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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert am 01.07.2010

... oder etwas anders ausgedrückt ..... ...... was mir zum Thema Iguana iguana und Reptilien im Allgemeinen sonst noch so einfällt ...... !

Meine Frustration nimmt nach nun fast 10 Jahren "Interneterfahrung" (und über 22 Jahren Erfahrung mit der Pflege von Reptilien) von Tag zu Tag mehr zu. Während dieser ganzen Zeit hat sich an der Einstellung von vielen "Tierfreunden" leider kaum etwas geändert - ich habe eher den Eindruck gewonnen, dass es mittlerweile noch wesentlich schlimmer geworden ist. Irgendwie nimmt die Dummheit der Menschen von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Exotische Tiere werden ohne jegliche Vorkenntnisse gekauft und dann "in Gefangenschaft" mehr schlecht als recht gehalten weil's "geil" ist oder weil man dann im Freundes- und Bekanntenkreis als besonders "cool" gilt. 

Die Einhaltung der je nach Art unterschiedlichen Haltungsparameter spielt für solche Leute keine Rolle. Die Ahnungslosigkeit mit der viele an das umfangreiche und interessante Thema "Terraristik" herangehen, ist mehr als erschreckend und dass, obwohl jeder von uns mittlerweile problemlos detaillierte Informationen zur artgerechten Haltung diverser Reptilienarten sowohl in hervorragenden Fachbüchern als auch auf vielen guten Internetseiten abrufen kann. Das scheint aber niemanden so recht zu interessieren bzw. das Lesen von solchen Haltungsberichten würde ja schon "fast in Arbeit ausarten". Diese Ignoranten mögen es lieber etwas bequemer, kaufen sich "von jetzt auf sofort" die unterschiedlichsten exotischen Tiere im Zoohandel oder auf diversen Börsen (Tier-/Reptilienbörsen = "ein ganz spezielles Kapitel für sich" - siehe weiter unten) und sperren diese dann frei nach dem Motto "wird schon irgendwie gehen" in irgendeinen Glaskasten oder in irgendeine "Schuhschachtel". Wenn's dann (... wie in den meisten Fällen ...) nicht gut geht, ist das Gejammere, Blablabla, Hilfe-Hilfe-Gerufe etc. in diversen Foren + in E-Mail Nachrichten - die dann als "eilig/dringend" versendet werden - recht groß ..... ich habe die Nase endgültig voll davon und ziehe daher meine Konsequenzen ... 

Mein seit nunmehr fast 10 Jahren geschalteter Aufruf   

BITTE INFORMIERT EUCH UNBEDINGT BEREITS VOR DER ANSCHAFFUNG DES TIERS/ODER DER TIERE ÜBER DEREN HALTUNGSANFORDERUNGEN !!!!!!!!

hat bisher auch niemanden von diesen "Reptilienfreunden" wirklich interessiert. Sei's drum ...... In Anbetracht der aktuellen Situation habe ich für aktuelle Maßnahmen wie "Verbot der Haltung gefährlicher Tiere in Hessen ist Gesetz!" schon ein gewisses Verständnis. 

Ich würde sogar noch weiter gehen: Was ich seit mehreren Jahren erlebe (persönliche Kontakte, Internet, Reptilienbörsen, Diskussionsforen) macht meine persönliche Einstellung, was die Haltung von exotischen Tieren in Privathand betrifft, immer radikaler. Hätte ich in Deutschland etwas zu sagen, dann würde ich die private Haltung von allen exotischen Tieren generell verbieten. Ausnahmen würde es nur dann geben, wenn private Halter ihre Fachkompetenz bzgl. der Pflege von Exoten sicher und kontinuierlich in Theorie und Praxis nachweisen können (Leute die sich schon seit Jahren vorbildlich um ihre Tiere kümmern hätten dann nichts zu befürchten ... viele andere die denken sie müssen sich vorab nicht über Haltungsbedingungen informieren könnten die Idee der Pflege von exotischen Tieren gleich von Anfang an "in die Tonne treten"). Zusätzlich würde es mehrmals im Jahr (unangekündigte) strenge Kontrollen von privaten Tierbeständen geben (durch speziell hierfür geschulte Leute von Naturschutzbehörden ... jaja ich weiß ... davon gibt es jetzt schon viel zu wenige ...). Aber keine Angst ... ich werde aller Voraussicht nach in Deutschland nie "etwas zu sagen" haben ... ;-) ... also sei hiermit Entwarnung gegeben (was dennoch nichts an meinen "radikalen Ansichten" ändert). 

Ich persönlich hatte mir bisher immer dann wenn ich mich für ein Tier interessiert habe erst einmal ein Buch gekauft und mich über dessen Haltung informiert. Sehr oft habe ich dann gemerkt, dass ich die Haltungsanforderungen nicht oder nur teilweise erfüllen kann und musste dann so "schweren Herzens" auf die Anschaffung einer Echse oder einer Schlange verzichten .... so war es nun leider mal ! Die Zeiten haben sich inzwischen aber wohl gründlich geändert .... meines Erachtens aber nicht "zum Guten". 

Absolut treffend hat es auch Esther Laue auf ihrer Website www.bergagamen.de unter dem Link "Persönliches" formuliert. Das Lesen ihres Kommentars "Ich bin Gott" lohnt sich auf jeden Fall für jeden der lebende Tiere hält. Hinter Esther's Meinung zu dieser Thematik stehe ich ebenfalls zu 100% und besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. 

Nachstehend noch ein Beitrag den die Reptilienpflegerin Kerstin bereits im Mai 2006 in einem anderen Reptilien-Fachforum veröffentlicht hat. Das von ihr geschriebene sollte so manchen der zahlreichen Forenteilnehmer zum Nachdenken anregen. Kerstin's Gedanken treffen meines Erachtens den Nagel voll auf den Kopf - geändert hat sich deswegen bis heute aber nichts: 

Titel: Das muss mal raus ............ Ignoranz der Tier-Liebhaber

Ignoranz der Tier-Liebhaber, Part 1, Reptilien:

-Natürlich schaffst du dir deine Tiere an, ohne dich, trotz I-Net und Google, vorher zu informieren.

-Du glaubst dem netten Zoofachverkäufer jeden Schmarrn, logisch, und dazu den Mehlwurm als Hauptfutter.

-Du schaust dir die angebotenen Tiere nicht genau an, warum auch, der nette Zoofachverkäufer weiß ja, was er da macht.

-Du kaufst gleich alles dazu, Terrarium, Bodengrund, Licht und Futter. Warum vorher kaufen und einrichten, ist doch so viel praktischer.

-Für ein Buch reicht die Kohle natürlich nicht mehr, aber wozu auch ein Buch, so schwer kann das doch nicht sein, hat zumindest der Zoofachhändler gesagt.

-Zuhause angekommen wird das Becken ratzi fatzi fertig gemacht und sofort rein mit den Schmuckstücken wie deren Futter.

-Deine Schmuckstücke sind dazu selten Blöde, denn die peilen irgendwie nicht, das sie von dir ja nix zu befürchten haben, also machst du dich aktiv an deren Zähmung, und rührst zweimal täglich im Terra herum.

-Du hast eigentlich keine Ahnung von der richtigen Haltung, hat dir aber auch noch keiner gesagt, also, woher sollst du das auch bitte wissen!!

-Dazu stimmt die Einrichtung irgendwie immer nicht, und laufend veränderst du diese, es soll ja schließlich hübsch sein.

-Das deine Freunde deine neuen Schmuckstücke natürlich auch mal sehen und anfassen/halten möchten versteht sich doch von selbst.

-Auch beschäftigt dich die äußerliche Gleichheit deiner Schmuckstücke, und die besondere Jagdfreude vom Größeren hinsichtlich seines kleineren Artgenossen betreffend, nicht wirklich. Innerartliche Geschichten halt, oder Eifersucht, die bekommen sich schon wieder ein, nicht wahr?

-Du ignorierst den sich langsam verschlechternden Zustand deiner Tiere nicht, greifst aber erst ein wenn’s nicht mehr geht und du dazu gezwungen wirst. Waren ja schließlich Teuer die Tierchen.

-Erst jetzt suchst du, bestenfalls über Google, einige Infos zu deinen Tieren.

-Und endlich stellst du knurrend fest, das du eigentlich nix weißt.

-Du findest ein Forum mit Gleichgesinnten und meldest dich natürlich sofort da an.

-Doch du bist wieder nicht bereit dich einzulesen, eine Suchfunktion zu benutzen oder mal in die FAQs zu schauen, nein, alle sollen wissen das DU jetzt da bist, ein neuer und unerfahrener Halter unter Gottes weitem Sternenhimmel. Wenigstens das kannst du zugeben.

-Stolz präsentierst du dich und deine ggf. etwas hinfälligen Tiere erst mal, sofortiger Beifall natürlich erwünscht.

-Du erwartest auf alle deine Fragen, und seien sie noch so dumm, sofortige und passende Antwort, Kritik übersiehst du geflissentlich, denn du hast dir ja eigentlich nix vorzuwerfen, der Zoofachhändler ist schließlich an allem Schuld.

-Empört stellst du fest, das dein Zoofachhändler doch nicht so der Held ist, für den du ihn gehalten hast, und mit inbrünstigen Schlag auf die Brust versprichst du den Anderen, dir diesen Deppen demnächst mal ordentlich zur Brust zu nehmen.

-Du holst dir so viele Meinungen wie möglich ein, und wenn es dazu eines zweiten Threads bedarf, machst du noch schnell einen dritten, sicher ist eben sicher.

-Du filtrierst ausschließlich das, was DU für deine Tiere als notwenig erachtest, und ignorierst alles, was ggf. zusätzlich Geld oder Zeit erfordert, und das alle Anderen dir davon abraten selbst Tierarzt zu spielen kannst du nun gar nicht nachvollziehen.

-Da du auch weiterhin keinerlei ernstgemeinte Tipps und Ratschläge annimmst, wird die Halter-Gemeinde langsam etwas allergisch auf dich zu sprechen sein, aber das juckt dich nicht wirklich, denn, wer braucht die schon, grade jetzt, wo DU deine Antworten doch schon abgegriffen hast.

-Nach spätestens drei Wochen hast du diesen Idioten wieder den Rücken gekehrt, solche Fachtrottel, und machst deine Tierhaltung zukünftig alleine, du kannst das ja jetzt eh alles viel besser als die.

-Nach weiteren 6-8 Wochen sind deine Schmuckstücke dann jämmerlich eingegangen, aber, da kannst ja du nichts dazu, war wohl ne schlechte Zucht oder hatten die vorher schon was?

-Du gehst wieder zum Zoohändler deines Vertrauens, denn der hört dir wenigstens zu und labert dich nicht blöd an, und schaust mal so durch die Becken, schließlich hast du ja jetzt ein leeres Terrarium Zuhause,...............

Tschuldigt ihr Lieben, aber irgendwie bin ich wohl grade etwas mehr als nur leicht säuerlich, ............

Manchmal fragt man sich echt, ob man als vernunft-begabter und verantwortungsvoller Mensch eigentlich auf ner Insel ist, ......... solche "Mentalitäten" begegnen mir grade überall, und nu reichts mir mal (dieses Teil jetzt in jedes Forum tackere!!!).

Mache ich mich nun unbeliebt?? Seis drum, .........

Nur um eines klar zu stellen: Damit wollte Kerstin keinem zu nahe treten oder ihn gar angreifen - wohl aber sollten Anfänger und Unentschlossene zum Überlegen angeregt werden. Ich persönlich habe die Hoffnung inzwischen aber aufgegeben ....  

Noch so ein spezielles Thema für sich: Reptilienbörsen ... die inzwischen immer mehr "wie die Pilze" aus dem Boden schießen und unter "Reptilienfreunden" (... leider) immer populärer werden - hier *meine persönliche Meinung zu solchen Veranstaltungen: 

Ich halte von solchen "Verkaufs"-Veranstaltungen absolut gar nichts - da geht es meiner Ansicht nach nur um ein Thema: GELD verdienen - und das geht dann leider nur allzu oft zu Lasten der Gesundheit der ausgestellten Tiere. Außerdem wird so mancher Anfänger (und auch "Fortgeschrittener") durch den Besuch von Reptilienbörsen sehr dazu verleitet/verführt sich irgendwelche Reptilien zu kaufen, die er gar nicht genau kennt und deren Haltungsanforderungen er nicht oder nur eingeschränkt erfüllen kann - und genau das finde ich nicht gut und werde es niemals unterstützen  ......

Kleines Beispiel gefällig wie es auf Reptilienbörsen in der Regel so abläuft (.... aus der Sicht von Esther Laue - www.bergagamen.de  / das war ihr erster und sicherlich auch letzter Besuch einer Reptilienbörse) - Klicke hier: http://www.bergagamen.de/Bilder/Boe_r_se.pdf   ... und hier: http://www.bergagamen.de/index.php?id=28 .

Bitte bedenken: Das Schicksal der dort zur Schau gestellten Chinesischen Bergagamen (Japalura splendida) ist nur ein Beispiel von vielen. Hätte ich etwas zu sagen ... (... siehe weiter oben Stichwort "radikale Ansichten" ... ;-) ... dann würde es bei uns keine Reptilienbörsen mehr geben. 

Unter dem nachfolgenden Link findet man auch einen (... meines Erachtens ...) recht guten Artikel vom Verein "Die Tierfreunde e.V." zur Thematik "Reptilienbörsen/Exotenhandel", dessen Aussagen leider im großen und ganzen der Realität entspricht: http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/schutz/heimtiere/reptilien_boersen.htm

Auch der Artikel vom 27.09.2009 von "Vier Pfoten" zur Tiermesse "Exotika" findet zum größten Teil meine Zustimmung. 

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091001_OTS0012

* Hinweis für Leute bzw. Veranstalter von solchen Tierbörsen die dass hier alles möglicherweise ganz anders sehen: Ich möchte nochmals klarstellen, dass ich hier lediglich meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringe. Das ist nicht verboten (siehe Artikel 5, Abs. 1 / Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland) und deswegen muss man also nicht gleich irgendwelche Anwälte bemühen.  

Lediglich über den letzten Absatz "... wahre Tierfreunde holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause ...", lässt sich streiten. Man sollte bei solchen Aussagen nach nicht außer acht lassen, dass auch etliche "Nichtexoten" d.h. viele Hunde und Katzen (.... Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen ....) leider alles andere als artgerecht gehalten werden ... und solche Leute würde ich deshalb nicht gerade als "wahre Tierfreunde" bezeichnen. Wären Halter von "Nichtexoten" tatsächlich alle "wahre Tierfreunde", wie uns der Artikel von "Vier Pfoten" glaubhaft machen will, dann bräuchte man ja schließlich auch keine Tierheime mehr. Umgekehrt gibt es heutzutage aber durchaus noch wahre Tierfreunde, die ihren exotischen (Haus-) Tieren eine hervorragende Haltung bieten und diesbezüglich weder Kosten noch Mühe scheuen.  

So, genug gemeckert: Wird sich demnächst jetzt etwas ändern? Nein - ich fürchte es wird in Zukunft eher noch schlimmer. 


Nochmals (... auch wenn's möglicherweise nervt ..) als kleine Gedächtnisauffrischung bzgl. der Pflege von Grünen Leguanen: Grüne Leguane können bei guter Haltung über 20 Jahre alt werden. Man muss also über einen sehr langen Zeitraum mit einem nicht unbeachtlichen Pflegeaufwand rechnen. Das ganze kostet dann auch entsprechend viel Geld (Stromkosten, Wasserkosten, Futter, Terrarienausstattung).

Einige abschließende Worte zum Thema „Pflege und Zucht von Iguana iguana“:

Jedem der sich vielleicht mit dem Gedanken trägt Grüne Leguane anzuschaffen und zu pflegen möchte ich folgendes ans Herz legen, mit der Bitte darüber nachzudenken :

Bitte überlegen Sie es sich wirklich gut mit der Haltung dieser Tiere - inzwischen hängen immer mehr Leute, die über lange Jahre Grüne Leguane gehalten und gezüchtet haben, ihr Hobby an den Nagel. Die Haltungsanforderungen für Grüne Leguane sind hoch und sollten nicht unterschätzt werden (man bedenke: Grüne Leguane können bei guter Pflege locker über 20 Jahre alt werden.....). 

Seit Anfang März 2003 pflege ich aus zeitlichen Gründen übrigens auch keine Grünen Leguane mehr. Aus eigenen Erfahrungen bei der Abgabe meiner Leguane weiß ich: Es gibt zwar relativ viele Interessenten, aber nur sehr wenige davon können diese Großechsen auch wirklich über einen längeren Zeitraum artgerecht bzw. besser gesagt "einigermaßen artgerecht" pflegen.

Der tägliche Zeit- und Kostenaufwand ist erheblich d.h. ich verbrachte in Durchschnitt täglich ca. 45 - 90 Minuten im Terrarienkeller (bei einer Generalreinigung der kpl. Anlage werden es auch mal bis zu 5 Stunden und mehr) und bei mir beliefen sich die durchschnittlichen monatl. Kosten auf ca. 120-150 EURO (mit Strom-, Wasser- und Futterkosten + gelegentl. Austauschen von Leuchtstoffröhren, Reflektorstrahlern, HQI-Leuchtmitteln und UV-Strahlern). Wer würde/könnte die Betreuung der Leguane während der Urlaubszeit übernehmen? Bei meinen Tieren hatte das ein Freund übernommen - er hat während meines Urlaubs/Geschäftsreisen täglich nach den Leguanen geschaut, sie gefüttert, saubergehalten und mittels Druckzerstäuber mit Wasser besprüht - solche Freunde sind aber eher selten.

Wenn man Grüne Leguane in einer Mietwohnung halten möchte, dann sollte man das vorher mit dem Vermieter absprechen. Besonders in Wohnräumen darf man es nicht mit der Luftfeuchtigkeit übertreiben (Schimmelbildung).Es gibt Leute die lassen Grüne Leguane generell frei in der Wohnung herumlaufen. Wenn man sich das Kapitel "Haltungsbedingungen" näher betrachtet, dann kommt man sehr schnell dahinter das dies nicht gerade das "Nonplusultra" einer artgerechten Haltung von Grünen Leguanen ist. Selbstverständlich kann man einen Leguan auch einmal in der Wohnung herumlaufen lassen. Aber wenn überhaupt, dann nur für kurze Zeit und nur unter ständiger Aufsicht. Es kann leicht passieren das sich der Leguan bei solchen Ausflügen erkältet (Zugluft, Zimmertemperatur nicht ausreichend) bzw. sich an Einrichtungsgegenständen vergreift (zerrissene Gardinen, zerkratzte Möbel etc.). Optimale und artgerechte  Haltungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung, Kletteräste etc.) kann man Iguana iguana zumindest meiner Meinung nach nur in einem geräumigen Terrarium bieten.


Zur Zucht von Iguana iguana: Wenn es einem dann trotzdem irgendwann einmal gelingen sollte (was man sich nicht so einfach vorstellen sollte) seine Grünen Leguane nachzuzüchten, dann muss man am Ende damit rechnen, dass man auf seinen Jungtieren sitzen bleibt. Farmzuchten (= Importtiere) von Iguana können Interessenten das ganze Jahr über und zum Teil zu sehr günstigen Preisen im Zoofachhandel beziehen - dass diese Farmzuchttiere sehr oft erhebliche Verhaltensstörungen aufweisen die wiederum Haltungsprobleme nach sich ziehen, merken die Leute (leider) erst nach einer Weile.

Wenn man sich dann, aus welchen Gründen auch immer, dazu entschließt seine erwachsenen Tiere abzugeben, dann muss man ebenfalls damit rechnen, dass sie nur sehr schwer in gute Hände vermittelbar sind. Viele Leute haben einfach nicht den Platz und die Möglichkeiten um diese Großechsen langfristig zu pflegen. 

In den letzten Jahren werden immer mehr junge (juvenile),  halberwachsene (= semiadulte) und erwachsene (= adulte) Grüne Leguane auf dem "freien Markt" angeboten (siehe diverse „Terraristik-Kleinanzeigen“ im Internet oder auch Anbieter im Anzeigenjournal der DGHT bzw. im DGHT-Forum unter "Kostenlos abzugeben in gute Hände" - siehe http://www.dghtserver.de/foren/forumdisplay.php?f=38 ).

Oft sind das Leute (siehe auch ganz am Anfang meines Artikels) die ihre Tiere, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr pflegen können/nicht mehr pflegen wollen und sie deswegen abgeben müssen/wollen.

Nun, so hart wie sich's vielleicht anhört, aber in so eine Situation kann jeder von uns einmal geraten - sei es aus beruflichen, gesundheitlichen, finanziellen oder sonstigen Gründen - machen wir uns nichts vor (mich hat's inzwischen nach über 10 Jahren "Leguanpflege" ja leider auch "erwischt"). Jeder Halter von exotischen Tieren sollte sich einmal die offiziellen Zahlen der Exportquoten für das Jahr 2002 unter dem Link http://www.cites.org/common/quotas/2002/latest.pdf näher anschauen. Mich würde wirklich einmal das Schicksal jedes einzelnen der über 380.000 exportierten Grünen Leguane (Farmzuchten?) und natürlich auch das Schicksal aller anderen exportierten Tiere interessieren. In Anbetracht solcher Veröffentlichungen von Exportzahlen von lebenden Tieren stelle ich den Sinn der Reptilienhaltung (und den Sinn der Haltung von exotischen Tieren im Allgemeinen) durch Privatleute sehr in Frage. Die aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2010 findet man unter dem Link http://www.cites.org/common/quotas/2010/ExportQuotas2010.pdf .

Habe mir deswegen auch schon viele Gedanken darüber gemacht, ob es nicht besser wäre, mein Hobby "Reptilienhaltung und Zucht" einfach komplett aufzugeben. Aber würde so eine drastische Maßnahme eines Einzelnen auch tatsächlich etwas an der Gesamtsituation „Tierexport“ bewegen ... ? Wie dem auch sei: Irgendwann werde ich, zumindest was mich und mein Gewissen betrifft, einmal eine Entscheidung treffen müssen.

Deswegen sollte sich jeder "Neuling", der jetzt immer noch unbedingt Grüne Leguane pflegen möchte u.a. auch überlegen ob er solchen „Leguanen aus 2. Hand“ nicht ein gutes Zuhause bieten kann (Abgabeanzeigen findet man u.a., wie bereits weiter oben angegeben, im DGHT-Forum unter http://www.dghtserver.de/foren/forumdisplay.php?f=38 - die Abgabe der Tiere ist in der Regel kostenlos - Voraussetzung: Vorhandensein eines großen Terrariums + Garantie einer artgerechten Haltung, auch unter www.dhd24.com findet man regelmäßig Grüne Leguane die von Haltern abgegeben werden). Ich persönlich finde das aus oben erwähnten Gründen immer noch wesentlich besser, als einfach in den nächsten Zooladen zu rennen und sich Jungtiere aus "Farmzuchten" zu kaufen (und somit den Export v. exotischen Tieren noch weiter "anzukurbeln"). 



Auch ein Besuch der nachfolgend aufgeführten Websites lohnt sich sehr - die Leute dort haben meine absolute Hochachtung wegen ihrem unermüdlichen Einsatz für den Tierschutz - einen großen Teil der tagtäglich anfallenden Kosten übernehmen sie zudem auch noch "aus eigener Tasche":


http://www.reptilienauffangstation.de
oder direkt: http://www.reptilienauffangstation.de/abgabetiere_echsen.html  

oder .... http://www.reptilienstation-spreewald.de
oder ...... http://www.reptilienhilfe-nord.de/abgabe.php 


Was man beim Kauf von Grünen Leguanen „aus zweiter Hand“ (zumindest meiner Meinung nach) beachten sollte: Die Tiere müssen gesund sein .... und sie sollten wenigstens „einigermaßen zahm“ sein d.h. konkret : Die Leguane dürfen auf keinen Fall aggressiv auf ihren Pfleger losgehen.

Bei Grünen Leguanen die um sich beißen und wild mit dem Schwanz nach ihrem Pfleger schlagen empfehle ich nur eins: FINGER WEG !!! Wenn man sich solche aggressiven Großechsen ins Haus holt tut man sich selbst (... und anderen Familienmitgliedern ...) ganz sicher keinen Gefallen. Ganz im Gegenteil: So macht die Pflege von Grünen Leguanen auf Dauer sicherlich keine Freude.

Wie dem auch sei: Ich wünsche allen Iguana-Freunden viel Freude und viel Erfolg bei der Ausführung ihres interessanten Hobbys.

Bei Fragen stehe ich gerne per E-Mail zur Verfügung - bitte aber um Verständnis, dass ich eingehende E-Mails aus Zeitgründen oft nicht immer gleich nach Erhalt beantworten kann (P.S. Unfreundliche E-Mails von irgendwelchen "Schwachbirnen" ... und/oder Mails ohne Angabe von Namen und/oder Betreff beantworte ich ab sofort gar nicht mehr ... dafür ist mir meine Zeit zu schade!!).