Meine Gedanken zur Reptilienhaltung


Was mir zum Thema "Reptilienhaltung im Allgemeinen" sonst noch so durch den Kopf schiesst ... !

Vorsicht ... es folgt jede Menge Text! Beim Lesen kann es zudem vorkommen, dass eine leichte Schnappatmung eintritt ... diese verschwindet beim Weiterlesen in der Regel aber von selbst wieder. ;-)

 

Mein Frustrationspegel hat mittlerweile, nach über 18 Jahren "Interneterfahrung" (... und 

30 Jahren praktischer Erfahrung mit der Haltung und Zucht von Reptilien ...), eine neue Höchstgrenze erreicht.

 

Während dieser Zeit hat sich an der Einstellung vieler "Tierfreunde" leider

kaum etwas geändert.

 

Ganz im Gegenteil: Ich habe den Eindruck, dass die Situation bei der privaten Haltung von Reptilien/Amphibien heutzutage wesentlich schlimmer geworden ist.

 

Die Gleichgültigkeit, Respektlosigkeit und nicht selten auch Dummheit der Menschen, nimmt meiner Meinung nach von Jahr zu Jahr immer mehr zu.

 

Diverse Reptilien- und/oder Amphibienarten (aber genau so auch "normale" Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen etc.) werden ohne jegliche Vorkenntnisse "von heute auf morgen" gekauft und anschließend "mehr schlecht als recht" zuhause gehalten ...  weil's nun mal "geil" ist oder weil man dann im Freundes- und Bekanntenkreis als besonders "cool" gilt.

 

Die Einhaltung der, je nach Art, unterschiedlichen Haltungsparameter, spielt für solche Leute hingegen überhaupt keine Rolle.

 

Die "große Ahnungslosigkeit", mit der sich viele an das umfangreiche und interessante Hobby "Terraristik" heranwagen, ist mehr als erschreckend und dass, obwohl jeder von uns mittlerweile problemlos detaillierte Informationen zur tiergerechten Haltung diverser Reptilienarten sowohl in ganz hervorragenden Fachbüchern als auch auf einigen sehr guten Internetseiten abrufen kann.

 

Das scheint aber niemanden so recht zu interessieren bzw. das Lesen von solchen Haltungsberichten und/oder ein Studium von Fachliteratur ist vielen zu anstrengend und würde ja fast schon "in Arbeit ausarten".

 

Diese "Vollpfosten" mögen es lieber etwas bequemer, kaufen sich "von jetzt auf sofort" die unterschiedlichsten Tiere im Zoohandel oder auf diversen Börsen (Tier-/Reptilienbörsen = übrigens "ein ganz spezielles Kapitel für sich" - siehe weiter unten) und sperren diese dann frei nach dem Motto "mal gucken, wird schon irgendwie gehen" in irgendeinen schnell zurecht gemachten Glaskasten, in eine OSB-Kiste oder in irgendeinen Behälter der Marke "Schuhschachtel".

 

Ich werde auch nie verstehen, warum irgendwelche ahnungslose & naive Zeitgenossen regelmäßig diverse Reptilien und Amphibien aus schlechter Haltung "retten" müssen, nur um diese armen Tiere dann anschließend unter mindestens genauso beschissenen Bedingungen, oder zum Teil noch beschisseneren Bedingungen, bei sich zuhause weiter zu "pflegen" .... bzw. die Aussage "... weiter zu quälen ..." trifft es in solchen Fällen wohl eher.

 

Wenn's dann (... wie in den allermeisten Fällen ...) nicht gut geht, ist das Gejammere, Blablabla, Hilfe-Hilfe-Gerufe etc. in einigen der mittlerweile zahlreich vertretenen Terraristik-/Reptilienforen ... und/oder in per E-Mail versendeten Nachrichten (die dann gerne noch als "eilig/dringend" markiert werden), manchmal kaum 

noch zu ertragen ...

 

Mein seit nunmehr über einem Jahrzehnt geschalteter Aufruf ...

 

+++ BITTE INFORMIERT EUCH UNBEDINGT BEREITS VOR DER ANSCHAFFUNG DES TIERS/ODER DER TIERE ÜBER DEREN HALTUNGSANFORDERUNGEN !! +++

 

... hat bisher auch niemanden von diesen "Reptilienfreunden" wirklich interessiert.

 

Sei's drum ...... in Anbetracht der aktuellen Situation habe ich für strikte Maßnahmen wie "Verbot der Haltung gefährlicher Tiere in "XY" ist Gesetz!" schon ein gewisses Verständnis.

 

Was ich nun bereits seit etlichen Jahren erlebe (persönliche Kontakte, Internet, Reptilienbörsen, Diskussionsforen) macht meine persönliche Einstellung, was die Haltung von Reptilien/Amphibien in Privathand betrifft, immer "radikaler". Hätte ich in Deutschland etwas zu sagen, dann würde ich die private Haltung solcher Tiere am liebsten 

generell verbieten.

 

Ausnahmen hiervon würde es lediglich dann geben, wenn private Halter ihre Fachkompetenz bzgl. der Pflege von sogenannten "Exoten" sicher und kontinuierlich in Theorie und Praxis nachweisen können (... und Fachleute die sich schon seit Jahren vorbildlich um ihre Tiere kümmern hätten dann, was ihr Hobby betrifft, ja auch rein gar nichts zu befürchten ... viele andere hingegen, die meinen sie müssen sich vorab gar nicht oder nur vage über die Anforderungen ihrer tierischen Hausgenossen informieren, könnten die Idee der Pflege von Schlangen, Echsen & Co. gleich von Anfang an "komplett in die Tonne treten").

 

Zusätzlich würde es mehrmals im Jahr (... unangekündigte ...!) Kontrollen der privaten Tierbestände durch speziell hierfür geschultes Fachpersonal

von Naturschutzbehörden geben.

 

Jaja liebe Leserinnen und Leser ich weiß ... Dinge/Sachverhalte/Probleme, die man anderweitig (... aus welchen Gründen auch immer ...) nicht mehr "in den Griff bekommt" einfach komplett zu verbieten, ist so eine typisch deutsche Charaktereigenschaft :-) ... mir ist auch durchaus bekannt, dass es von dem weiter oben erwähnten "geschulten Fachpersonal bei Naturschutzbehörden" bereits jetzt schon viel zu wenige gibt ...es mangelt uns auch heutzutage gar nicht mal an entsprechenden gesetzlichen Vorgaben, sondern in den meisten Fällen eher an deren Umsetzung durch den Vollzug.

 

Ein Verbot würde zudem wohl sicher auch zu einer Förderung der illegalen Haltung führen. Also keine Angst ... ich werde aller Voraussicht nach in Deutschland niemals "etwas zu sagen" haben und habe die obige Aussage "... private Haltung generell verbieten ..." ganz bewusst "etwas provokativ" formuliert ... also sei hiermit Entwarnung gegeben ;-).

 

Wie dem auch sei, ein erster, meines Erachtens recht vernünftiger Schritt, um die aktuelle prekäre Situation (... auch ganz ohne jegliche Haltungsverbote ...) wieder "mit gesundem Menschenverstand" in den Griff zu bekommen, wären massive Erschwerungen des Erwerbs von Reptilien & Co. d.h. das Ende von Exotenbörsen, auf denen sich jeder Depp alles an Tieren kaufen kann, was sein Herz begehrt. Das gleiche müsste/sollte möglicherweise dann auch für den Verkauf von exotischen Haustieren in Zoofachgeschäften gelten.

 

Hierzu eine kurze (... aber wahre !...) Geschichte aus meinem Leben:

 

Als ich im Jahr 1987 mit der Reptilienhaltung als Hobby anfing, gab's weder Internet (d.h. kein Hin-und-Her-Geschreibsel in irgendwelchen Reptilienforen), noch Exotenbörsen. Auch das Angebot in Zoofachgeschäften an Reptilien & Co. hielt sich damals "ziemlich in Grenzen". Es gab aber sehr wohl schon gute Fachliteratur zur Herpetologie und Terrarienkunde und es gab die DGHT (Deutsche Gesellschaft für Herpetologie und Terrarienkunde e.V.). Dieser Verein brachte zu jener Zeit 4 x pro Jahr das sogenannte "Anzeigenjournal" heraus. In diesem konnten sich Vereinsmitglieder gezielt (sortiert nach wissenschaftlichen Namen diverser Arten bzw. sortiert nach der Postleitzahl) nach Anzeigen privater Züchter von verschiedenen Reptilien- und Amphibienarten umschauen. Als ich mich dann im Jahr 1988 für den Erwerb von Kornnatter-Nachzuchten interessierte (Pantherophis guttatus - damals noch Elaphe guttata ;-)), nahm ich telefonisch Kontakt zu einem privaten Züchter aus Wiesbaden auf.

 

Dieser hinterfragte bereits am Telefon meinen Kenntnisstand in Bezug auf die zu erfüllenden Haltungsanforderungen für diese Tiere.

 

Auch bei Abholung der Nachzuchten musste ich ihm vor Ort nochmals Rede und Antwort stehen (Terrariengröße, Temperatur, Einrichtung, Beleuchtung, Verfügbarkeit von Futtertieren, Quarantänemaßnahmen). Anscheinend war er mit meinen Antworten zufrieden gewesen, denn ich konnte seine Jungtiere mitnehmen. Hätte ich hingegen von der Haltung dieser Schlangenart gar keine bzw. zu wenig Ahnung gehabt, dann hätte dieser Züchter damals keine Tiere an mich abgegeben!

 

Was ich mit dieser Geschichte jetzt sagen will? Nun, vielleicht nur, dass diese "alten Zeiten" ja gar nicht mal so schlecht waren!  :-) Aber auch damals gab es natürlich schon Menschen, denen das Geld in der Tasche stets wichtiger war, als das Wohlergehen ihrer Tiere.

 

Als zweiten Schritt sehe ich die regelmäßige, strenge und unangekündigte Durchführung von Bestandskontrollen bei (ausnahmslos) allen Privatzüchtern- und Haltern.

 

Grundvoraussetzung für diese Vorgehensweise wäre dann natürlich auch die Verabschiedung einer gesetzlichen Meldepflicht der Tierbestände bei den jeweils zuständigen Naturschutzbehörden, die ohne Einschränkungen, mit sofortiger Wirkung für alle (Haus-) Tiere gelten müsste.

 

Ein wichtiger Punkt muss zudem auch jedem von uns klar sein: Die von der einschlägigen Presse und von diversen Tierschutzorganisationen beschriebene Problematik "katastrophale Tierhaltung, Erfüllung von Kriterien der Tierquälerei etc.", beschränkt sich auf gar keinen Fall nur auf die Haltung der vielzitierten "exotischen" Haustiere!

 

Siehe auch meinen Kommentar weiter unten zur Aussage der Organisation "Vier Pfoten" in Bezug auf die Tiermesse Exotika: "Wahre Tierfreunde holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause ...").

 

So eine allgemeine und dümmliche Aussage einer Tierschutzorganisation ist, mit Verlaub gesagt, kompletter Bullshit!!

 

Jetzt aber wieder zurück zu den Reptilien: Ich persönlich habe mir bisher immer wenn mich eine Reptilien- bzw. Tierart besonders interessierte zuallererst einmal ein (Fach-) Buch darüber gekauft (... oder ausgeliehen), um mich über die Haltungsparameter der entsprechenden Art zu informieren.

 

Sehr oft stellte sich dann heraus, dass ich die Haltungsanforderungen entweder gar nicht oder nur teilweise erfüllen konnte und so musste ich "schweren Herzens" auf die Anschaffung einer Echse oder einer Schlange verzichten .... so war es nun leider mal !

 

Die Zeiten haben sich inzwischen aber gründlich geändert .... meines Erachtens aber leider nicht zum Guten, sondern zum Schlechten.

 

Ich denke jeder bzw. jede der/die sich einigermaßen gut mit Haltungsanforderungen von Reptilien in menschlicher Obhut auskennt und sich mit "eingeschaltetem gesunden Menschenverstand" die unzähligen, teilweise erschreckenden Beiträge in diversen Reptilienforen anschaut, wird mich bestimmt ein kleines bisschen verstehen.

 

Wenn ich mir die eine oder andere "Flachzange" unter den Haltern von Reptilien/Amphibien betrachte, dann muss man schon eine gehörige Portion an Geduld, Verständnis und Fingerspitzengefühl aufbringen, um entsprechend damit umgehen zu können und stets sachlich zu argumentieren bzw. zu reagieren.

 

Ich selbst bringe diese Geduld, das Verständnis und auch das Fingerspitzengefühl solchen "Tierfreunden" gegenüber schon lange nicht mehr auf ... deswegen halte ich mich mit meinen persönlichen Kommentaren in allen Internet-Diskussionsforen und/oder Facebook-Gruppen sehr zurück (... und denke mir meinen Teil lieber ...).

 

Sich darauf zu beschränken "lediglich im Internet zu googeln", um sich über die Pflege einer bestimmten Reptilienart zu informieren, reicht meines Erachtens bei weitem nicht aus. Jeder der z.B. schon mal ein Chamäleon über 14 Tage gepflegt hat, ohne dass es während dieser Zeit tot vom Ast gefallen ist, kann im Internet schon problemlos seine eigenen "schier unermesslichen" Haltungserfahrungen auf seiner Homepage veröffentlichen.

 

In vielen Terraristik-/Reptilienforen "beraten" mittlerweile Anfänger, die ihre Reptilien selbst erst seit wenigen Wochen pflegen, mit wachsendem Eifer andere Anfänger. Die Qualität solcher Informationen aus dem Netz ist dann teilweise auch dementsprechend katastrophal und stellt meiner Meinung nach keine solide Basis für zukünftige Halter dar.

 

Andererseits hat es ein "Anfänger in Sachen Terraristik" heutzutage aber auch nicht gerade leicht um gute Internetseiten (die es zweifelsohne gibt!) von schlechten Seiten (... von denen es leider unzählige gibt ...) zu unterscheiden bzw. es fällt schon nicht leicht kompetente und langjährig erfahrene Reptilienhalter von "Besser- bzw. Über-Alles-Bescheidwissern" und/oder "selbsternannten Experten" zu unterscheiden. Manche treten so arrogant auf, als hätten sie die Terraristik erfunden.

 

Foren, soziale Netzwerke und private Terraristik-Webseiten haben eine Gemeinsamkeit:

 

Dort kann jeder, auf eine recht einfache Art und Weise, seinen geistigen Dünnschiss verbreiten. Möglicherweise hält der eine oder andere Besucher ja auch meine Internetseiten hier für "ganz gruselig" ... aber was soll's ... damit kann ich trotzdem gut leben ... und meine Tiere ebenfalls. :-)

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Ein kleiner Tipp von mir an Terraristik-Anfänger:

 

Besucht Leute die Reptilien halten doch einfach mal zuhause (insbesondere diejenigen, die in diversen Internetforen und/oder Facebook-Gruppen regelmäßig "ihre Klappe groß aufreißen" und zu allem und jedem unbedingt auch noch ihren Kommentar abgeben müssen).

 

Dort könnt ihr euch dann ganz in Ruhe deren Terrarienanlagen, sowie die kompletten Aufzucht- und Haltungsbedingungen vor Ort anschauen und anschließend gezielt und ganz ohne Hemmungen eure Fragen stellen ... geht dabei ruhig auch kritisch und vor allem "mit gesundem Menschenverstand" an die Sache heran. Wenn ihr z.B. erkennt, dass jemand ein zu den großen Arten gehörendes Chamäleon mit einer Gesamtlänge von knapp 50 cm in einem 60x50x80 cm großen Terrarium hält, dann erfüllt das schlichtweg den Tatbestand der Tierquälerei.

 

Dabei ist auch vollkommen irrelevant ob der betroffene Halter seine Tiere trotz allem regelmäßig und schon "seit über 25 Jahren" nachzüchtet (... aufgrund von "chronischem Platzmangel" haben manche Tiere ja letztendlich kaum andere Möglichkeiten als sich mit dem Artgenossen, der vielleicht gerade mal 1,5 cm daneben sitzt, zu paaren ... mit einer professionellen und tiergerechten Haltung hat das Ganze aber rein gar nichts zu tun) bzw. sein Hobby erst seit 3 Wochen oder bereits schon seit 40 Jahren betreibt.

 

Solltet ihr den begründeten Verdacht haben, dass es sich um Tierquälerei handelt, dann scheut bitte nicht davor zurück Anzeige bei der jeweils zuständigen Naturschutzbehörde zu erstatten. Weil nur auf diese Art werden solche Leute kurzfristig und von offizieller Seite her dazu gezwungen schnellstens Abhilfe zu schaffen ... und nur dann wird's (vielleicht) irgendwann mal besser ....

 

Trotz allem sollte man aber immer "die Kirche im Dorf lassen" und jeder der dieses Hobby betreibt sollte lernen zu akzeptieren, dass es unter Haltern immer auch verschiedene Meinungen geben wird, was eine tiergerechte Pflege von Terrarientieren betrifft (frei nach der allseits bekannten Regel "verschiedene Wege führen nach Rom").

 

Wenn ich z.B. über meinem Terrarium eine Lichttechnik von 3.000 Watt installiert habe, dann bedeutet das nicht automatisch, dass jeder andere Halter, der bei der gleichen Art vielleicht "nur" 500 Watt an Beleuchtung verwendet, gleich in der Kategorie "Tierquäler" einzuordnen ist.

 

Das gleiche gilt natürlich auch was die Größe des Terrariums betrifft ... ein geeignetes Terrarium für eine Gruppe 1,3 Leopardgeckos (Eublepharis macularius) sollte z.B. die Maße 120x60x60 cm haben ... man kann die Tiere aber natürlich auch durchaus in ein Terrarium mit den Maßen 500x300x400 cm setzen und dann in X verschiedenen Internetforen behaupten, dass nur jemand, der seinen Tieren gleiche oder ähnliche Abmessungen bietet, eine tiergerechte Haltung betreibt (wobei ich selbst mich schon seit über 25 Jahren an die einfache Regel halte "je größer das Terrarium, desto besser" und nicht an "wo passen die Viecher gerade noch rein, ohne dass es schon 

an Tierquälerei grenzt").

 

Übrigens:

 

Die Diskussion zum Thema “zu empfehlende Terrarienabmessungen für diverse Reptilienarten” ist bereits schon so alt wie die Terraristik selbst. ;-)

 

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Kurzer Hinweis bzgl. den entstehenden Energiekosten im Zusammenhang mit der Terraristik:

 

Energie ist ein enorm wichtiger Kostenfaktor bei unserem Hobby. Hierzu möchte ich jeden Anfänger darauf hinweisen, dass man im Zusammenhang mit der Terraristik generell mit hohen Stromkosten rechnen muss.

 

Dabei kommt es aber selbstverständlich vor allem auf die Anzahl der Terrarien an, die tagtäglich in Betrieb sind. Wenn jemand z.B. nur ein einziges Terrarium laufen hat und sich über die "hohen Stromkosten" seiner 70 Watt-UVB-Funzel beklagt, dann sollte er die Terraristik meiner Meinung nach aufgeben und sich besser ein anderes Hobby suchen.

 

In meinem Hobbykeller sind zur Zeit 12 Terrarien in Betrieb. Zur Orientierung: Mein Stromverbrauch hierfür liegt bei rund 6.500 kWh/Jahr d.h. "dieser Spaß" kostet mich pro Jahr rund EUR 2.000,--!

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So, was versteht man denn jetzt unter einer "guten Tierhaltung" bzw. wie erkennt man Leute die eine tiergerechte Haltung betreiben?

 

Eine gute und tiergerechte Haltung erkenne ich dann mit allergrößtem Respekt an, wenn jemand eine Tierart in menschlicher Obhut so pflegt, dass sie ihr maximales Lebensalter gesund erreicht. Punkt!

 

Der Nachweis von Zuchterfolgen hingegen muss/sollte meiner Meinung nach nicht zwingend auch ein Prädikat für eine gute und tiergerechte Haltung sein (... so dachte man vor etwa 25-30 Jahren mal ... mittlerweile sollte man diesbezüglich vielleicht ja mal umdenken ...).  

 

Also, dann besucht Leute die schon längere Zeit Reptilien halten doch einfach mal zuhause. :-) Meine Türen stehen jedem, der sich für meine Tierhaltung interessiert, jederzeit offen.

 

Einfach kurz anrufen oder mir eine E-Mail schicken.

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* Terraristik- / Reptilienbörsen:

 

Noch so ein spezielles Thema für sich: Terraristik-/Reptilienbörsen ... die inzwischen immer mehr "wie die Pilze" aus dem Boden schießen und unter "Reptilienfreunden" von Jahr zu Jahr  (... leider) immer populärer werden.

 

* Meine persönliche Meinung dazu:

 

Ich halte von solchen "Verkaufs"-Veranstaltungen absolut gar nichts - da geht es meiner Ansicht nach nur um ein Thema: GELD VERDIENEN - und das geht dann leider nur allzu oft zu Lasten der Gesundheit der ausgestellten Tiere. Außerdem wird so mancher Anfänger (und auch "etliche Fortgeschrittene") durch den Besuch von Reptilienbörsen sehr dazu verleitet/verführt sich irgendwelche Reptilien zu kaufen, die er gar nicht genau kennt und deren Haltungsanforderungen er gar nicht oder nur eingeschränkt erfüllen kann - und genau das finde ich nicht gut und werde es niemals unterstützen ..... gut finde ich Veranstaltungen dieser Art lediglich dann, wenn es ausschließlich darum geht diverses Zubehör und Terrarien dort anzubieten und zu verkaufen ... aber keine lebende Tiere!!

 

Der Artikel vom 27.09.2009 von "Vier Pfoten" zur Tiermesse "Exotika" findet zum größten Teil meine Zustimmung. 

 

Siehe Link:

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091001_OTS0012/flucht-oder-angststarre-auf-der-tiermesse-exotika

 

Hinweis für Leute bzw. Veranstalter von solchen Tierbörsen, die das hier Geschriebene alles möglicherweise ja ganz anders sehen:

 

Ich möchte nochmals klarstellen, dass ich hier lediglich meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringe! Das ist nicht verboten (siehe Artikel 5, Abs. 1 / Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland) und deswegen muss man also nicht gleich irgendwelche Anwälte bemühen.

 

Lediglich über Aussagen wie "... wahre Tierfreunde holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause ...", lässt sich streiten.

 

Man sollte bei solchen, oder ähnlichen Kommentaren von Tierschutzorganisationen nicht außer acht lassen, dass auch etliche "Nichtexoten" d.h. viele Hunde und Katzen (sowie etliche "exotische" und "nicht-exotische" Kleintiere wie z.B. .... Kaninchen, Hamster, Chinchillas, Meerschweinchen, Papageien, Wellensittiche, Kanarienvögel u.v.m. ....) leider alles andere als tiergerecht gehalten werden ... und solche Leute würde ich deswegen nicht als "wahre Tierfreunde" bezeichnen.

 

Wären Halter von "Nichtexoten" tatsächlich alle "wahre Tierfreunde", wie uns der oben verlinkte Artikel von "Vier Pfoten" glaubhaft machen will, dann bräuchte man ja schließlich auch keine Tierheime mehr. Umgekehrt gibt es heutzutage aber durchaus noch wahre Tierfreunde, die ihren "exotischen" (Haus-) Tieren eine hervorragende Haltung bieten und diesbezüglich weder Kosten noch Mühe scheuen ...

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So, genug genörgelt und geschrieben: Wird sich demnächst jetzt etwas ändern?

Nein - ich befürchte es wird in Zukunft eher noch schlimmer werden.

 

Bin aber mal gespannt und lasse mich gerne überraschen :-)

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An dieser Stelle folgt nochmals (... auch wenn's den einen oder anderen mittlerweile vielleicht schon nervt ..), eine kleine Gedächtnisauffrischung in Bezug auf die anspruchsvolle Haltung von Grünen Leguanen:

 

Grüne Leguane haben, bei guter Pflege, eine Lebenserwartung von über 20 Jahren. Als Halter muss man also über einen sehr langen Zeitraum mit einem nicht unerheblichen Pflegeaufwand rechnen. Das ganze kostet natürlich auch entsprechend viel Geld (Stromkosten, Wasserkosten, Futter, Terrarienausstattung).

 

Einige abschließende Worte zum Thema „Pflege und Zucht von Iguana iguana“:

 

Jedem Tierfreund, der vielleicht mit dem Gedanken spielt sich Grüne Leguane anzuschaffen und zu pflegen, möchte ich gerne nachfolgendes ans Herz legen, mit der Bitte, ganz entspannt und in Ruhe darüber nachzudenken :

 

Bitte überlegen Sie es sich wirklich gut mit der Haltung dieser Tiere - inzwischen hängen immer mehr Leute, die über lange Jahre Grüne Leguane gehalten und gezüchtet haben, ihr Hobby an den berühmt berüchtigten Nagel.

 

Die Haltungsanforderungen für Grüne Leguane sind hoch und sollten auf keinen Fall unterschätzt werden (... man bedenke und siehe oben: Grüne Leguane können, bei guter Pflege, immerhin locker über 20 Jahre alt werden ....!).

 

Hier auf "Interessante Videos" kann man sich einen ca. 15 Min. langen Clip anschauen (Quelle: Youtube), der diese Haltungsanforderungen für Iguana Iguana sehr gut verdeutlicht.

 

Seit Anfang März 2003 pflege ich aus zeitlichen Gründen auch keine Grüne Leguane mehr. Aus eigenen Erfahrungen bei der Abgabe meiner Tiere weiß ich:

Es gibt zwar relativ viele Interessenten, aber nur sehr wenige davon können diese Großechsen auch wirklich über einen längeren Zeitraum tiergerecht bzw. besser gesagt "einigermaßen tiergerecht" pflegen.

 

Der tägliche Zeit- und Kostenaufwand ist erheblich d.h. ich verbrachte in Durchschnitt täglich ca. 45 - 90 Minuten im Terrarienkeller (bei einer Generalreinigung der kpl. Anlage werden es auch mal bis zu 5 Stunden und mehr) und bei mir beliefen sich in den Jahren 1996/1997 die durchschnittlichen monatl. Kosten auf ca. EUR 90,00 (mit Strom-, Wasser- und Futterkosten und gelegentlichem Austauschen von Leuchtstoffröhren, PAR38-Reflektorstrahlern, HQI-Leuchtmitteln und UV-Strahlern).

 

Wer würde/könnte die Betreuung der Leguane während der Urlaubszeit übernehmen? Bei meinen Tieren hatte das ein Freund übernommen - er hat während meines Urlaubs bzw. während Geschäftsreisen täglich nach den Leguanen geschaut, sie gefüttert, saubergehalten und mittels Druckzerstäuber mit Wasser besprüht - solche Freunde sind heutzutage aber eher selten.

 

Inzwischen schreiben wir das Jahr 2017. Die Preise für Strom sind seit 1996 um über 40% gestiegen d.h. hätte ich heute noch Grüne Leguane, dann müsste ich pro Monat mindestens mit ca. EUR 100,00 nur an reinen Stromkosten rechnen (... dazu kommen dann selbstverständlich noch die Kosten von ca. EUR 50,00 pro Monat für Futter, Vitamin- und Mineralstoffpräparate, Leuchtmittel, Wasser, tierärztliche Versorgung etc. ...).

 

Betrachtet man sich also die Gesamtkosten der Iguanahaltung über einen Zeitraum

von 20 Jahren (= ein ganzes Leguanleben lang ...), dann kommt man auf die beeindruckende Summe von über EUR 35.000,00 !

 

Auch darüber muss/sollte man sich bereits vor der Anschaffung dieser "Haustiere" absolut im Klaren sein!

 

Wenn man Grüne Leguane in einer Mietwohnung halten möchte, dann muss man das vorher unbedingt mit dem Vermieter absprechen. Macht man das nicht, kann es später zu "unschönen" Diskussionen und Streitereien kommen, die von Seiten des Vermieters durchaus auch mit der Kündigung des Mietvertrags enden können.

 

Besonders in Wohnräumen darf man es zudem nicht mit der Luftfeuchtigkeit übertreiben (..... Förderung der Schimmelbildung ... !!).

Es gibt Leute, die lassen ihre Grüne Leguane generell frei in der Wohnung herumlaufen. Aber wer sich das Kapitel "Haltung" mal näher betrachtet und dann "mit eingeschaltetem gesunden Menschenverstand" darüber nachdenkt, der kommt sehr schnell dahinter, dass dieses nicht gerade das "Nonplusultra" einer tiergerechten Haltung von

Grünen Leguanen ist.

 

Selbstverständlich kann man einen Leguan auch gelegentlich mal in der Wohnung herumlaufen lassen. Aber wenn überhaupt, dann nur für kurze Zeit und nur unter ständiger Aufsicht. Es kann dennoch leicht passieren, dass sich der Leguan bei solchen Ausflügen erkältet (Zugluft, Zimmertemperatur nicht ausreichend) bzw. sich an Einrichtungsgegenständen vergreift (zerrissene Gardinen, zerkratzte Möbel etc.).

 

Fazit: Optimale und tiergerechte Haltungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung, Kletteräste etc.) kann man Iguana iguana (zumindest meiner Meinung nach) nur in einem adäquat eingerichteten und geräumigen Terrarium bieten!

 

Zur Zucht von Iguana iguana: Falls es einem dann trotzdem irgendwann einmal gelingen sollte (was man sich nicht so einfach vorstellen sollte) seine

Grünen Leguane nachzuzüchten, dann muss man am Ende damit rechnen, dass man auf seinen Jungtieren sitzen bleibt. Farmzuchten (= Importtiere) von Iguana können Interessenten das ganze Jahr über und zum Teil zu sehr günstigen Preisen im Zoofachhandel beziehen - dass diese Farmzuchttiere sehr oft erhebliche Verhaltensstörungen aufweisen die wiederum Haltungsprobleme nach sich ziehen, merken ihre Halter (leider) erst nach einer Weile.

 

Wenn man sich dann, aus welchen Gründen auch immer, dazu entschließt seine erwachsene Tiere abzugeben, dann muss man ebenfalls damit rechnen, dass sie nur sehr schwer in gute Hände vermittelbar sind.

 
Bei mir hatte es damals gegen Ende 2002 über 4 Monate gedauert!

 

Viele Leute haben einfach nicht den Platz und die (zeitlichen und finanziellen) Möglichkeiten um diese Großechsen langfristig zuhause zu pflegen.

 

In den letzten Jahren werden immer mehr junge (= juvenile), halberwachsene (= semiadulte) und erwachsene (= adulte) Grüne Leguane auf dem "freien Markt" angeboten (siehe diverse „Terraristik-Kleinanzeigen“ im Internet oder auch Anbieter im Anzeigenjournal der DGHT bzw. im DGHT-Forum unter "Kostenlos abzugeben in gute Hände" - siehe: http://www.dght-foren.de/forum/sonstiges/tiere-in-not-kostenlos-abzugeben.

 

Oft sind das Leute (siehe auch ganz am Anfang meines Artikels) die ihre Tiere, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr pflegen können/nicht mehr pflegen wollen und sie deswegen abgeben müssen/wollen.

 

Nun, so hart wie es sich vielleicht anhört, aber in so eine Situation kann jeder von uns einmal geraten - sei es aus beruflichen, privaten, gesundheitlichen, finanziellen oder sonstigen Gründen - machen wir uns nichts vor (mich hat's Ende 2002/Anfang 2003, nach über 10 Jahren "Leguanpflege", ja leider auch "erwischt").

 

Jeder Halter von exotischen Tieren sollte sich einmal die offiziellen Zahlen der Exportquoten für das Jahr 2015 unter dem Link https://cites.org/sites/default/files/common/quotas/2015/ExportQuotas2015.pdf näher anschauen.

 

Mich würde wirklich einmal das Schicksal jedes einzelnen der über 10.000 exportierten Grünen Leguane und natürlich auch das Schicksal aller anderen exportierten Tiere interessieren.

 

In Anbetracht solcher Veröffentlichungen von Exportzahlen von lebenden Tieren stelle ich den Sinn der Reptilienhaltung (und den Sinn der Haltung von exotischen Tieren im Allgemeinen) durch Privatleute sehr in Frage.

 

Habe mir deswegen auch in der Vergangenheit schon viele Gedanken darüber gemacht, ob es nicht besser wäre, mein Hobby "Reptilienhaltung (und Zucht)" einfach komplett aufzugeben. Aber würde so eine drastische Maßnahme eines Einzelnen auch tatsächlich etwas an der Gesamtsituation „Tierexport“ bewegen ... ? Wie dem auch sei: Irgendwann werde ich, zumindest was mich und mein Gewissen betrifft, einmal eine endgültige Entscheidung treffen müssen.

 

Deswegen sollte sich jeder "Neuling", der jetzt immer noch unbedingt Grüne Leguane pflegen möchte u.a. auch überlegen ob er solchen „Leguanen

aus 2. Hand“ nicht ein gutes Zuhause bieten kann. Abgabeanzeigen

findet man u.a., wie bereits weiter oben angegeben, im DGHT-Forum unter http://www.dght-foren.de/forum/sonstiges/tiere-in-not-kostenlos-abzugeben - die Abgabe der Tiere ist in der Regel kostenlos. Voraussetzung: Verfügbarkeit eines dementsprechend großen Terrariums + Gewährleistung einer tiergerechten Haltung!

 

Auch unter http://www.deine-tierwelt.de/kleinanzeigen/leguane-c79466/ kann man regelmäßig Grüne Leguane finden, die von ihren bisherigen Haltern abgegeben werden. Ich persönlich finde das aus oben erwähnten Gründen immer noch wesentlich besser, als einfach in den nächsten Zooladen zu rennen um sich Jungtiere aus "Farmzuchten" zu kaufen (... und somit den Export von exotischen Tieren noch weiter "anzukurbeln").

 

Vor allem auch ein Besuch der nachfolgend aufgeführten Websites lohnt sich sehr - die Leute dort haben meine absolute Hochachtung wegen ihrem unermüdlichen Einsatz für den Tierschutz - einen großen Teil der tagtäglich anfallenden Kosten übernehmen sie zudem auch noch "aus eigener Tasche":

 

http://www.reptilienauffangstation.de oder direkt: http://www.reptilienauffangstation.de/abgabetiere_echsen.html  

und/oder ...... http://www.auffangstation.eu/

und/oder ..... http://reptilien-auffangstation.de

 

Was man beim Kauf von Grünen Leguanen „aus zweiter Hand“ (zumindest meiner Meinung nach) beachten sollte:

 

Die Tiere müssen selbstverständlich gesund sein .... und sie sollten wenigstens „einigermaßen zahm“ sein d.h. konkret: Die Leguane dürfen auf keinen Fall aggressiv auf ihren Pfleger losgehen.

 

Bei Grünen Leguanen die sich gegenüber Menschen aggressiv verhalten, gnadenlos um sich beißen und wild mit dem Schwanz nach ihrem Pfleger schlagen empfehle ich nur eins:

 

FINGER WEG !!!

 

Wenn man sich solche aggressiven Großechsen ins Haus holt, dann tut man sich selbst (... und anderen Familienmitgliedern ...) ganz sicher keinen Gefallen.

 
Ganz im Gegenteil: So macht die Pflege von Grünen Leguanen auf Dauer

sicherlich keine bzw. wenig Freude. 

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Wie dem auch sei:

 

Ich wünsche allen wahren Freunden der Terraristik viel Freude und viel Erfolg bei der Ausführung ihres interessanten Hobbys.

 

Bei Fragen "rund um Echs' & Co." stehe ich gerne per E-Mail oder per Kontaktformular zur Verfügung - bitte aber um Verständnis, dass ich eingehende Nachrichten aus Zeitgründen oft nicht immer gleich nach Erhalt beantworten kann.

 

(P.S. Auf unhöfliche E-Mails von irgendwelchen "Flachzangen" ... und/oder auf Nachrichten ohne Angabe von Namen und/oder Betreff antworte ich mittlerweile gar nicht mehr ... dafür ist mir meine Zeit zu schade, diese verbringe ich viel lieber mit und bei meinen Tieren!).