Ernährung von Iguana iguana


Was muss man bei der (tiergerechten) Ernährung von Grünen Leguanen beachten ?


Bei der Aufstellung eines Fütterungskonzepts für Grüne Leguane sollte man grundsätzlich beachten, dass diese Tiere in erster Linie Vegetarier sind, deren Gesundheit von einer ausgewogenen und ballaststoffreichen pflanzlichen Kost abhängt. 

 

Dafür ist alleine der Pfleger verantwortlich !!! 

 

Natürlich sind Grüne Leguane als "potentielle Allesfresser" stets gerne dazu bereit auch eine Vielzahl von anderen Nahrungsmitteln (z.B. Hunde- u. Katzenfutter, Käse, Fleischwurst, Kuchen, Nudelsalat, Pizza etc.) anzunehmen - doch man sollte sich dann nicht wundern, wenn so eine falsche Ernährung mittel- und langfristig zu schweren gesundheitlichen Schäden führt (z.B. Gicht, Arteriosklerose, Fettleber u.a. Stoffwechselerkrankungen), die mit dem frühzeitigen Tod des Leguans enden können.

 

Die Nahrung meiner "Grünen" besteht, wie im Buch „Der Grüne Leguan“ von Gunther Köhler beschrieben, zum größten Teil (ca. 80%) aus Blättern,

Kräutern, und Keimlingen.

 

Von Frühjahr bis Herbst erhalten meine Tiere vorwiegend pflanzliche Nahrung von der Wiese, aus dem Garten und aus der Kräuterspirale z.B. Vogelmiere, Brennessel, Klee, Löwenzahn, Kapuzinerkresse, Spitz- und Breitwegerich, Taubnessel, Milchdistel, Blätter vom Haselnussbaum, Zitronenmelisse, Zaun- und Ackerwinde, Pimpinelle, Gänseblümchen, Himbeerblätter, Holunderblätter, Birkenblätter, Blätter v. wildem Wein, Blätter vom Kirschbaum, Basilikum, Petersilie, Sauerampfer (nur in geringen Mengen aufgrund des hohen Gehalts an Oxalsäure) u.a.

 

Falls mir während dieser Zeit frische Salate (Eichblattsalat, Endivie, Ruccola etc.) aus dem Handel oder vom Wochenmarkt „in die Hände fallen“, verfüttere ich diese, um etwas Abwechslung „in die Speisekarte“ zu bringen, selbstverständlich auch an meine Leguane.

 

Wenn jemand von April bis Oktober seinen "Grünen" immer nur Löwenzahn verabreicht, ist das auch nicht gerade das „Nonplusultra“ einer tiergerechten Ernährung. Man muss/sollte als Halter immer versuchen, die Tiere so abwechslungsreich wie möglich zu füttern.

 

Mehr potentielle Pflanzen zur abwechslungsreichen Ernährung von Iguana, auf die ich gerne zurückgreife, findet man im Internet unter der Adresse http://www.doxon.de/Iguana/set2.htm (das ist die Webseite von Monika Hansjürgens).

 

In den Wintermonaten weiche ich notgedrungen auf Endiviensalat, Feldsalat, Ruccola und diverse andere im Handel erhältliche Blattsalate aus. Ein vitaminreiches Sprossen- und Keimlingsgemisch (besteht hauptsächlich aus Alfalfa, Mungobohnen und Brunnenkresse) verfüttere ich jedoch nicht nur während den Wintermonaten, sondern das ganze Jahr hindurch.

 

Geeignete Keimgeräte kann man bei diversen Anbietern kaufen - z.B. hier: http://www.avogel.de/shop/produkte/keimgeraet.php

 

Etwa 10% des Nahrungsanteils besteht aus geraspelten (oder in kleine Würfel geschnittenen) Karotten.

 

Ca. 5% aus in Stückchen (kleine Würfel) geschnittenem oder geraspeltem Gemüse (hauptsächlich Zucchini, aber ab und zu auch Paprika, Brokkoli, Tomate etc.– wobei Tomaten sich nicht gerade großer Beliebtheit bei meinen Leguanen erfreuen). Der Anteil von Früchten (z.B. Apfel, Birne, Banane, Pfirsich, Aprikose, Weintraube etc.) macht höchstens 1-2% aus.

 

Hinzu kommt in etwa ½ Teelöffel (= max. ca. 1 g) einer Mischung (Verhältnis 1:1) aus Vitakalk und Calciumcitrat. 

 

In letzter Zeit verabreiche ich immer öfter nur noch Calciumcitrat (max. 1 Teelöffel).

 

Anstelle von Calciumcitrat kann man natürlich auch fein zerriebene Sepiaschale verwenden.

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GENERELLE TIPPS ZUR FUTTERZUBEREITUNG

 

Das komplette Futter wird vor der Verabreichung an die Leguane immer in einer Schüssel kräftig durchgemischt.

 

Eine angerichtete Mahlzeit wie in einem 4 Sterne-Restaurant bei der Möhrchen, Obststückchen etc. separat auf einem Teller "arrangiert" werden ist für die Fütterung von Grünen Leguanen meiner Meinung nach nicht geeignet.

 

Warum nicht ? Weil die Leguane sich dann nur die Futterbestandteile herauspicken, die sie gerne fressen und den Rest unbeachtet liegen lassen. Also deshalb das Futter immer kräftig durchmischen. ;-)

 

Bei den Vitaminen A, D, E und K handelt es sich ja bekanntlich um fettlösliche Vitamine. Daher ist die Beimischung von etwas Pflanzenöl (z.B. Livio "Vitaminpflanzenöl" mit den Vitaminen A, D und E) ca. 1 mal pro Woche unter das Futter (ca. 1/2 Teelöffel auf eine große Futterschüssel) meiner Ansicht & persönlichen Erfahrung nach nicht verkehrt.

 

Ich habe bisher (= über 2 Jahre) gute Erfahrungen damit gemacht. Das ganze wirkt sich zudem auch sehr positiv auf das Verdauungssystem der Leguane aus.

 

Siehe hierzu auch Kapitel "Vitamine & Co.".

 

In meinem Terrarienkeller habe ich, wie bereits weiter oben erwähnt, zusätzlich noch immer eine Schale mit zerstoßenen Sepiaschalen (max. Partikelgröße ca. 5 mm) für meine Leguane bereitstehen. Vor allem während der Trächtigkeitsphase nehmen meine Weibchen diese "zusätzliche Calciumquelle" gerne in Anspruch. Doch auch mein Männchen vergreift sich ab und zu daran. Sepiaschalen sind preisgünstig und können normalerweise in jedem Zoofachhandel gekauft werden.

 

Außer dem erwähnten Vitakalk-Calciumcitratgemisch (bzw. ausschließlich Calciumcitrat) erhielten meine Tiere (in den Sommermonaten etwa alle 4-6 Wochen / in den Wintermonaten 1 mal pro Woche) damals das Vitaminpräparat * Multimulsin (Hersteller: Mucos, Geretsried - erhältlich ohne Rezept in der Apotheke; Tube mit 50 g Emulsion kostet ca. 9,50 EUR) in einer Dosierung von ca. 30-50 IE D3/Kg Körpermasse. Eine höhere Dosierung vom Vitamin D3 ist meines Erachtens nicht erforderlich bzw. zu riskant (aufgrund der Gefahr einer Hypervitaminose D3).

 

* Kurze Anmerkung zu Multi-Mulsin/29.06.2003: Seit einiger Zeit ist das Vitaminpräparat Multi-Mulsin N leider nicht mehr im Handel erhältlich. Unter Bezugnahme von Empfehlungen seines leguankundigen Tierarztes bzw. anderen erfahrenen Pflegern v. Grünen Leguanen sollte man daher auf ein anderes Vitaminpräparat ausweichen. Weitere Informationen findet man auch unter der Rubrik "Vitamine & Co." auf meiner Homepage.

 

Vitakalk gibt es in Deutschland in fast jedem Zoogeschäft, Calciumcitrat bekommt man normalerweise „auf Bestellung“ in der Apotheke; 100 g kosten bei uns ca. 10,00 EUR.

 

Ich persönlich bin von jeglichen zusätzlichen Vitaminpräparaten etc. eher weniger begeistert - sehr leicht kommt es hierbei zu Überdosierungen nach dem Motto "je mehr man davon draufmacht, desto besser für den Leguan".

 

Bei herbivoren (= pflanzenfressenden) Reptilien ist es zudem relativ einfach die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe rein durch eine abwechslungsreiche Ernährung zuzuführen.

 

Was sich alles an Vitaminen und Mineralstoffen in den verschiedenen Nahrungsbestandteilen befindet kann man hervorragend im Buch 

"Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle" nachlesen.

 
Dieses Buch erscheint im GU Verlag und kostet rund EUR 15,00 (ISBN 9783833847974).

 

Das Calcium-/Phosphorverhältnis der Nahrung von Grünen Leguanen sollte in etwa 1,3 : 1,0 betragen.

 

Noch mehr Details bezüglich möglicher Futterpflanzen für die Ernährung von Grünen Leguanen findet man unter http://www.doxon.de/Iguana/set2.htm.

 

Viele hervorragende Informationen zur Ernährung von pflanzenfressenden Reptilien findet man unter nachfolgendem Link (= PDF-Dokument) - dort geht es zwar in erster Linie um eine tiergerechte Ernährung von Landschildkröten, aber manche dieser Informationen lassen sich auch direkt auf die Ernährung von

Grünen Leguanen übertragen: Ernährung Landschildkröten

 

ACHTUNG: In "der freien Natur" gibt es leider auch sehr viele giftige Pflanzen. Man sollte also darauf achten und seinen Leguanen nur solche Futterpflanzen geben, bei denen man sich 100%ig sicher ist.

 

Näheres siehe unter http://www-vetpharm.unizh.ch

 

Wegen weiteren Infos über die Inhaltsstoffe von Vitakalk und Korvimin ZVT 

siehe: Vitamine & Co.

 

Noch ein kleiner Tipp von mir für die Wintermonate: Wenn man den entsprechenden Platz hat, kann man versuchen stabile Pflanzen von Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich etc. in Pflanzkübel bzw. Eimer zu setzen um sich somit einen kleinen Vorrat für über den Winter anzulegen.

 

Der Raum, in den diese Pflanzkübel bzw. Eimer gestellt werden, sollte allerdings entsprechend hell sein und in etwa eine Temperatur von ca. 18 - 20 °C haben. Optimal wäre z.B. ein Wintergarten.

 

Etwas Experimentierfreude wird aber sicherlich in Form von saftigem Grün während der Winterzeit belohnt. :-) 


Schüssel mit Futtermischung

 

 

 

Hier auch mal noch ein Beispiel wie so  eine Futterschüssel 

(= Wintermischung") bei mir dann in etwa aussieht: Einfach links auf das Bild klicken.

  

 

 

 

An diesem Tag gab's ein Gemisch aus Ruccola, Endivien- und Feldsalat, Keimlinge vom Weizen, Alfalfa und Kresse, fein gewürfelten Karotten, 1/2 Teelöffel Vitaminpflanzenöl von "Livio" und ½ Teelöffel Calciumcitrat.

 

Gleich daneben steht übrigens auch die Trinkwasserschale meiner Leguane.