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Terrarium - Luftfeuchtigkeit - Heizung - Allgemeine Einrichtung - Beleuchtung - Giftpflanzen
Exzellente Tipps bzgl. einer tiergerechten Haltung von Grünen Leguanen im Terrarium findet man u.a. im
(siehe
unter "Basics" & "Fachbeiträgen").
Die Empfehlungen der vielen Leguan-Fachleute im Forum sind zudem auf einem aktuelleren Stand als die hier auf meiner Website angegebenen Infos.
Nochmals kurz zur Erinnerung: Seit März 2003 pflege ich selbst keine Grüne Leguane mehr
!
Terrarium: Jeder der Grüne Leguane auf Dauer (Iguana iguana kann bei guter Pflege über 20 Jahre alt werden !!!!) tiergerecht halten (und eventuell nachzüchten) möchte, sollte sich darüber bewusst sein, dass diese Tiere ein Terrarium benötigen das dem ihrer entsprechenden Größe entspricht. Für Jungtiere bis zu einem Alter von ca. 10-12 Monaten würde schon noch ein kleineres Terrarium ausreichen. Wenn man nun aber bedenkt wie schnell diese Tierchen im Laufe eines Jahres wachsen, dann sollte man meiner Meinung nach sein Geld nicht unnötig für ein "Aufzuchtterrarium" ausgeben, sondern den Kleinen gleich von Anfang an schon ein tiergerechtes Großraumterrarium (= Endterrarium) zur Verfügung stellen. Geschichten wie "in einem Großraumterrarium finden die Jungtiere ihr Futter nicht" oder "in Großraumterrarien bleiben Jungtiere dauerhaft scheu" gehören ins Reich der Märchen.
Meiner Meinung nach eignet sich dafür, wie oben schon erwähnt, ein Großraumterrarium, dass für ein ausgewachsenes Pärchen Iguana iguana mindestens die Maße (Länge x Tiefe x Höhe) 250 x 150 x 200 cm haben sollte ... die Betonung bzgl. den Abmessungen liegt hier klar auf "mindestens". Grüne Leguane sind sozial lebende Echsen. Ich empfehle daher generell die Haltung von mehreren Tieren (1 Pärchen bzw. 1 Männchen und 2-3 Weibchen und keine Einzelhaltung - da gehen die Meinungen von Leguanpflegern aber (.... wie so oft ...) etwas auseinander. Selbstverständlich kann man Grüne Leguane, wenn man möchte, auch einzeln pflegen, aber ich persönlich befürworte das nicht. Geschlechtsreife Männchen sind untereinander (... fast ...) immer unverträglich und das dominante Tier kann seinem unterlegenen Artgenossen schwerste Verletzungen zufügen - deswegen rate ich jedem dringend davon ab "Experimente dieser Art" zu versuchen.
Noch ein wichtiger Punkt: Auch bei Weibchen die einzeln gehalten werden ist es möglich, dass sie jedes Jahr in etwa zur gleichen Zeit ein (... dann natürlich unbefruchtetes) Gelege bilden. Um Probleme mit einer möglichen Legenot zu vermeiden, muss man dann rechtzeitig eine geeignete Eiablagekiste (oder mehrere Ablagekisten) im Terrarium zur Verfügung stellen (siehe Kapitel "Eiablage") !!!
Wenn man mehrere Tiere zusammen pflegt, kann sich das auch positiv auf das "Zahmwerden" auswirken. Wie viele Leguane man zusammen halten kann ist aber auf jeden Fall abhängig von der Größe des Terrariums. In ihrem natürlichen Lebensraum leben übrigens auch mehrere Weibchen mit halbwüchsigen Männchen im Bereich eines adulten (= erwachsenen) dominanten Männchens (Leguane sind Tiere die in einer mehr oder weniger großen Gruppe zusammenleben). Der Bewegungsraum eines dominanten Männchens erstreckt sich hier allerdings auf ein Gebiet von bis zu einem Hektar. Soviel Platz kann man sicher in keinem Terrarium anbieten - sollte der Eine oder Andere von Ihnen jetzt generell Bedenken gegen die Haltung von Iguana iguana im Terrarium bekommen, dann ist das durchaus verständlich. Nur man sollte dann jegliche Tierhaltung in Menschenhand in Frage stellen - auch jedes noch so große Gehege im Zoo, jedes noch so große Aquarium etc. wird selten dem natürlichen Lebensraum einer Tierart entsprechen. In welchen "erbärmlichen" Zuständen wird so mancher Hund/so manche Katze/ so mancher Vogel in Privathand gehalten ????? Wollte hier nur mal wieder etwas zum Nachdenken anregen !
Aber jetzt wieder zurück zu den "Grünen":
Meiner Meinung nach optimal für die Haltung von Iguana iguana, aber für die meisten Freunde der Terraristik aus Platzgründen nur selten realisierbar, ist ein sogenanntes Raum- oder Zimmerterrarium. Für meine Leguane (1 Männchen./2 Weibchen - deutsche Nachzuchten vom April 1992 - seit Juni 1993 in meinem Besitz) habe ich einen kompletten Kellerraum mit den Maßen 380 x 270 x 230 cm (LBH) "leguangerecht" eingerichtet d.h. mit vielen Kletterästen und einem großen Wasserbecken (LBH = 200 x 100 x 30 cm).
Das Wasserbecken ist jetzt seit
mehreren Jahren nicht mehr beheizt (die Wassertemperatur war ursprünglich auf
ca. 25-26°C eingestellt), da die Luftfeuchtigkeitswerte damals über Nacht so
hoch angestiegen sind, dass das (Kondens-) Wasser morgens die Wände
herunterlief. So hohe Luftfeuchtigkeitswerte sind zwar sicherlich spitzenmäßig
für die Leguane, aber man sollte es in Wohn- oder Kellerbereichen meiner
Meinung nach nicht übertreiben (Gefahr der Schimmelbildung, dauerhafte Schädigung
des Mauerwerks etc.) - es sei denn man will sich unbedingt mit seinem Vermieter
anlegen oder sein Haus frühzeitig "zu Grunde richten".
Luftfeuchtigkeit:
In der "imitierten" Regenzeit (= bei mir von Ende Juni bis Mitte/Ende
Dezember) komme ich durch tägliches ein- bis zweimaliges Sprühen mit einer
handelsüblichen Drucksprühflasche eine Luftfeuchtigkeit von tagsüber ca. 70%.
Nachts steigen diese Werte auf ca. 80 - 85% an. Während des Sprühens nehmen
meine Leguane auch sehr häufig die Gelegenheit war um direkt aus der Düse der
Drucksprühflasche zu trinken. In der "imitierten" Trockenzeit (= bei
mir von Mitte/Ende Dezember bis Ende Juni) sprühe ich nur ca. 2-3 mal pro
Woche. Die Luftfeuchtigkeitswerte liegen dann bei ca. 50% tagsüber und steigen
nachts auf ca. 65-70% an.
Heizung: Da ein Anschluss meines Kellerraums an die Zentralheizung nicht so einfach realisierbar war und außerdem die automatische Nachtabsenkung der Heizung bei der Pflege von Iguana Probleme bereiten könnte (Temperatur fällt nachts auf unter 20°C), habe ich mich für eine Beheizung mittels zwei hinter einer Holzverkleidung versteckten Ölradiatoren entschieden. Vorteil: Die Raumtemperatur von ca. 28 - 32°C (tagsüber) und Nachts von ca. 22 - 24°C kann man konstant einhalten. Man ist mit Hilfe der in den Heizungen eingebauten Thermostaten außerdem flexibel und kann die Raumtemperaturen entsprechend den Jahreszeiten anpassen. Nachteil: Relativ hohe Stromkosten - die sich dank der Thermostaten in meiner Meinung nach noch "erträglichen Grenzen" bewegen (meine Stromkosten/Monat: EUR 130,00 für das 165 qm große Haus mit allen noch sonstigen Stromverbrauchern wie Elektroherd, Waschmaschine, Trockner, Licht etc.).
Allgemeine Einrichtung: Den Kellerraum habe ich etwas aufgeteilt: In einen (**) Ausweichbereich (könnte man bei Bedarf auch als Quarantänestation verwenden) von ca. 180x 95 x 230 cm (LBH) und in einen Aufzuchtbereich von ca. 100 x 95 x 230 cm (LBH) - ein Aufzuchtterrarium muß nicht unbedingt diese Maße haben (siehe weiter oben u. unter dem Link "Aufzucht der Jungtiere").
(**) Kurze Anmerkung zum Ausweichbereich/Ausweichterrarium: Jedem der mehrere Leguane zusammen halten möchte und eventl. später auch nachzüchten will empfehle ich generell die Einplanung eines Ausweichterrariums. Dieses Terrarium sollte von der der Größe her so bemessen sein, dass ein ausgewachsener Grüner Leguan auch über einen längeren Zeitraum darin gehalten werden kann. Dies ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, da man bei der gemeinsamen Haltung von Iguana nie weiß, ob es nicht doch irgendwann einmal zu Streitigkeiten/Aggressionen unter den Tieren kommt (das kann natürlich auch bei einem Pärchen passieren). Bei Streitigkeiten unterlegene Leguane könnten sich dann schwere Verletzungen zuziehen. Durch den ständigen Stress dem sie durch einen dominanten Artgenossen ausgesetzt sind (ich spreche hier nicht nur von Iguana-Männchen, es gibt auch äußerst aggressive Iguana-Weibchen) kann es zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme kommen, Krankheiten könnten bei einem geschwächten Immunsystem ausbrechen und das Tier könnte schwere Verhaltensstörungen davontragen. Man sollte in solchen Fällen nicht zu lange warten und seine Leguane sofort voneinander trennen. Voraussetzung: Man hat ein Ausweichterrarium eingeplant !
Als Baumaterial für beide Terrarien habe ich ca. 25 mm dicke, für Feuchträume geeignete Spanplatten verwendet. Alle Spanplatten wurden mit Fliesenkleber bestrichen und nach dem Austrocknen noch zusätzlich mit flüssigem (weißen) Kunststoff überzogen. Im Aufenthaltsbereich steht seit längerer Zeit (September 2000) auch ein Terrarium (100 x 50 x 100 cm - LBH) für die Pflege von einem Pärchen Phelsuma madagascariencis grandis (Großer Madagaskar-Taggecko), ein Terrarium (90 x 50 x 60 cm - LBH) für eine Zuchtgruppe (1,3) Eublepharis macularius (Leopardgecko) sowie diverse Kleinterrarien für die Aufzucht von Nachzuchten der beiden Geckoarten. Alle hier aufgeführten Geckoterrarien sind für meine Grünen Leguane unerreichbar (das war Anfangs gar nicht so einfach).
Der Ausweichbereich und der Aufzuchtbereich sind mit Schiebescheiben (laufen auf Rollen) ausgestattet. Die Scheiben im Ausweichbereich sind aber ständig offen. Tagsüber sind die Leguane meist im eigentlichen Aufenthaltsbereich (Maße: 280 x 270 x 230 cm - LBH) anzutreffen. In diesem Bereich steht den Tieren auch das weiter oben erwähnte unbeheizte Wasserbecken zur Verfügung - dieses Becken wird allerdings nicht so häufig in Anspruch genommen (vom hineinkoten einmal abgesehen). Dass könnte natürlich hauptsächlich daran liegen, dass es nicht beheizt ist (die Wassertemperatur beträgt ca. 20-21°C). Ich konnte allerdings beobachten, dass die Weibchen besonders während der Trächtigkeitsphase, mehrmals am Tag gerne "eine Runde schwimmen gehen". Als Wasserfilter verwende ich einen Eheim-Innenfilter Typ 2252 mit insgesamt sechs Filterkammern.
Ein kompletter Wasserwechsel (ca. 550 Liter Wasser) wird somit spätestens alle 8 Wochen erforderlich. Auf einen Einsatz von Fischen (z.B. Guppys, Goldfische etc.) und Wasserpflanzen (z.B. Wasserpest) habe ich verzichtet - das wäre aber sicherlich möglich.
Im Aufenthaltsbereich steht in einer Höhe von ca. 100 cm die Futterschale (Durchmesser ca. 22 cm, Höhe ca. 5 cm). Weiter oben laden dann querliegende Äste (hier handelt es sich um auf Holzlatten aufgeschraubte Zierkorkröhren) die Tiere zum Dösen und zum Imponieren ein. Eine Schale mit frischen Trinkwasser (sollte täglich erneuert werden) steht direkt neben dem Futternapf
Auf dem Boden steht noch eine Schale mit zerstoßenen Sepiaschalen (Partikelgröße max. 5 mm) - weitere Informationen hierzu kann man im Kapitel "Ernährung" nachlesen.
Zum Schlafen gehen meine Iguanas übrigens immer in den Ausweichbereich - eventuell weil sich dort auch die Heizung befindet und es somit immer behaglich warm ist. Auf allen Liegeflächen (gebaut aus mit weißem Kunststoff beschichteten Spanplatten) auf denen sich die Tiere aufhalten, habe ich passend zurechtgeschnittene Stücke vom Kunstrasen ausgelegt. Der Kunstrasen lässt sich durch Abbrausen mit dem Gartenschlauch oder mit dem Duschkopf prima reinigen - und das ganz ohne die Verwendung von Desinfektionsmitteln. Lediglich die Liegeflächen der Leguane reinige ich (1 x pro Woche) mit einem feuchten Lappen und Sagrotan-Konzentrat (1 Verschlusskappe Sagrotan-Konzentrat auf 5 Liter Wasser).
Als Bodensubstrat hatte ich über lange Jahre feinen Rindenmulch verwendet (ca. 10 cm hohe Schicht) bzw. in der Eiablagekiste und im Ablagebereich verwende ich Blumenerde und später feinkörnigen Kinderspielsand (den gibt's bei uns im Baumarkt - 25 kg kosten bei uns ca. 4,50 EUR).
Aus o.g. Gründen habe ich letztendlich den gesamten Rindenmulch in meinem Terrarienkeller verbannt und durch den oben erwähnten feinkörnigen Kinderspielsand ersetzt. Diesen Spielsand habe ich jetzt fast 2 Jahre getestet und ausschließlich gute Erfahrungen damit gemacht.
Ich konnte auch schon mehrmals beobachten, dass die Leguane gerne geringe Mengen vom Spielsand fressen. Gesundheitliche Beeinträchtigungen (Verstopfungen etc.) konnte ich bisher jedoch nicht feststellen.
Als Dekoration des Terrarienkellers verwende ich zahlreiche künstliche Pflanzen
(diverse Efeu- und Weinranken aus Textil oder Kunststoff, Birkenfeige aus
Kunststoff etc.) sowie auch einige echte Pflanzen in Hängeampeln (Efeutute,
Kletterphilodendron, Columnea ). Die Hängeampeln sind natürlich so angebracht,
dass die Leguane sie nicht erreichen können. In kleineren (niedrigen) Terrarien
ist solch eine Dekoration daher fast unmöglich.
Wenn man mit der linken Maustaste unten auf kleine Bild klickt, kann man erkennen, dass Hängepflanzen unter Terrarienbedingungen richtig "dschungelmäßig" wachsen - sieht dann nicht schlecht aus .....:
ACHTUNG GIFTPFLANZEN: Viele echte Pflanzen (auch obengenannte Efeutute und der Kletterphilodendron) sind nicht nur für Säugetiere, sondern eventuell auch für Grüne Leguane giftig und können schwerste gesundheitliche Schäden verursachen (siehe hierzu auch unter "Tipps & Tricks" - Info von Jens Papenroth). Experimente frei nach dem Motto "mal schauen ob was passiert" sind hier fehl am Platz. Dazu sollten einem seine Tiere zu schade sein. Es gibt schließlich viele andere Futterpflanzen.
Beleuchtung: Im Aufenthaltsbereich habe ich zwei HQI-Strahler à 150 Watt angebracht - Leuchtmittel: Osram Powerstar HQI-TS 150 W/NDL - Neutralweiss de Luxe. Außerdem verwende ich noch 2 Repti Basking Spot Lamp (Reflektorstrahler) von ZooMed à 100 Watt für die Schaffung von sogenannten "Wärme- bzw. Sonneninseln" - dort steigt die Temperatur punktuell auf Werte von bis zu 45°C an. Ein UV-Strahler Osram Ultravitaluxstrahler à 300 Watt schaltet sich täglich von 12.00 - 12.30 Uhr mittels elektron. Zeitschaltuhr an und wieder aus.
Im Ausweichbereich/Quarantänebereich sind 4 x handelsübliche Leuchtstoffröhren (Philips TLD 36 W/25, Länge 1200 mm) angebracht. Die Vorrichtung für einen Ultravitalux-Strahler ist hier ebenfalls vorhanden - wird aber zur Zeit nicht in Anspruch genommen. Auch hier stehen wieder 2 Repti Basking Spot Lamps (Reflektorstrahler) von ZooMed à 100 Watt als "Sonneninseln" zur Verfügung.
Im Aufzuchtbereich sind 4 handelsübliche Leuchtstoffröhren (Philips TLD 18 W/25, Länge 600 mm) angebracht. Außerdem verwende ich auch hier einen Osram Ultravitalux-Strahler und eine Repti Basking Spot Lamp (Reflektorstrahler) à 100 Watt.
Achtung: Alle Strahler müssen unbedingt so angebracht und gesichert werden, dass die Leguane sich nicht daran verletzen können. Nachlässigkeiten könnten hier unter Umständen zu schwersten Verbrennungen führen !
Viele gute Tipps über den Bau von Großterrarien für eine tiergerechte Pflege von Grünen Leguanen findet man im Internet unter der Adresse www.leguanwelt.de (Website von Jens Papenroth - E-Mail an Jens). Unter "Tipps & Tricks" auf meiner Website findet man zudem eine gute Beschreibung von Gerhard Reitermaier aus Österreich zum Bau von Terrarien-Rückwänden aus Styropor.