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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert am 26.01.2012

 
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Zusammenfassung

... oder etwas anders ausgedrückt ..... ...... was mir zum Thema Iguana iguana und Reptilien im Allgemeinen sonst noch so einfällt ...... !

Meine Frustration nimmt nach nun über 11 Jahren "Interneterfahrung" (und 24 Jahren Erfahrung mit der Pflege von Reptilien) von Tag zu Tag mehr zu. Während dieser ganzen Zeit hat sich an der Einstellung von vielen "Tierfreunden" leider kaum etwas geändert - ich habe vielmehr den Eindruck, dass es mittlerweile noch wesentlich schlimmer geworden ist. Irgendwie nimmt auch die Dummheit und Respektlosigkeit der Menschen von Jahr zu Jahr immer mehr zu. Exotische Tiere (aber genau so auch "normale" Haustiere wie Hunde, Katzen, Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen etc.) werden ohne jegliche Vorkenntnisse gekauft und dann "in Gefangenschaft" mehr schlecht als recht gehalten weil's "geil" ist oder weil man dann im Freundes- und Bekanntenkreis als besonders "cool" gilt. 

Die Einhaltung der, je nach Art unterschiedlichen Haltungsparameter, spielt für solche Leute überhaupt keine Rolle. Die Ahnungslosigkeit mit der sich viele an das umfangreiche und interessante Thema Terraristik heranwagen, ist mehr als erschreckend und dass, obwohl jeder von uns mittlerweile problemlos detaillierte Informationen zur tiergerechten Haltung diverser Reptilienarten sowohl in hervorragenden Fachbüchern als auch auf einigen sehr guten Internetseiten abrufen kann. Das scheint aber niemanden so recht zu interessieren bzw. das Lesen von solchen Haltungsberichten ist vielen zu anstrengend und würde ja schon fast in Arbeit ausarten. Diese "Vollpfosten" mögen es lieber etwas bequemer, kaufen sich "von jetzt auf sofort" die unterschiedlichsten exotischen Tiere im Zoohandel oder auf diversen Börsen (Tier-/Reptilienbörsen = übrigens "ein ganz spezielles Kapitel für sich" - siehe weiter unten) und sperren diese dann frei nach dem Motto "mal gucken, wird schon irgendwie gehen" in irgendeinen schnell zurecht gemachten Glaskasten oder in irgendeine "Schuhschachtel". Wenn's dann (... wie in den meisten Fällen ...) nicht gut geht, ist das Gejammere, Blablabla, Hilfe-Hilfe-Gerufe etc. in diversen Foren + in E-Mail Nachrichten - die dann als "eilig/dringend" versendet werden - recht groß ...

Mein seit nunmehr seit eine guten Jahrzehnt geschalteter Aufruf   

BITTE INFORMIERT EUCH UNBEDINGT BEREITS VOR DER ANSCHAFFUNG DES TIERS/ODER DER TIERE ÜBER DEREN HALTUNGSANFORDERUNGEN !!!!!!!!

hat bisher auch niemanden von diesen "Reptilienfreunden" wirklich interessiert. Sei's drum ...... In Anbetracht der aktuellen Situation habe ich für Maßnahmen wie "Verbot der Haltung gefährlicher Tiere in Hessen ist Gesetz!" schon ein gewisses Verständnis. 

Was ich nun seit vielen Jahren erlebe (persönliche Kontakte, Internet, Reptilienbörsen, Diskussionsforen) macht meine persönliche Einstellung, was die Haltung von exotischen Tieren in Privathand betrifft, immer radikaler. Hätte ich in Deutschland etwas zu sagen, dann würde ich die private Haltung von allen exotischen Tieren am liebsten generell verbieten. Ausnahmen hiervon würde es lediglich dann geben, wenn private Halter ihre Fachkompetenz bzgl. der Pflege von Exoten sicher und kontinuierlich in Theorie und Praxis nachweisen können (... und Fachleute die sich schon seit Jahren vorbildlich um ihre Tiere kümmern hätten dann, was ihr Hobby betrifft, ja auch rein gar nichts zu befürchten ... viele andere hingegen, die meinen sie müssen sich vorab gar nicht oder nur vage über die Anforderungen von ihren tierischen Hausgenossen informieren, könnten die Idee der Pflege von exotischen Tieren gleich von Anfang an "in die Tonne treten"). Zusätzlich würde es mehrmals im Jahr (unangekündigte) strenge Kontrollen von privaten Tierbeständen durch speziell hierfür geschulte Leute von Naturschutzbehörden geben. Jaja liebe Leserinnen und Leser ich weiß ... Dinge/Sachverhalte/Probleme, die man anderweitig (aus welchen Gründen auch immer) nicht mehr "in den Griff bekommt" einfach komplett zu verbieten, ist so eine typisch deutsche Charaktereigenschaft ... mir ist auch durchaus bekannt, dass es von den weiter oben erwähnten speziell geschulten Leuten von Naturschutzbehörden bereits jetzt schon viel zu wenige gibt ...es mangelt uns auch heutzutage gar nicht an gesetzlichen Vorgaben, sondern in den meisten Fällen eher an deren Umsetzung durch den Vollzug. Also keine Angst ... ich werde aller Voraussicht nach in Deutschland nie "etwas zu sagen" haben ... ... also sei hiermit Entwarnung gegeben (was aber dennoch nichts an meinen "radikalen Ansichten" ändert ...). 

Ein erster vernünftiger Schritt, um die aktuelle prekäre Situation (... auch ganz ohne Haltungsverbote ...) wieder "mit gesundem Menschenverstand" in den Griff zu bekommen, wäre meines Erachtens eine regelmäßige, strenge und unangekündigte Durchführung von Bestandskontrollen bei allen Privatzüchtern- und Haltern. Grundvoraussetzung für diese Vorgehensweise wäre dann natürlich auch die Verabschiedung einer gesetzlichen Meldepflicht der Tierbestände bei den jeweils zuständigen Naturschutzbehörden, die ohne Einschränkungen für alle (Haus-) Tiere gelten müsste. 

Ein wichtiger Punkt muss zudem auch jedem von uns klar sein: Die von der einschlägigen Presse und von diversen Tierschutzorganisationen beschriebene Problematik "katastrophale Tierhaltung, Erfüllung v. Kriterien der Tierquälerei etc.", beschränkt sich auf gar keinen Fall nur auf die Haltung exotischer Haustieren! Siehe auch meinen Kommentar weiter unten zur Aussage der Organisation "Vier Pfoten" in Bezug auf die Tiermesse Exotika: "Wahre Tierfreunde holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause ..."). So eine allgemeine Aussage ist, mit Verlaub gesagt, kompletter Bullshit!

Jetzt aber wieder zurück zu den Reptilien: Ich persönlich habe mir bisher immer wenn mich ein Tier besonders interessierte zuallererst einmal ein (Fach-) Buch darüber gekauft (oder ausgeliehen), um mich über die Haltungsparameter der entsprechenden Art zu informieren. Sehr oft stellte sich dann heraus, dass ich die Haltungsanforderungen entweder gar nicht oder nur teilweise erfüllen konnte und so musste ich "schweren Herzens" auf die Anschaffung einer Echse oder einer Schlange verzichten .... so war es nun leider mal ! Die Zeiten haben sich inzwischen aber gründlich geändert .... meines Erachtens aber leider nicht zum Guten, sondern zum Schlechten. Ich denke jeder bzw. jede der/die sich einigermaßen gut mit Haltungsanforderungen von Reptilien in Gefangenschaft auskennt und sich mit "eingeschaltetem gesunden Menschenverstand" die unzähligen, teilweise erschreckenden Beiträge in diversen Reptilienforen anschaut, wird mich ein kleines bisschen verstehen. Wenn ich mir die eine oder andere "Pappnase" unter den Haltern von exotischen Tieren betrachte, dann muss man schon einiges an Geduld, Verständnis und Fingerspitzengefühl aufbringen, um entsprechend damit umgehen zu können und stets sachlich zu agieren bzw. zu reagieren. Ich selbst bringe diese Geduld, das Verständnis und auch das Fingerspitzengefühl solchen "Tierfreunden" gegenüber schon lange nicht mehr auf ... deswegen halte ich mich auch mit meinen persönlichen Kommentaren in Diskussionsforen sehr zurück (... und denke mir meinen Teil lieber ...). Sich darauf zu beschränken "lediglich im Internet zu googeln", um sich über die Pflege einer bestimmten Reptilienart zu informieren, reicht meines Erachtens nicht aus. Jeder der z.B. schon mal ein Chamäleon über 14 Tage gepflegt hat, ohne dass es während dieser Zeit tot vom Ast gefallen ist, kann im Internet schon problemlos seine eigenen "schier unermesslichen" Haltungserfahrungen auf seiner Homepage veröffentlichen. In vielen Reptilienfachforen "beraten" mittlerweile Anfänger, die ihre Reptilien selbst erst seit wenigen Wochen pflegen, mit wachsendem Eifer andere Anfänger. Die Qualität solcher Informationen aus dem Netz ist dann teilweise auch entsprechend katastrophal und stellt meiner Meinung nach keine solide Basis für zukünftige Halter dar. Andererseits hat es heutzutage ein "Anfänger in Sachen Terraristik" aber auch nicht gerade leicht um gute Internetseiten (die es zweifelsohne gibt!) von schlechten Seiten (... von denen es leider etliche gibt ...) zu unterscheiden bzw. es fällt schon nicht leicht kompetente und langjährig erfahrene Reptilienhalter von "Besser- bzw. Bescheidwissern" und/oder "selbst ernannten Experten" zu unterscheiden. Was mich persönlich betrifft: Statt in irgendwelchen der vielen Internet-Reptilienforen zu diskutieren und Beträge zu schreiben, nutze ich diese wertvolle Zeit lieber zur Pflege v. meinen eigenen Tieren ... da habe ich wesentlich mehr davon ... und meine Tiere dann letztendlich auch .

Mein kleiner Tipp für Anfänger: Besuchen sie Leute mit Reptilien doch einfach mal zuhause. Dort können sie sich dann in Ruhe deren Terrarienanlagen, sowie die kompletten Aufzucht- und Haltungsbedingungen anschauen und anschließend gezielt ihre Fragen stellen ... gehen sie dabei ruhig auch kritisch und "mit gesundem Menschenverstand" an die Sache heran. Wenn sie z.B. sehen, dass jemand ein Chamäleon mit einer Gesamtlänge v. 50 cm in einem 60 x 50 x 100 cm großen Terrarium hält, dann grenzt das an Tierquälerei. Dabei spielt es dann auch keine große Rolle ob der betroffene Halter seine Tiere trotz allem regelmäßig nachzüchtet (... aufgrund von "chronischem Platzmangel" haben manche Tiere ja letztendlich kaum andere Möglichkeiten als sich mit dem Artgenossen, der vielleicht gerade mal 5 cm daneben sitzt, zu paaren ... mit professioneller und tiergerechter Haltung hat das Ganze aber rein gar nichts zu tun) bzw. sein Hobby erst seit 14 Tagen oder bereits seit 25 Jahren betreibt. Sollten sie den begründeten Verdacht haben, dass es sich um Tierquälerei handelt, dann scheuen sie bitte nicht davor zurück Anzeige bei der zuständigen Naturschutzbehörde zu erstatten. Weil nur auf diese Art werden solche Leute kurzfristig dazu gezwungen schnellstens Abhilfe zu schaffen und nur dann wird's (vielleicht) irgendwann mal besser ....    

Andererseits sollte man trotz allem aber immer "die Kirche im Dorf lassen" und jeder der dieses Hobby betreibt sollte lernen zu akzeptieren, dass es unter Haltern immer auch verschiedene Meinungen geben wird, was eine tiergerechte Haltung betrifft (frei nach dem Motto "verschiedene Wege führen nach Rom"). Wenn ich z.B. über meinem Terrarium eine Lichttechnik von 3.000 Watt installiert habe, dann bedeutet das nun nicht automatisch, dass jeder andere Halter, der bei der gleichen Art vielleicht "nur" 500 Watt an Beleuchtung verwendet, gleich "ein Tierquäler" ist. Das gleiche gilt natürlich auch für die Größe des Terrariums ... ein geeignetes Terrarium für eine Gruppe 1.3 Leopardgeckos (Eublepharis macularius) sollte z.B. die Maße 120 x 60 x 60 cm haben ... man kann die Tiere aber natürlich auch durchaus in ein Terrarium mit den Maßen 500 x 300 x 400 cm setzen und dann in X verschiedenen Internetforen behaupten, dass nur jemand, der seinen Tieren gleiche oder ähnliche Abmessungen bietet, eine tiergerechte Haltung betreibt (wobei ich selbst mich schon seit 24 Jahren an die einfache Regel halte "je größer das Terrarium, desto besser" und nicht an "wo passen die Viecher gerade noch rein, ohne dass es schon an Tierquälerei grenzt").   

So, was versteht man denn nun unter einer "guten Tierhaltung" bzw. wie erkennt man Leute die eine tiergerechte Exotenhaltung betreiben?

Eine gute und tiergerechte Haltung erkenne ich dann mit großem Respekt an, wenn jemand eine Tierart in Gefangenschaft so pflegt, dass sie ihr maximales Lebensalter gesund erreicht. Der Nachweis von Zuchterfolgen hingegen muss/sollte meiner Meinung nach nicht zwingend auch ein Prädikat für eine gute und tiergerechte Haltung sein (... so dachte man vor 25-30 Jahren mal ... mittlerweile sollte man diesbezüglich vielleicht ja mal umdenken ...).  

Was mich persönlich betrifft: Meine Türen stehen jedem Anfänger, Fortgeschrittenen und Profi der sich für meine Tierhaltung interessiert jederzeit offen.         

Absolut treffend hat es auch Esther Laue auf ihrer Website www.bergagamen.de unter dem Link "Persönliches" formuliert. Das Lesen ihres Kommentars "Ich bin Gott" lohnt sich auf jeden Fall für jeden der lebende Tiere in Gefangenschaft hält. Hinter Esther's Meinung zu dieser Thematik stehe ich ebenfalls zu 100% und besser hätte ich es auch nicht ausdrücken können. 


Noch so ein spezielles Thema für sich: Reptilienbörsen ... die inzwischen immer mehr "wie die Pilze" aus dem Boden schießen und unter "Reptilienfreunden" (... leider) immer populärer werden - hier *meine persönliche Meinung zu solchen Veranstaltungen: 

Ich halte von solchen "Verkaufs"-Veranstaltungen absolut gar nichts - da geht es meiner Ansicht nach nur um ein Thema: GELD verdienen - und das geht dann leider nur allzu oft zu Lasten der Gesundheit der ausgestellten Tiere. Außerdem wird so mancher Anfänger (und auch "Fortgeschrittener") durch den Besuch von Reptilienbörsen sehr dazu verleitet/verführt sich irgendwelche Reptilien zu kaufen, die er gar nicht genau kennt und deren Haltungsanforderungen er nicht oder nur eingeschränkt erfüllen kann - und genau das finde ich nicht gut und werde es niemals unterstützen  .....  gut finde ich solche Börsen lediglich dann, wenn es ausschließlich darum geht diverses Zubehör und Terrarien dort anzubieten und zu verkaufen ... aber keine lebenden Tiere!!

Kleines Beispiel gefällig wie es auf Reptilienbörsen in der Regel so abläuft (.... aus der Sicht von Esther Laue - www.bergagamen.de  / das war ihr erster und sicherlich auch letzter Besuch einer Reptilienbörse) - Klicke hier: http://www.bergagamen.de/Bilder/Boe_r_se.pdf   ... und hier: http://www.bergagamen.de/index.php?id=28 .

Bitte bedenken: Das Schicksal der dort zur Schau gestellten Chinesischen Bergagamen (Japalura splendida) ist nur ein Beispiel von vielen. Hätte ich etwas zu sagen ... (... siehe weiter oben Stichwort "radikale Ansichten" ... ;-) ... dann würde es bei uns keine Reptilienbörsen mehr geben. 

Unter dem nachfolgenden Link findet man auch einen (... meines Erachtens ...) recht guten Artikel vom Verein "Die Tierfreunde e.V." zur Thematik "Reptilienbörsen/Exotenhandel", dessen Aussagen leider in erschreckend vielen Punkten der Realität entspricht: http://www.die-tierfreunde.de/inhalte/info/schutz/heimtiere/reptilien_boersen.htm

Auch der Artikel vom 27.09.2009 von "Vier Pfoten" zur Tiermesse "Exotika" findet zum größten Teil meine Zustimmung. 

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20091001_OTS0012

* Hinweis für Leute bzw. Veranstalter von solchen Tierbörsen die das hier Geschriebene alles möglicherweise ganz anders sehen: Ich möchte nochmals klarstellen, dass ich hier lediglich meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringe. Das ist nicht verboten (siehe Artikel 5, Abs. 1 / Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland) und deswegen muss man also nicht gleich irgendwelche Anwälte bemühen.  

Lediglich über den letzten Absatz "... wahre Tierfreunde holen sich keine Exoten ins Haus, sondern schenken Tieren wie Hunden und Katzen aus Tierheimen ein Zuhause ...", lässt sich streiten. Man sollte bei solchen Aussagen nicht außer acht lassen, dass auch etliche "Nichtexoten" d.h. viele Hunde und Katzen (sowie etliche Kleintiere wie z.B. .... Kaninchen, Hamster, Chinchillas, Meerschweinchen, Papageien, Wellensittiche, Kanarienvögel u.v.m. ....) leider alles andere als tiergerecht gehalten werden ... und solche Leute würde ich deswegen nicht gerade als "wahre Tierfreunde" bezeichnen. Wären Halter von "Nichtexoten" tatsächlich alle "wahre Tierfreunde", wie uns der Artikel von "Vier Pfoten" glaubhaft machen will, dann bräuchte man ja schließlich auch keine Tierheime mehr. Umgekehrt gibt es heutzutage aber durchaus noch wahre Tierfreunde, die ihren exotischen (Haus-) Tieren eine hervorragende Haltung bieten und diesbezüglich weder Kosten noch Mühe scheuen ...  

So, genug gemeckert: Wird sich demnächst jetzt etwas ändern? Nein - ich fürchte es wird in Zukunft eher noch schlimmer. Bin aber mal gespannt.


Nochmals (... auch wenn's möglicherweise nervt ..) als kleine Gedächtnisauffrischung bzgl. der Pflege von Grünen Leguanen: Grüne Leguane können bei guter Haltung über 20 Jahre alt werden. Man muss also über einen sehr langen Zeitraum mit einem nicht unbeachtlichen Pflegeaufwand rechnen. Das ganze kostet dann auch entsprechend viel Geld (Stromkosten, Wasserkosten, Futter, Terrarienausstattung).

Einige abschließende Worte zum Thema „Pflege und Zucht von Iguana iguana“:

Jedem der sich vielleicht mit dem Gedanken trägt Grüne Leguane anzuschaffen und zu pflegen möchte ich folgendes ans Herz legen, mit der Bitte darüber nachzudenken :

Bitte überlegen Sie es sich wirklich gut mit der Haltung dieser Tiere - inzwischen hängen immer mehr Leute, die über lange Jahre Grüne Leguane gehalten und gezüchtet haben, ihr Hobby an den Nagel. Die Haltungsanforderungen für Grüne Leguane sind hoch und sollten nicht unterschätzt werden (man bedenke: Grüne Leguane können bei guter Pflege locker über 20 Jahre alt werden.....). 

Seit Anfang März 2003 pflege ich aus zeitlichen Gründen übrigens auch keine Grünen Leguane mehr. Aus eigenen Erfahrungen bei der Abgabe meiner Leguane weiß ich: Es gibt zwar relativ viele Interessenten, aber nur sehr wenige davon können diese Großechsen auch wirklich über einen längeren Zeitraum tiergerecht bzw. besser gesagt "einigermaßen tiergerecht" pflegen.

Der tägliche Zeit- und Kostenaufwand ist erheblich d.h. ich verbrachte in Durchschnitt täglich ca. 45 - 90 Minuten im Terrarienkeller (bei einer Generalreinigung der kpl. Anlage werden es auch mal bis zu 5 Stunden und mehr) und bei mir beliefen sich die durchschnittlichen monatl. Kosten auf ca. 120-150 EURO (mit Strom-, Wasser- und Futterkosten + gelegentl. Austauschen von Leuchtstoffröhren, Reflektorstrahlern, HQI-Leuchtmitteln und UV-Strahlern). Wer würde/könnte die Betreuung der Leguane während der Urlaubszeit übernehmen? Bei meinen Tieren hatte das ein Freund übernommen - er hat während meines Urlaubs/Geschäftsreisen täglich nach den Leguanen geschaut, sie gefüttert, saubergehalten und mittels Druckzerstäuber mit Wasser besprüht - solche Freunde sind aber eher selten.

Wenn man Grüne Leguane in einer Mietwohnung halten möchte, dann sollte man das vorher mit dem Vermieter absprechen. Besonders in Wohnräumen darf man es nicht mit der Luftfeuchtigkeit übertreiben (Schimmelbildung).Es gibt Leute die lassen Grüne Leguane generell frei in der Wohnung herumlaufen. Wenn man sich das Kapitel "Haltungsbedingungen" näher betrachtet, dann kommt man sehr schnell dahinter das dies nicht gerade das "Nonplusultra" einer tiergerechten Haltung von Grünen Leguanen ist. Selbstverständlich kann man einen Leguan auch einmal in der Wohnung herumlaufen lassen. Aber wenn überhaupt, dann nur für kurze Zeit und nur unter ständiger Aufsicht. Es kann leicht passieren das sich der Leguan bei solchen Ausflügen erkältet (Zugluft, Zimmertemperatur nicht ausreichend) bzw. sich an Einrichtungsgegenständen vergreift (zerrissene Gardinen, zerkratzte Möbel etc.). Optimale und tiergerechte  Haltungsbedingungen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtung, Kletteräste etc.) kann man Iguana iguana zumindest meiner Meinung nach nur in einem geräumigen Terrarium bieten.


Zur Zucht von Iguana iguana: Wenn es einem dann trotzdem irgendwann einmal gelingen sollte (was man sich nicht so einfach vorstellen sollte) seine Grünen Leguane nachzuzüchten, dann muss man am Ende damit rechnen, dass man auf seinen Jungtieren sitzen bleibt. Farmzuchten (= Importtiere) von Iguana können Interessenten das ganze Jahr über und zum Teil zu sehr günstigen Preisen im Zoofachhandel beziehen - dass diese Farmzuchttiere sehr oft erhebliche Verhaltensstörungen aufweisen die wiederum Haltungsprobleme nach sich ziehen, merken die Leute (leider) erst nach einer Weile.

Wenn man sich dann, aus welchen Gründen auch immer, dazu entschließt seine erwachsenen Tiere abzugeben, dann muss man ebenfalls damit rechnen, dass sie nur sehr schwer in gute Hände vermittelbar sind. Viele Leute haben einfach nicht den Platz und die Möglichkeiten um diese Großechsen langfristig zu pflegen. 

In den letzten Jahren werden immer mehr junge (juvenile),  halberwachsene (= semiadulte) und erwachsene (= adulte) Grüne Leguane auf dem "freien Markt" angeboten (siehe diverse „Terraristik-Kleinanzeigen“ im Internet oder auch Anbieter im Anzeigenjournal der DGHT bzw. im DGHT-Forum unter "Kostenlos abzugeben in gute Hände" - siehe http://www.dghtserver.de/foren/forumdisplay.php?f=38 ).

Oft sind das Leute (siehe auch ganz am Anfang meines Artikels) die ihre Tiere, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr pflegen können/nicht mehr pflegen wollen und sie deswegen abgeben müssen/wollen.

Nun, so hart wie sich's vielleicht anhört, aber in so eine Situation kann jeder von uns einmal geraten - sei es aus beruflichen, gesundheitlichen, finanziellen oder sonstigen Gründen - machen wir uns nichts vor (mich hat's inzwischen nach über 10 Jahren "Leguanpflege" ja leider auch "erwischt"). Jeder Halter von exotischen Tieren sollte sich einmal die offiziellen Zahlen der Exportquoten für das Jahr 2002 unter dem Link http://www.cites.org/common/quotas/2002/latest.pdf näher anschauen. Mich würde wirklich einmal das Schicksal jedes einzelnen der über 380.000 exportierten Grünen Leguane (Farmzuchten?) und natürlich auch das Schicksal aller anderen exportierten Tiere interessieren. In Anbetracht solcher Veröffentlichungen von Exportzahlen von lebenden Tieren stelle ich den Sinn der Reptilienhaltung (und den Sinn der Haltung von exotischen Tieren im Allgemeinen) durch Privatleute sehr in Frage. Die aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2010 findet man unter dem Link http://www.cites.org/common/quotas/2010/ExportQuotas2010.pdf .

Habe mir deswegen auch schon viele Gedanken darüber gemacht, ob es nicht besser wäre, mein Hobby "Reptilienhaltung und Zucht" einfach komplett aufzugeben. Aber würde so eine drastische Maßnahme eines Einzelnen auch tatsächlich etwas an der Gesamtsituation „Tierexport“ bewegen ... ? Wie dem auch sei: Irgendwann werde ich, zumindest was mich und mein Gewissen betrifft, einmal eine Entscheidung treffen müssen.

Deswegen sollte sich jeder "Neuling", der jetzt immer noch unbedingt Grüne Leguane pflegen möchte u.a. auch überlegen ob er solchen „Leguanen aus 2. Hand“ nicht ein gutes Zuhause bieten kann (Abgabeanzeigen findet man u.a., wie bereits weiter oben angegeben, im DGHT-Forum unter http://www.dghtserver.de/foren/forumdisplay.php?f=38 - die Abgabe der Tiere ist in der Regel kostenlos - Voraussetzung: Vorhandensein eines großen Terrariums + Garantie einer tiergerechten Haltung, auch unter www.dhd24.com findet man regelmäßig Grüne Leguane die von Haltern abgegeben werden). Ich persönlich finde das aus oben erwähnten Gründen immer noch wesentlich besser, als einfach in den nächsten Zooladen zu rennen und sich Jungtiere aus "Farmzuchten" zu kaufen (und somit den Export v. exotischen Tieren noch weiter "anzukurbeln"). 



Auch ein Besuch der nachfolgend aufgeführten Websites lohnt sich sehr - die Leute dort haben meine absolute Hochachtung wegen ihrem unermüdlichen Einsatz für den Tierschutz - einen großen Teil der tagtäglich anfallenden Kosten übernehmen sie zudem auch noch "aus eigener Tasche":


http://www.reptilienauffangstation.de
oder direkt: http://www.reptilienauffangstation.de/abgabetiere_echsen.html  

oder .... http://www.reptilienstation-spreewald.de
oder ...... http://www.reptilienhilfe-nord.de/abgabe.php 


Was man beim Kauf von Grünen Leguanen „aus zweiter Hand“ (zumindest meiner Meinung nach) beachten sollte: Die Tiere müssen gesund sein .... und sie sollten wenigstens „einigermaßen zahm“ sein d.h. konkret : Die Leguane dürfen auf keinen Fall aggressiv auf ihren Pfleger losgehen.

Bei Grünen Leguanen die um sich beißen und wild mit dem Schwanz nach ihrem Pfleger schlagen empfehle ich nur eins: FINGER WEG !!! Wenn man sich solche aggressiven Großechsen ins Haus holt, dann tut man sich selbst (... und anderen Familienmitgliedern ...) ganz sicher keinen Gefallen. Ganz im Gegenteil: So macht die Pflege von Grünen Leguanen auf Dauer sicherlich keine Freude.

Wie dem auch sei: Ich wünsche allen Freunden der Terraristik viel Freude und viel Erfolg bei der Ausführung ihres interessanten Hobbys.

Bei Fragen stehe ich gerne per E-Mail zur Verfügung - bitte aber um Verständnis, dass ich eingehende E-Mails aus Zeitgründen oft nicht immer gleich nach Erhalt beantworten kann 

(P.S. Unfreundliche E-Mails von irgendwelchen "Schwachbirnen" ... und/oder Nachrichten ohne Angabe von Namen und/oder Betreff beantworte ich gar nicht mehr ... dafür ist mir meine Zeit zu schade, die verbringe ich inzwischen lieber mit und bei meinen Tieren!!).