Häufige Fragen / FAQ (= frequently asked questions)


Häufig gestellte Fragen, im Zusammenhang mit der Haltung und Zucht von Grünen Leguanen im Terrarium


Auf dieser Seite werden Fragen vorgestellt, die mir, im Zusammenhang

mit der Haltung und Zucht von Iguana Iguana, in der Vergangenheit schon häufig gestellt wurden.

 

Anschließend folgen die entsprechenden Antworten von mir. Damit möchte ich Interessenten, die Fragen zu einem bestimmten Thema haben, die Möglichkeit geben, so schnell wie möglich eine Antwort darauf zu finden.

 

Über die "Such-Funktion" im Internet-Explorer ( unter "Bearbeiten" > Suchen ) erhält man dann durch Eingeben eines Stichworts (z.B. Zahm oder Zähmung etc.) ziemlich schnell einen Einblick zu dem gewünschten Thema. 

 

Ich möchte Sie hier mit meinen Antworten jedoch auf keinen Fall verunsichern

(.... dieses gilt vor allem für Anfänger bzgl. der Haltung von Grünen Leguanen ...).

 

Wie bereits auf meiner Startseite erwähnt, gibt es zu jedem Thema natürlich immer auch verschiedene Ansichten und Meinungen von anderen Haltern

... d.h. frei nach dem Motto "viele Wege führe nach Rom" ;-).

 

Man muss sich dann eben für die Antwort entscheiden, die einem (... bei eingeschaltetem gesunden Menschenverstand!) am ehesten zusagt. Sollte sich dennoch jemand verunsichert fühlen, stehe ich auch gerne per E-Mail zur Verfügung.

 

Aus mehrfach gegebenem Anlass aber an dieser Stelle nochmals der nachfolgende Hinweis von mir:

 

+++ Mittlerweile bringe ich gegenüber "sogenannten Tierfreunden", die sich vor der Anschaffung ihrer exotischen Tiere überhaupt nicht oder nur unzureichend über deren tiergerechte Haltungsanforderungen informiert haben ... und die erst dann mit Hilferufen, Gejammer oder anderem blablabla reagieren wenn ihre armen Pfleglinge bereits halbtot im Terrarium liegen, keinerlei Verständnis auf.

 

Dementsprechend werden in solchen Fällen dann auch meine Antworten ausfallen. Ob sich die betroffenen Leute darüber ärgern oder nicht,

ist mir völlig egal ! +++

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Nun aber zu den häufig gestellten Fragen und Antworten:

 

- Wie bekomme ich meinen Leguan zahm ?

Antwort (von Stefan Lenhart):

 

Zuallererst muss man sich über folgendes im klaren sein:

 

 Grüne Leguane sind und bleiben immer Wildtiere! Das mit dem Zähmen dieser Großechsen ist also eine Frage, die man nicht bzw. nur mit Einschränkungen beantworten kann. Jeder Grüne Leguan verhält sich zudem anders d.h. das sind, jeder Leguan für sich, richtig kleine "Persönlichkeiten". Das hört sich jetzt vielleicht etwas doof an, ist aber so!

 

Jeder Grüne Leguan hat bzw. entwickelt im Laufe der Zeit seinen ganz eigenen Charakter. Der eine "Grüne" wird ziemlich schnell zutraulich, während der andere hierfür offensichtlich eine Unmenge an Zeit benötigt. Manche Tiere werden sich auch nie an Menschen gewöhnen und bleiben ihr ganzes Leben lang misstrauisch!

 

Der generelle Ratschlag den ich also auf die Frage "Zähmen von Leguanen" daher immer wieder geben kann ist: Geduld, Geduld und nochmals Geduld ...

 

Es gibt auf alle Fälle nichts schlimmeres "beim Zähmungsversuch" eines Iguana als Gewaltanwendung (...hektisches Grabschen nach dem Tier, Festhalten des Leguans unter Anwendung von Gewalt.....etc.) weil man dann jegliches Vertrauen, dass sich mit der Zeit zwischen dem Leguan und seinem Pfleger aufbauen sollte, wieder zerstört.

 

Man sollte die Tiere niemals zu etwas zwingen, dass sie selbst gar nicht wollen. Außerdem gibt es immer noch viele Terraristikfreunde, die einen Iguana iguana eher mit einem Hund oder mit einer Katze verwechseln und somit denken/glauben, der Leguan müsse sich ihnen gegenüber auch genauso "zahm" verhalten (sich streicheln lassen, auf Zuruf zum Pfleger kommen, die Hausschuhe holen ... und weiß der Geier was noch alles...).

 

Solche Leute wären meiner Meinung nach besser dran, wenn sie sich, anstelle eines Grünen Leguan, lieber gleich eine Katze oder einen Hund zulegen.

 

Man sollte daher generell einmal (jeder für sich) klären: Was verstehe ich überhaupt unter dem Begriff "zahm", im Zusammenhang mit der Haltung von einem Wildtier?

 

Meine 3 Iguanas waren "zahm" - d.h. aus der Hand fraßen die allerdings nur wenn sie es selbst wollten. Zu mir kamen sie ebenfalls nur wenn sie es selbst wollten und streicheln ließen sie sich ebenfalls nur wenn es ihnen gerade mal in den Kram passte, was jedoch eher selten der Fall war.

 

Was man selbst "gerne hätte" ist bei der Pflege von solchen exotischen Wildtieren also völlig unwichtig.

 

Das verstehe ich persönlich unter "zahm" ;-).

 

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- Einzelhaltung von Iguana iguana - Okay? 

Antwort (von Stefan Lenhart):

 

Nein, meiner Meinung nach ist das nicht okay. Wenn man sich zusätzlich das Kapitel "Haltung" auf meiner Internetseite anschaut wird man die Gründe für mein "Nein" eventuell noch besser verstehen.

 

Leguane sind nun mal keine Einzeltiere sondern wachsen immer in mehr oder weniger großen Gruppen auf. Auch später als adulte Tiere leben Grüne Leguane im natürlichen Lebensraum stets in Gruppen zusammen.

 

Man sollte daher meiner Meinung (und Erfahrung) nach mindestens zwei Leguane halten. Das wiederum kann dann auch meiner Erfahrung nach sehr dazu beitragen, dass sich die Tiere schneller an den Pfleger gewöhnen.

 

Die Leguane "motivieren sich gegenseitig" d.h. wenn der eine sieht dass sein Partner/seine Partnerin sich vom Pfleger füttern lässt und es passiert daraufhin weiter nichts schlimmes, dann nimmt er/sie vielleicht auch einmal "den ganzen Mut zusammen" und probiert es ebenfalls aus.

 

Eines haben alle Leguane nämlich gemeinsam: Sie sind sehr neugierig und haben (fast) immer Hunger. :-)

 

Das gelegentliche Reichen von Leckerbissen (Bananenstückchen, leckere Löwenzahnblätter etc. ) kann also auch einen großen & entscheidenden Teil zur "Zähmung" beitragen.

 

Ich habe momentan 3 junge Iguanas als Pflegetiere in Pension (sind jetzt 10 Wochen alt).

 

Zu Anfang (vor ca. 4 Wochen) haben sie sich, sobald ich den Raum betreten habe, gleich im Terrarium versteckt.

 

Ich habe diese Leguane zwar gefüttert und das Terrarium gereinigt, habe sie aber nicht weiter beachtet und schon gar nicht versucht sie anzufassen. Irgendwann haben die Tiere gemerkt, dass der Typ der da immer im Terrarium herumfuchtelt und ihnen einen Fressnapf mit leckeren Sachen hinstellt vermutlich doch gar nicht so übel ist und ihnen nicht ans Leben will.

 

Man konnte ab diesem Zeitpunkt förmlich zusehen wie diese Jungtiere dann immer mehr "aufgetaut" sind und inzwischen, nach 4 Wochen Pflegezeit habe ich sie soweit, dass sie von mir gereichtes Futter von der Pinzette nehmen.

 

Der nächste Schritt wäre jetzt, dass sie das Futter aus meiner Hand nehmen. Wenn das geschafft ist kann man vorsichtig versuchen sie einmal behutsam anzufassen. Das klare Ziel hierbei ist, den Iguanas das Gefühl zu vermitteln, dass sie vor der Hand des Pflegers und auch ansonsten vor dem Pfleger selbst keinerlei Angst haben müssen. Wenn dass einmal geschafft  und eine gewisse Vertrauensbasis aufgebaut ist, kommt der Rest quasi ganz von alleine.

 
Aber dazu bedarf es: Geduld, Geduld ........... 

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- Ausbleibende Paarung / kein Erfolg mit Nachzuchten

Antwort (von Stefan Lenhart):

 

Das Problem das hier angesprochen wird, ist (leider) eines, dass viele Iguanahalter mit einem teilen.

 

Ich muss zugeben, dass auch ich kein Patentrezept in den Händen habe wie man ein Iguana-Weibchen in Paarungsstimmung versetzt, sodass man sich dann über ein riesiges befruchtetes Gelege freuen kann und am Ende jede Menge gesunder Babyleguane im (... dafür hoffentlich ausreichend großen ... ) Aufzuchtterrarium herumtollen.

 

Tatsache ist nun einmal, dass Iguana-Männchen unter Umständen über mehrere Monate paarungswillig sind (... es gibt Männchen die sind sogar das ganze Jahr über paarungswillig ...) wogegen die Weibchen gerade einmal einige Tage bzw. wenn’s gut läuft ca. 1-2 Wochen „in Stimmung“ geraten.  

 

Ich habe mit meinen Tieren (1 Männchen / 2 Weibchen) z.B. folgende Erfahrungen gemacht:

 

Die ganzen Jahre hatte ich gegen Ende Februar mit der Trockenzeit begonnen – das hat sich ganz am Anfang als ich die Leguane hatte (und als sie geschlechtsreif wurden) einmal so eingespielt. Das Männchen war dann bereits kurze Zeit später (März) paarungswillig und paarte sich auch mit beiden Weibchen.

 

Von Weibchen Nr. 1 hatte ich dann auch im Jahr 1995 (da waren die Leguane drei Jahre alt) ein befruchtetes Gelege (Eiablage im Mai) und Jungtiere (Schlupf im August = Beginn der Regenzeit).

 

Von Weibchen Nr. 2 erhielt ich damals in 1995 leider nur ein unbefruchtetes Gelege – warum weiß ich nicht.

 

Paarungen mit dem Männchen haben jedenfalls stattgefunden. Später hat dann das Weibchen Nr. 2 immer früher mit der Eiablage begonnen (bereits im Dezember) – warum das so kam weiß ich nicht.

 

Irgendetwas (eventl. eine Verletzung am Bein, die damals mit Antibiotika versorgt werden musste) hatte ihren Fortpflanzungsrhythmus durcheinander gebracht.

 

Während den nächsten Jahren erhielt ich daraufhin immer nur von Weibchen Nr. 1 befruchtete Gelege (Eiablage Mai / Juni). Weibchen Nr. 2 legte ihre natürlich unbefruchteten Gelege ca. 5 Monate früher ab (also Dezember / Januar).

 

Dann habe ich den Versuch gestartet und die Trockenzeit ständig etwas früher begonnen, also anstelle Ende Februar im ersten Jahr schon Ende Januar etc. bis ich dann 1999 bereits im Dezember mit der Trockenzeit angefangen habe.

 

Die Regenzeit habe ich dann natürlich ebenfalls früher folgen lassen (Mai / Juni).

 

Gebracht hat das alles aber nicht viel: Im Jahr 1999 legte Weibchen Nr. 2 wieder ein unbefruchtetes Gelege ab, allerdings 2 Monate später als üblich, nämlich Ende Januar / Anfang Februar.

 

Weibchen Nr. 1 legte zwar ein befruchtetes Gelege ab aber auch hier war alles um 2-3 Monate verspätet (Eiablage Ende Juli/Anfang August – Schlupf: Ende Oktober 1999).

 

Im Jahr 2000 (habe im Dezember 1999 mit der Trockenzeit begonnen) hatte ich mit Weibchen 2 auch kein Glück:

 
Die Ablage eines unbefruchteten Geleges erfolgte im März 2000. Paarungen konnte ich dieses Jahr keine beobachten. Von Weibchen 1 erfolgte dieses Jahr überhaupt keine Eiablage.

 

Ich habe jetzt beschlossen alles wieder so zu legen wie ganz am Anfang d.h. Ende Februar 2001 beginne ich mit der Trockenzeit.

 

Gegen Ende August 2001 folgt die Regenzeit. Mal abwarten ob’s dann vielleicht wieder klappt. Bei mir könnte es natürlich auch der Fall sein, dass mein Weibchen Nr. 2 unfruchtbar ist.

 

Auch das kann vorkommen!

 

Bei einem Freund von mir (hat ebenfalls 1,2 Iguana iguana) ist das jetzt schon seit 5 Jahren ein Dauerzustand. Seine beiden Weibchen legen nur unbefruchtete Eier. Er hat auch schon allerhand "versucht" aber funktioniert hat bisher noch nichts. Sein Männchen ist immer dann paarungswillig wenn die Weibchen gerade absolut keine Lust dazu haben.

 

Tut mir leid, dass ich Euch hier nicht großartig weiterhelfen kann, aber wie Ihr sieht: Ihr seid nicht alleine! Die Zucht von Grünen Leguanen ist eben nicht gerade einfach. Das macht die Sache auf der anderen Seite aber auch wieder spannend & interessant.

 

Wünsche Euch allen viel Erfolg bei der Nachzucht von Grünen Leguanen - je mehr Iguanas aus privaten Nachzuchten in gute Hände vermittelt werden können, desto weniger müssen die Leute auf Farmzuchten zurückgreifen !!! Aber trotzdem nicht übertreiben ... immer nur eine Anzahl nachzüchten von der man der Meinung ist, dass sie auch problemlos in gute Hände vermittelt werden kann (siehe meinen "kleinen Hinweis" weiter unten). 

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Was muss ich als Anfänger beachten, wenn ich gerne

Grüne Leguane bei mir zuhause halten möchte?

Antwort (von Stefan Lenhart):

 

Wenn man sich unbedingt Grüne Leguane als Haustiere anschaffen möchte, dann sollte man generell folgende Punkte bedenken und beachten.

 

Das Allerwichtigste: Man sollte sich auf alle Fälle bereits vor der Anschaffung so viele Kenntnisse wie möglich über die Haltungsanforderungen dieser Tiere aneignen. Siehe hierzu vor allem auch weiter unten "Gesamtkosten der Haltung von Iguana iguana im Laufe eines kompletten Leguanlebens". 

 

Wer diesen Text hier liest, der ist ja lobenswerterweise gerade schon dabei sich grob zu informieren. Infos u.a. zur Größe des Terrariums findet man sowohl auf dieser Homepage (siehe Kapitel "Haltung"), als auch im Buch "Der Grüne Leguan" von Gunther Köhler - ISBN 3-9802892-9-X / Herpeton-Verlag: E-Mail: herpeton@t-online.de ), oder in dem im Sommer 2009 herausgegebenen Fachbuch "Grüne Leguane" (Autoren Schardt, Mutschmann, Werning - Natur und Tier-Verlag). 

 

Hier auf "Interessante Videos" kann man sich übrigens auch einen ca. 15 Min. langen Clip anschauen (Quelle: Youtube), der die hohen Haltungsanforderungen für Iguana iguana sehr gut verdeutlicht.

 

Bitte bei der Planung der Terrariengröße unbedingt auch an die Regel "je größer desto besser" denken!

 

Das Buch von Gunther Köhler (3. Auflage 1998) kostet EUR 29,70 und ist meiner Meinung nach immer noch mit eines der besten Fachbücher auf dem deutschsprachigen Markt, wenn's um die tiergerechte Haltung von Grünen Leguanen geht.

 

Das andere, im Sommer 2009 erschienene Fachbuch "Grüne Leguane" von den Autoren Schardt, Mutschmann und Werning basiert aber selbstverständlich auf einem wesentlich neueren Kenntnisstand. In rund 11 Jahren kann sich ja schon so einiges ändern. Insbesondere die gewonnenen neuen Erkenntnisse bzgl. einer tiergerechten Ernährung von Iguana iguana, aber nicht zuletzt auch neue Erkenntnisse bzgl. der zu verwendenden Terrarientechnik, Krankheiten und Therapiemaßnahmen etc.

 

Kurz: Eines der vorgenannten Bücher (.. oder beide ...) ist somit eine absolute Pflichtlektüre für jeden Iguana-Halter - ganz egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi - auch wenn das Kapitel "Ernährung" im Buch von Gunther Köhler nicht mehr den heute vorliegenden Erkenntnissen entspricht (= tierisches Eiweiß ist für die Ernährung von Grünen Leguanen nicht erforderlich, auch nicht "als gelegentliche Zugabe").

 

Man sollte dem Leguan/den Leguanen ausreichend Platz bieten können (weitere Infos siehe auf meiner Homepage unter "Haltung").

 

Die Haltung von Leguanen kostet im Laufe der Jahre so einiges an Geld ( Strom-,  Wasser- und Futterkosten, Kosten für Wartung und Instandhaltung der Terrarientechnik, eventl. Tierarztkosten) und sie kostet Tag für Tag viel Zeit für die tägliche Reinigung des Terrariums, tägliche Fütterung, Wasserwechsel, Sprühen wegen der Luftfeuchtigkeit bzw. Einsatz einer Beregnungsanlage u.v.m. 

 

Bei meinem Kellerterrarium und bei meinen 3 erwachsenen Leguanen lagen die monatlichen Kosten (inklusive allem!!) in den Jahren 1996/1997 bei ca. EUR 90,00.

 

Grüne Leguane können, bei guter Pflege im Terrarium, locker ein Lebensalter

von über 20 Jahren erreichen. Was mache ich mit meinen Tieren wenn ich einmal in Urlaub fahren möchte/wer wird bzw. kann sich dann um die Leguane kümmern ?

 

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2017. Die Preise für Strom sind seit 1996 um mehr als 40% gestiegen (... mit Tendenz ".. weiterhin steigend ...!) d.h. hätte ich heute noch Grüne Leguane, dann müsste ich pro Monat mindestens mit ca. EUR 100,00 nur an reinen Stromkosten rechnen (... d.h. dazu kommen dann selbstverständlich noch die Kosten von ca. EUR 50,00 pro Monat für Futter, Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Austausch von Leuchtmitteln, Wasser, tierärztliche Versorgung etc. ...).

 

Betrachtet man sich also die Gesamtkosten der Iguanahaltung über einen Zeitraum

von 20 Jahren (= ein ganzes Leguanleben lang ...!), dann kommt man auf die beeindruckende Summe von über EUR 35.000,00 !

 
Und darüber muss/sollte man sich bereits vor der Anschaffung dieser "Haustiere" absolut im Klaren sein !!

 

Die tiergerechte Pflege von Iguana iguana (... und auch die tiergerechte Pflege von vielen anderen Reptilienarten ...) ist also ganz sicher ganz und gar nichts für Leute mit einem "... eher schmalen Geldbeutel ...".

 

Man muss zudem dazu bereit sein, seinen Grünen Leguanen auch langfristig optimale Haltungsbedingungen in menschlicher Obhut bieten zu können. Es läuft übrigens keineswegs immer alles "reibungslos" ab, bei der Haltung dieser Großechsen - oft kommt es zu massiven Problemen mit Streitigkeiten/Beißereien, Krankheiten etc. - das lässt sich leider nicht vermeiden.

 

Da muss man als Leguanpfleger eben durch! Ich würde jedem Iguanahalter auch dringend empfehlen, dass er schon von Anfang an eine Möglichkeit schaffen sollte, um seine Tiere, falls erforderlich, sofort voneinander trennen zu können (= ein separates Terrarium muss verfügbar sein!).

 

Wenn man mit der Haltung von Grünen Leguanen anfangen möchte, dann "sollte" man sich meiner Meinung nach für den Kauf von 2-3 Jungtieren (* siehe hierzu aber auch meinen Hinweis etwas weiter unten = Risiko! - Stichwort: "zuverlässige Geschlechtsbestimmung") aus einer deutschen Nachzucht entscheiden

(d.h. falls man heutzutage überhaupt noch einen deutschen Züchter von Iguana iguana findet).

 

Vorteile von Nachzuchten eines seriösen Züchters gegenüber den im einschlägigen Zoofachhandel angebotenen "Farmzuchten" (= Importtiere von mittel-und südamerikanischen Zuchtfarmen):

 

> Die Tiere gehen besser an das Futter

> sie sind weniger anfällig gegen Stress

> sie sind den Umgang mit Menschen bereits von Anfang an gewohnt

> sie sind weniger anfällig für Krankheiten

 

Die Aufzucht der Leguanbabys macht auf jeden Fall viel Spaß und bereitet, wenn man einige Grundregeln beachtet, in der Regel auch keine großen Probleme. Auch die anfallenden Kosten für die Pflege von 2-3 Leguanen fallen gegenüber einem Einzeltier kaum ins Gewicht.

 

Ausreichend Platz benötigt man sowieso wenn man sich Leguane halten möchte. Da ist es an sich egal ob man in einem Terrarium v. mindestens 250x150x200 cm ein einzelnes Tier oder 2 bis 3 Tiere hält (... wobei ich für 3 Tiere schon Maße ab ca. 350x200x220-250 cm - Länge x Tiefe x Höhe - in Erwägung ziehen würde).

 

Wenn man jetzt bereits Abstriche machen muss, weil man eventuell nicht genügend Platz zur Verfügung hat, dann sollte man das mit der Haltung von Grünen Leguanen meiner Ansicht nach gleich ganz sein lassen bzw. nochmals sehr gründlich überdenken. Bitte auch den Platz für die Planung eines "Ausweichterrariums" im Hinterkopf behalten.

 

* Wichtiger Hinweis bzw. "der riskante Haken" bei der Anschaffung

von 2-3 (... oder noch mehr ...) Jungtieren:

 

Erst ab einem Alter von ca. 12 Monaten kann man bei Grünen Leguanen einigermaßen sicher das Geschlecht bestimmen! Sollte sich dann also herausstellen, dass man 2 oder sogar 3 Männchen hat, bleibt einem leider nichts anderes übrig, als sich von einem oder zwei der Tiere zu trennen. Die Haltung von 2 oder mehreren Männchen von Iguana zusammen in einem Terrarium geht auf Dauer nicht gut ( ... Streitigkeiten, Verletzungen, Unterdrückung des schwächeren Artgenossen).

 

In letzter Zeit werden auch (leider) immer mehr erwachsene (adulte) oder halberwachsene (semiadulte) Grüne Leguane auf dem "Markt" angeboten (siehe z.B. in diversen Terraristik-Kleinanzeigen wie u.a. im Tiermarkt von www.dhd24.de oder auch im Forum der DGHT unter http://www.dght-foren.de/forum/sonstiges/tiere-in-not-kostenlos-abzugeben).

 

Oft sind das Leute die ihre Tiere, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr pflegen können und sie deswegen zwangsläufig abgeben müssen/wollen.

 

Nun, so hart wie sich's vielleicht anhört, aber in solch eine Situation kann jeder von uns geraten - sei es aus beruflichen, gesundheitlichen, finanziellen oder sonstigen Gründen - machen wir uns nichts vor. Deswegen sollte sich jeder "Neuling", der sich unbedingt Grüne Leguane anschaffen möchte u.a. auch überlegen ob er solchen Leguanen nicht ein gutes Zuhause bieten kann.

 

Ich persönlich finde das immer noch besser als einfach in den nächsten Zooladen zu laufen und sich Jungtiere aus "Farmzuchten" zu kaufen.

 

Das einzige, dass man beim Kauf von halberwachsenen/erwachsenen Grünen Leguanen meiner Ansicht nach beachten sollte:

  

Die Tiere sollten (.... natürlich gesund) und wenigstens einigermaßen an den Umgang mit Menschen gewöhnt sein d.h. Leguane sollten auf keinen Fall aggressiv auf ihren Pfleger losgehen.

 

Bei Grünen Leguanen die regelmäßig um sich beißen und wild mit dem Schwanz nach ihrem Pfleger schlagen empfehle ich nur eins: FINGER WEG !!! Wenn man sich solche aggressiven Großechsen ins Haus holt tut man sich selbst (und anderen Familienmitgliedern) letztendlich keinen Gefallen.

 

Ganz im Gegenteil: So macht die Pflege von Grünen Leguanen auf Dauer einfach keinen Spaß.

 

Es gibt sicherlich noch so manches zu diesem Thema zu sagen, mehr fällt mir momentan aber leider nicht dazu ein. Bitte lesen Sie sich wegen weiterer Informationen doch einfach einmal meine komplette Webseite durch ... das kostet zwar etwas Zeit, es lohnt sich aber auch.

 

Ich denke wenn man die verschiedenen Kapitel gelesen hast, dann hat man schon eine vage Idee, was da alles auf einen zukommt und kann schließlich entscheiden ob man diese wunderschönen Echsen halten möchte/kann ... oder eben nicht.

 

Ich finde es auf jeden Fall prima, wenn man sich bereits vorher informiert. Das ist bei vielen Neulingen die sich für die Pflege von Reptilien interessieren leider nicht immer der Fall.

 

Manche schaffen sich Grüne Leguane oder irgendwelche anderen exotischen Viecher an, fragen dann erst hinterher wie sie eigentlich gehalten werden und wundern sich anschließend auch noch wenn es zwangsläufig zu gravierenden Problemen kommt (... "Abenteuer", die für die armen Tiere leider sehr häufig tödlich enden!).

 

Dafür habe ich null Verständnis !! 

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- Mein Grüner Leguan verweigert die Nahrung - was kann das sein?

Antwort (von Stefan Lenhart):

 

Eine Nahrungsverweigerung bei Grünen Leguanen kann verschiedene Ursachen haben. Normal ist diese z.B. während der Paarungszeit (Männchen) und (weibliche Tiere) während der Trächtigkeit (ca. 2-3 Wochen vor der Eiablage).


Weitere Ursachen, die in Frage kommen und vom Halter zu prüfen sind:

 

- die Haltungsbedingungen sind nicht in Ordnung (zu niedrige Temperaturen im Terrarium, schlechte Beleuchtung, falsches/ungeeignetes Futter)

- der Leguan fühlt sich durch irgendetwas enorm gestresst (mögliche Gründe hierfür können sein: Keine oder kaum Rückzugsmöglichkeiten aufgrund eines viel zu kleinen Terrariums, häufiges Anfassen, häufigen Hantieren im Terrarium, unmittelbar nach einem erfolgten Umzug d.h. eventl. ein neuer Halter, neues Terrarium, neues Umfeld, andere/abweichende Haltungsparameter etc.)

- die Nahrung wird aufgrund einer vorliegenden Erkrankung verweigert (Ekto- und/oder Endoparasitosen, bakterielle Infektionen, Gicht etc.)

  

Man muss also einfach mal selbst prüfen, welche der oben aufgeführten Ursachen möglicherweise in Frage kommen könnten. Grüne Leguane werden z.B. leider recht häufig bei viel zu kühlen Temperaturen gehalten.

 

Auf meiner Webseite habe ich u.a. unter "Haltung" etwas zu den erforderlichen Temperaturwerten geschrieben (siehe "Stoffwechsel von Iguana iguana" unter dem Punkt "Beleuchtung").

 

Wenn es im Terrarium lediglich 25-26°C warm ist, dann können die Verdauungsfunktionen bei Grünen Leguanen nicht optimal ablaufen, was letztendlich zu einer reduzierten oder ausbleibenden Futteraufnahme führt.

 
Auch eine falsche Ernährung kann durchaus als Ursache für eine Nahrungsverweigerung in Frage kommen (bitte trotzdem ausschließlich pflanzliche Kost anbieten!!).

 

Mehr Details zum Thema "Ernährung v. Iguana" gibt's hier.


Sollte der begründete Verdacht bestehen, dass eine Erkrankung als Ursache dahintersteckt, dann muss das betroffene Tier unverzüglich einem "reptilien- bzw. leguankundigen" Tierarzt vorgestellt werden. 

 

Siehe Auflistung "AGARK - Tierärzte in ihrer Region".

 

Wurden denn gleich nach der Anschaffung des Grünen Leguans (also während der Quarantäne!!) Kotproben auf mögliche Parasiten (Flagellaten, Nematoden etc.) untersucht? Falls nicht, dann sollte dieses umgehend nachgeholt werden.

 

Jegliche "Zwangsernährungsmaßnahmen" sollten ausschließlich von einem reptilien- bzw. leguankundigen Tierarzt durchgeführt werden! Denn nur er kann nach einer vorherigen Untersuchung des Leguans beurteilen, ob diese überhaupt erforderlich sind oder nicht. 


Grüner Leguan in Costa Rica - Schnappschuss von Dieter Klössing
Grüner Leguan in Costa Rica - Schnappschuss von Dieter Klössing