt mindestens eine Grundfläche von 3,75 qm.

 

Grüne Leguane kommunizieren tagsüber aktiv und intensiv über visuelle Signale miteinander. Diese Echsen offenbaren in ihrem natürlichen Lebensraum ein großes Spektrum an Sozialverhalten, insbesondere während der Paarungszeit. In den tropischen Regenwäldern Mittelamerikas leben sie mit ihren Artgenossen stets in einer mehr oder weniger großen Gruppe zusammen. Ich empfehle daher generell die Haltung von mehreren Tieren (d.h. 1 Pärchen bzw. in Hinsicht auf das dominante und zum Teil auch aggressive Verhalten von Iguana-Männchen gegenüber einem einzelnen Weibchen ist es günstiger ein Männchen zusammen mit 2 - 3 Weibchen zu pflegen) und keine Einzelhaltung - da gehen die Meinungen von Leguanpflegern aber (.... wie so oft ...) etwas auseinander.

 

Die oben erwähnten Maße reichen für die Haltung einer Iguana-Gruppe dann natürlich nicht aus (für eine Gruppe bestehend aus 1,3 Tieren sollte das Terrarium schon mindestens 400x250 cm x Höhe = 220-250 cm groß sein d.h. man benötigt eine Grundfläche von mindestens 10 qm!). 

 

Selbstverständlich kann man Grüne Leguane, wenn man unbedingt möchte, auch einzeln pflegen, aber ich persönlich befürworte das nicht! 

 

Wichtiger Hinweis: Geschlechtsreife Männchen sind untereinander (... fast ...) immer unverträglich und das dominante Tier kann seinem unterlegenen Artgenossen schwerste Verletzungen zufügen - deswegen kann ich jedem nur dringend davon abraten jegliche "Experimente dieser Art" zu versuchen. Hier noch ein wichtiger Aspekt, den man als Halter unbedingt beachten muss:

 

Auch bei Iguana-Weibchen die einzeln gehalten werden ist es möglich, dass sie jedes Jahr in etwa zur gleichen Zeit ein (... dann natürlich unbefruchtetes) Gelege bilden. Um Probleme mit einer möglichen Legenot zu vermeiden, muss man dann rechtzeitig eine geeignete Eiablagekiste (oder mehrere Ablagekisten) im Terrarium zur Verfügung stellen (siehe Kapitel "Eiablage") !!!

 

Wenn man mehrere Tiere zusammen pflegt, kann sich das durchaus auch positiv auf das "Zahmwerden" (dieser Begriff ist im Zusammenhang mit Wildtieren meiner Meinung nach unpassend!) auswirken. Wie viele Grüne Leguane man zusammen halten kann ist aber selbstverständlich abhängig von der zur Verfügung stehenden Größe des Terrariums. In ihrem natürlichen Lebensraum leben mehrere Weibchen mit halbwüchsigen Männchen im Bereich eines adulten (= erwachsenen) dominanten Männchens zusammen (siehe meinen Hinweis oben: "Grüne Leguane leben auch in ihrem natürlichen Lebensraum mit ihren Artgenossen stets in einer mehr oder weniger großen Gruppe zusammen").

 

Der Bewegungsraum eines dominanten Männchens erstreckt sich in den tropischen Wäldern Mittelamerikas allerdings auf ein Gebiet von bis zu einem Hektar (also bis zu 10.000 qm). Soviel Platz kann man den Tieren natürlich in keinem Terrarium anbieten - sollte der Eine oder Andere von Ihnen jetzt generell Bedenken gegen die Haltung von Iguana iguana in menschlicher Obhut bekommen, dann ist das durchaus verständlich und nachvollziehbar.

 

Zu dieser recht brisanten Thematik kann man sich gerne auch mal anschauen, was der Deutsche Tierschutzbund e.V. in seinem Steckbrief "Grüner Leguan" schreibt

(Klick: Steckbrief als PDF).

 

Nun, meiner Meinung nach müsste man dann aber im Prinzip jegliche Tierhaltung in Menschenhand in Frage stellen - auch jedes noch so große Gehege im Zoo, jedes noch so große Aquarium, Vogelvoliere u.v.m. wird wohl eher selten dem Bewegungsraum im natürlichen Lebensraum einer Tierart entsprechen.

 

In welchen "erbärmlichen" Zuständen wird so mancher Hund/so manche Katze/ so mancher Vogel in Privathand gehalten ??

 

Wollte hier nur mal wieder etwas zum Nachdenken anregen - sonst nichts!

 

So, aber jetzt wieder zurück zu den "Grünen":

 

Meiner Meinung nach optimal für die Haltung von Iguana iguana, aber für die meisten Freunde der Terraristik aus Platzgründen wohl nur selten realisierbar, ist ein sogenanntes Raum- oder Zimmerterrarium.

 

Für meine Leguane (1 Männchen / 2 Weibchen - deutsche Nachzuchten vom April 1992 - seit Juni 1993 in meinem Besitz) hatte ich einen kompletten Kellerraum mit den Maßen 380x270x230 cm (LBH = eine Grundfläche von 10,26 qm / = ein Raumvolumen von 23,5 Kubikmeter) "leguangerecht" eingerichtet d.h. mit vielen Kletterästen und einem großen Wasserbecken (LBH = 200x100x30 cm).

 

Das Wasserbecken wurde dann aber seit mehreren Jahren nicht mehr beheizt (die Wassertemperatur war ursprünglich mal auf ca. 25-26°C eingestellt gewesen), weil die Luftfeuchtigkeitswerte damals über Nacht so hoch angestiegen waren, dass das (Kondens-) Wasser morgens quasi " die Wände herunterlief".

 

So hohe Luftfeuchtigkeitswerte sind zwar sicherlich spitzenmäßig für die Leguane, aber man sollte es in Wohn- oder Kellerbereichen meiner Meinung nach besser nicht übertreiben (Gefahr der Schimmelbildung, dauerhafte Schädigung des Mauerwerks etc.) - es sei denn man will sich unbedingt mit seinem Vermieter anlegen oder man will sein eigenes Haus schon frühzeitig "zu Grunde richten".

 

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Luftfeuchtigkeit:

 

In der "imitierten" Regenzeit (= bei mir von Ende Juni bis Mitte/Ende Dezember) komme ich durch tägliches mehrmaliges Sprühen mit einer handelsüblichen Drucksprühflasche eine Luftfeuchtigkeit von tagsüber ca. 70%.

 

Nachts steigen diese Werte dann auf ca. 80 - 85% an. Während des Sprühens nehmen meine Leguane auch sehr häufig die Gelegenheit war um direkt aus der Düse der Drucksprühflasche zu trinken. In der "imitierten" Trockenzeit (= bei mir von Mitte/Ende Dezember bis Ende Juni) sprühe ich nur ca. 2-3 mal pro Woche.

 

Die Luftfeuchtigkeitswerte liegen dann bei ca. 40-50% tagsüber und steigen nachts auf ca. 60% an.

 

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(Be-) Heizung:

 

Da ein Anschluss meines Iguana-Kellerraums an die Zentralheizung nicht so einfach realisierbar war und außerdem die automatische Nachtabsenkung der Heizung bei der Pflege von Iguana während den Wintermonaten Probleme bereiten könnte (Temperatur fällt nachts unter 20°C), habe ich mich für eine Beheizung mittels zwei, hinter einer Holzverkleidung versteckten, Ölradiatoren entschieden.

 

Vorteil: Die erforderliche Raumtemperatur von ca. 28 - 32°C (tagsüber) und Nachts von ca. 22 - 24°C kann man konstant einhalten.

Man ist mit Hilfe der in den Heizungen eingebauten Thermostaten außerdem flexibel und kann die Raumtemperaturen entsprechend den Jahreszeiten anpassen.

 

Nachteil: Ölradiatoren sind "wahre Stromfresser" d.h. man muss relativ hohe Stromkosten in Kauf nehmen - die sich aber dank den Thermostaten meiner Meinung nach in noch "einigermaßen erträglichen Grenzen" bewegen.

 

Inzwischen schreiben wir jedoch das Jahr 2014: Die Preise für Strom sind seit 1996 mal locker um über 50% gestiegen d.h. hätte ich heute noch Grüne Leguane, dann müsste ich pro Monat mindestens mit ca. EUR 100,00 an reinen Stromkosten rechnen (dazu kommen natürlich noch die Kosten für Futter, Leuchtmittel, Wasser, Tierarzt etc.).

 

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Allgemeine Einrichtung:

 

Den Kellerraum habe ich etwas aufgeteilt: In einen (*) Ausweichbereich (könnte man bei Bedarf auch als Quarantänestation verwenden) von ca. 180x95x230 cm (LBH) und in einen Aufzuchtbereich von ca. 100x95x230 cm (LBH) - ein Aufzuchtterrarium muss nicht unbedingt diese Maße haben (siehe Kapitel "Aufzucht der Jungtiere").

 

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* Anmerkung zum Ausweichbereich/Ausweichterrarium: Jedem Halter, der mehrere Grüne Leguane (z.B. 1 Pärchen oder ein Männchen mit 2 - 3 Weibchen) zusammen im Terrarium pflegen möchte (und sie eventl. später auch nachzüchten will), empfehle ich unbedingt auch die Einplanung und den Bau eines "Ausweichterrariums". Dieses Terrarium sollte von seiner Größe her in etwa so bemessen sein, dass ein ausgewachsener Grüner Leguan auch über einen längeren Zeitraum problemlos darin gehalten werden kann d.h. man sollte schon eine Grundfläche von ca. 3 qm planen (auch hier gilt wieder "je größer, desto besser"!).

 

Warum dieser ganze Aufwand? Nun, dieses ist letztendlich eine reine Vorsichtsmaßnahme, da man bei der gemeinsamen Haltung bzw. einer späteren Vergesellschaftung von Iguana mit Artgenossen nie weiß, ob es früher oder später einmal zu Streitigkeiten/Aggressionen unter den Tieren kommt. Bei Streitigkeiten unterlegene Leguane könnten sich dann schwerste Verletzungen zuziehen.

 
Eine Garantie, dass sich eine Gruppe langfristig miteinander verträgt, gibt es bei der Haltung von Iguana iguana nicht!

 

Noch ein wichtiger Punkt: Durch den ständigen Stress dem das unterlegene Tiere durch seinen dominanten Artgenossen ausgesetzt ist (ich spreche hier

nicht nur von Iguana-Männchen, es gibt durchaus auch Iguana-Weibchen die sich Artgenossen gegenüber äußerst aggressiv verhalten) kann es zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme kommen, Krankheiten könnten bei einem geschwächten Immunsystem ausbrechen und das Tier könnte schwere Verhaltensstörungen davontragen.

 

Man sollte in solchen Fällen also nicht zu lange warten und seine Leguane sofort voneinander trennen. Voraussetzung hierfür ist, dass für solche "unschöne Situationen" bereits gleich von Anfang an ein Ausweichterrarium eingeplant und gebaut wurde ! Achtung: In Extremfällen hat der Halter am Ende dann nur noch eine Möglichkeit, um eventuelle tödliche Verletzungen des unterlegenen Leguans zu vermeiden: Eines der Tiere muss in eine andere (leguangerechte!) Haltung abgegeben werden.

 

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Als Baumaterial für beide Terrarien (d.h. "Ausweichterrarium" und "Aufzuchtterrarium") habe ich ca. 25 mm dicke, für Feuchträume geeignete Spanplatten verwendet. Alle Spanplatten wurden mit Fliesenkleber bestrichen und nach dem Austrocknen noch zusätzlich mit flüssigem (weißen) Kunststoff überzogen.

 

Der Ausweichbereich und der Aufzuchtbereich sind mit Schiebescheiben (laufen auf Rollen) ausgestattet. Die Scheiben im Ausweichbereich sind aber ständig offen.

 

Tagsüber sind die Leguane meist im eigentlichen Aufenthaltsbereich (Maße: 280x270x230 cm - LBH) anzutreffen.

 

In diesem Bereich steht den Tieren auch das weiter oben erwähnte (unbeheizte) Wasserbecken zur Verfügung - dieses Becken wird allerdings nicht häufig in Anspruch genommen (vom Reinkoten einmal abgesehen).

 

Das könnte natürlich hauptsächlich daran liegen, dass es nicht beheizt ist (die Wassertemperatur beträgt ca. 20-21°C).

 

Ich konnte allerdings beobachten, dass die Weibchen besonders während den Trächtigkeitsphasen, mehrmals am Tag gerne mal "eine Runde schwimmen gehen".

 

Als Wasserfilter verwende ich einen Eheim-Innenfilter Typ 2252 mit insgesamt sechs Filterkammern.

 

Ein kompletter Wasserwechsel (ca. 550 Liter Wasser) wird somit spätestens alle 8 Wochen erforderlich. Auf einen Einsatz von Fischen (z.B. Guppys, Goldfische etc.) und Wasserpflanzen (z.B. Wasserpest) habe ich verzichtet - das wäre aber sicherlich möglich.

 

Im Aufenthaltsbereich steht in einer Höhe von ca. 100 cm die Futterschale (Durchmesser ca. 22 cm, Höhe ca. 5 cm). Weiter oben laden dann querliegende Äste (hier handelt es sich um auf Holzlatten aufgeschraubte Zierkorkröhren) die Tiere zum Dösen und zum Imponieren ein. Eine Schale mit frischen Trinkwasser (sollte täglich erneuert werden) steht direkt neben dem Futternapf.

 

Auf dem Boden steht noch eine Schale mit zerstoßenen Sepiaschalen (Partikelgröße max. 5 mm) - weitere ausführliche Informationen hierzu kann man im Kapitel "Ernährung" nachlesen.

 

Zum Schlafen gehen meine Iguanas kurioserweise immer in den Ausweichbereich - eventuell ja auch weil sich dort die Heizung befindet und es somit immer behaglich warm ist. Auf allen Liegeflächen (gebaut aus mit weißem Kunststoff beschichteten Spanplatten) auf denen sich die Tiere aufhalten, habe ich passend zurecht geschnittene Stücke vom Kunstrasen ausgelegt.

 

Der Kunstrasen lässt sich durch Abbrausen mit dem Gartenschlauch oder mit dem Duschkopf prima reinigen - und das geht ganz ohne die Verwendung von irgendwelchen Desinfektionsmitteln.

 

Lediglich die Liegeflächen der Leguane reinige ich (1 x pro Woche) mit einem feuchten Lappen und Sagrotan-Konzentrat (1 Verschlusskappe Sagrotan-Konzentrat auf 5 Liter Wasser). 


Korkröhren eignen sich hervorragend als Kletter- und Versteckmöglichkeit - siehe den gelungenen Schnappschuss oben von Ruth & Volkmar Braunvon ihrer Leguandame Lulu
Korkröhren eignen sich hervorragend als Kletter- und Versteckmöglichkeit - siehe den gelungenen Schnappschuss oben von Ruth & Volkmar Braun von ihrer Leguandame Lulu

1,1 Iguana - Keinen Rindenmulch verwenden!
Achtung: Bitte keinen Rindenmulch als Bodensubstrat verwenden!!

Als Bodensubstrat hatte ich einige Jahre feinen * Rindenmulch verwendet (eine ca. 10 cm hohe Schicht) bzw. in der Eiablagekiste und im Ablage-bereich verwendete ich Blumen- bzw. Pflanzenerde (egal ob gedüngt oder nicht) und später ebenfalls feinkörnigen Kinderspielsand (den gibt's bei uns im Baumarkt ... 25 kg kosten bei uns ca. 4,50 EUR).

  

  

* WICHTIGER HINWEIS:

 

Rindenmulch als Bodensubstrat für Grüne Leguane hat meiner Meinung und Erfahrung nach jedoch die nachfolgend aufgeführten Nachteile:

 

- In trockenem Zustand staubt er "ohne Ende"...

- Exkremente der Leguane sind im Rindenmulch nur sehr schwer zu erkennen

... dass erschwert die tägliche Reinigung des Terrariums enorm ....

- Scharfkantige und spitze Holz- und Rindensplitter könnten beim versehentlichen Verschlucken zu schweren inneren Verletzungen führen

= Extrem hohes Risiko !!

 

Aus o.g. Gründen habe ich letztendlich den gesamten Rindenmulch aus meinem Terrarienkeller verbannt und komplett durch den bereits oben erwähnten feinkörnigen Kinderspielsand ersetzt. Diesen Spielsand habe ich jahrelang getestet und ausschließlich gute Erfahrungen damit gemacht.

 

Ich konnte auch schon mehrmals beobachten, dass die Leguane ab und zu gerne geringe Mengen vom Spielsand fressen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen (Verstopfungen etc.) konnte ich bisher jedoch nicht feststellen.

 

Als Dekoration des Terrarienkellers verwende ich zahlreiche künstliche Pflanzen (diverse Efeu- und Weinranken aus Textil oder Kunststoff, Birkenfeige aus Kunststoff etc.) sowie auch einige echte Pflanzen in Hängeampeln (Efeutute, Kletterphilodendron, Columnea ).

 

Die Hängeampeln sind natürlich so angebracht, dass die Leguane sie nicht erreichen können. In kleineren (niedrigen) Terrarien ist solch eine Dekoration daher fast unmöglich.

 

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ACHTUNG GIFTPFLANZEN:

 

Viele echte Pflanzen (auch obengenannte Efeutute und der Kletterphilodendron) sind nicht nur für Säugetiere, sondern eventuell auch für Grüne Leguane giftig und können schwerste gesundheitliche Schäden verursachen. Experimente frei nach dem Motto "mal schauen ob was passiert" sind hier absolut fehl am Platz.

 

Dazu sollten einem seine Tiere zu schade sein. Es gibt schließlich viele andere Futterpflanzen, die für eine tiergerechte Ernährung von Iguana Iguana geeignet sind.

 

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Beleuchtung:

 

Vorab noch Grundsätzliches bzgl. dem Stoffwechsel von Iguana iguana:

 

Der Stoffwechsel eines Grünen Leguans funktioniert erst in einem Bereich zwischen 34-38°C optimal. Dazu muss das Tier (sowohl in seinem natürlichen Lebensraum als auch "unter Terrarienbedingungen") stets die Möglichkeit haben verschiedene Plätze aufzusuchen.

 

Plätze die von der Temperatur her etwas niedriger liegen als 37 oder 38°C, aber auch Plätze an denen es deutlich wärmer ist (d.h. "reine Sonnenplätze" mit punktuellen Temperaturen mit Werten von bis zu 42-45°C).

 

Im natürlichen Lebensraum v. Iguana iguana wären das z.B. Baumwipfel mit voller Sonneneinstrahlung. Somit wird sich der Leguan abwechselnd mal da und mal dort aufhalten (um jeweils kurzzeitig seine Vorzugstemperatur zu erreichen). Wird es ihm zu warm, dann zieht er sich einfach wieder in kühlere Bereiche zurück bzw. bei Überhitzung hechelt ein Grüner Leguan mit geöffnetem Maul, um seine Körpertemperatur wieder zu senken. Dieses "Hecheln" ist also nichts schlimmes, sondern es bietet den Tieren lediglich die Möglichkeit zum Temperaturausgleich.

 

So - und was heißt dieses Geschreibsel jetzt konkret für die Terraristik im Zusammenhang mit der Pflege von Grünen Leguanen?

 
Das heißt, dass es in einem Großraumterrarium immer verschiedene Temperaturzonen geben muss. Zonen an denen die Temperatur bis zu 42-45°C erreicht (sogenannte "Wärme- bzw. Sonneninseln") und selbstverständlich aber auch "kühle" Zonen (im Bodenbereich) mit Temperaturen von 20-25°C.

 

Die Grundtemperatur der Luft sollte im mittleren bzw. oberen 1/3 des Terrariums bei etwa 30-35° liegen.

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Jetzt wieder zurück zum Thema Beleuchtung:

 

Im Aufenthaltsbereich habe ich zwei HQI-Strahler à 150 Watt angebracht - Leuchtmittel: Osram Powerstar HQI-TS 150 W/NDL - Neutralweiss de Luxe. Außerdem verwende ich noch mehrere Repti Basking Spot-Reflektorstrahler von ZooMed à 100 Watt für die Schaffung von sogenannten "Wärme- bzw. Sonneninseln" (man rechnet pro Tier und pro "Sonneninsel" mit ca. 3 Reflektorstrahlern) - dort steigt die Temperatur dann punktuell auf Werte von bis zu 45°C an. Anstelle den Repti Basking Spots hatte ich aber auch schon "normale" PAR38-Reflektorstrahler im Einsatz (die 80W-Version reicht in der Regel aus).

 

Ein UV-Strahler "Osram Ultra-Vitalux" à 300 Watt (UVB-Versorgung / zur Vitamin- D3-Synthese im Körper der Grünen Leguane) schaltet sich täglich von 12.00 - 13.00 Uhr mittels elektronischer Zeitschaltuhr an und wieder aus. Man kann die Ultra-Vitalux durchaus auch am späteren Nachmittag nochmals für 1 Stunde einschalten.

 

Im Ausweichbereich/Quarantänebereich sind 4 x handelsübliche Leuchtstoffröhren (Philips TLD 36 W/25, Länge 1200 mm) angebracht.

 

Die Vorrichtung für einen Ultravitalux-Strahler ist hier ebenfalls vorhanden - wird aber zur Zeit nicht in Anspruch genommen.

 

Auch hier stehen wieder mehrere Repti Basking Spot-Reflektorstrahler à 100 Watt als "Sonneninseln" (bzw. PAR38-Strahler à 80W) zur Verfügung.

 

Im Aufzuchtbereich sind 4 handelsübliche Leuchtstoffröhren (Philips TLD 18 W/25, Länge 600 mm) angebracht. Außerdem verwende ich auch hier einen Osram Ultravitalux-Strahler und die Repti Basking Spot - Reflektorstrahler à 100 Watt (oder PAR 38 à 80W).

 

Fazit = meine Beleuchtungsempfehlung für Grüne Leguane "in Kurzfassung":

 

Eine vernünftige Beleuchtung für ein Iguana-Terrarium mit den Abmessungen von ca. 350x200x200 cm sollte bestehen aus:

 

1. Grundbeleuchtung: HCI-Strahler 150W (ca. 3 - 4 Stück!!)

2. Wärme: Osram Concentra Par 38 in Version 80 oder 120W (ca. 3 - 4 Strahler pro Tier und pro "Sonneninsel")

--> Alternativ auch Silvania Hi-Spot 50/75/100W

3. UVB-Bestrahlung: Osram UltraVitalux 300W (täglich für ca. 1-3 Stunden--> Mindestabstand zu den Tieren nicht unter 60 cm!!). Hinweis: Bei Terrarien mit einer Höhe von 2 m (... und mehr ...) kann man UV-Leuchtstoffröhren komplett "in die Tonne treten" ;-) ...

 

Achtung: Alle Leuchtmittel müssen unbedingt so angebracht und gesichert werden, dass die Leguane sich nicht daran verletzen können. Nachlässigkeiten könnten hier unter Umständen zu schwersten Verbrennungen führen !

 

Empfehlung: Exzellente Infos zur aktuellen Beleuchtungstechnik für die Terraristik findet man auf der Webseite www.licht-im-terrarium.de.

 


Zum Schluss noch einige wenige Schnappschüsse ... diese stammen alle aus den Jahren 1999/2000 ( ... sorry für die schlechte Bildqualität ...!)