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Diese Website wurde zuletzt aktualisiert am 15.06.2010

Bei der Aufstellung eines Fütterungskonzepts für Grüne Leguane sollte man grundsätzlich beachten, dass diese Tiere in erster Linie Vegetarier sind, deren Gesundheit von einer ausgewogenen ballaststoffreichen pflanzlichen Kost abhängt. Dafür ist alleine der Pfleger verantwortlich !!!

Exzellente Tipps bzgl. einer artgerechten und abwechslungsreichen Ernährung von Grünen Leguanen findet man im 

 

(siehe Fachbeiträge "Ernährung & Botanik").  

Die Empfehlungen der vielen Leguan-Fachleute im Forum sind zudem auf einem wesentlich aktuelleren Stand als die hier auf meiner Website angegebenen Infos.
Nicht vergessen:
Seit über 3 Jahren pflege ich keine Grünen Leguane mehr .   

Natürlich sind Grüne Leguane als "Potentielle Allesfresser" gerne bereit auch eine Vielzahl von anderen Nahrungsmitteln (z.B. Hunde- u. Katzenfutter, Käse, Fleischwurst, Kuchen, Nudelsalat, Pizza etc.) anzunehmen - doch man sollte sich dann nicht wundern, wenn so eine falsche Ernährung mittel- und langfristig zu schweren gesundheitlichen Schäden führt (z.B. Gicht, Arteriosklerose, Fettleber u.a. Stoffwechselerkrankungen), die mit dem frühzeitigen Tod des Tieres enden können.

Die Nahrung meiner "Grünen" besteht, wie im Buch „Der Grüne Leguan“ von G. Köhler beschrieben, zum größten Teil (ca. 80%) aus Blättern, Kräutern, und Keimlingen.

Von Frühjahr bis Herbst erhalten meine Tiere vorwiegend pflanzliche Nahrung von der Wiese, aus dem Garten und aus der Kräuterspirale z.B. Vogelmiere, Brennessel, Klee, Löwenzahn, Kapuzinerkresse, Spitz- und Breitwegerich, Taubnessel, Milchdistel, Blätter vom Haselnussbaum, Zitronenmelisse, Zaun- und Ackerwinde, Pimpinelle, Gänseblümchen, Himbeerblätter, Holunderblätter, Birkenblätter, Blätter v. wildem Wein, Blätter vom Kirschbaum, Basilikum, Petersilie, Sauerampfer (nur in geringen Mengen wegen dem hohen Gehalt an Oxalsäure) u.a

Falls mir während dieser Zeit frische Salate (Eichblattsalat, Endivie, Ruccola etc.) aus dem Handel oder vom Wochenmarkt „in die Hände fallen“, verfüttere ich diese, um etwas Abwechslung „in die Speisekarte“ zu bringen, selbstverständlich auch an meine Leguane. Wenn jemand von April bis Oktober seinen Iguanas immer nur Löwenzahn verabreicht, halte ich das auch nicht gerade für das „Nonplusultra“ einer artgerechten Ernährung.

Mehr potentielle Pflanzen zur abwechslungsreichen Ernährung von Iguana, auf die ich gerne zurückgreife, findet man im Internet unter der Adresse http://www.doxon.de/Iguana/set2.htm (Website von Monika Hansjürgens). 

In den Wintermonaten weiche ich notgedrungen auf Endiviensalat, Feldsalat, Ruccola und diverse andere im Handel erhältliche Blattsalate aus. Ein vitaminreiches Keimlingsgemisch (besteht hauptsächlich aus Alfalfa und Brunnenkresse) verfüttere ich das ganze Jahr hindurch.

Etwa 10% des Nahrungsanteils besteht aus geraspelten (oder in kleine Würfel geschnittenen) Karotten. Ca. 5% aus in Stückchen (kleine Würfel) geschnittenem oder geraspeltem Gemüse (hauptsächlich Zucchini, aber ab und zu auch Paprika, Brokkoli, Tomate etc.– wobei Tomaten sich nicht gerade großer Beliebtheit bei meinen Leguanen erfreuen). Der Anteil von Früchten (z.B. Apfel, Birne, Banane, Pfirsich, Aprikose, Weintraube etc.) macht höchstens 1-2% aus.

Hinzu kommt in etwa ½ Teelöffel (= max. ca. 1 g) einer Mischung (Verhältnis 1:1) aus Vitakalk und * Calciumlactat. In letzter Zeit verabreiche ich immer öfter nur noch Calciumlactat (max. 1 Teelöffel). Anstelle von Calciumlactat kann man natürlich auch fein zerriebene Sepiaschale verwenden.

GENERELLE TIPPS ZUR FUTTERZUBEREITUNG: 

Das komplette Futter wird vor der Verabreichung an die Leguane immer in einer Schüssel kräftig durchgemischt. Eine angerichtete Mahlzeit wie in einem 4 Sterne-Restaurant bei der Möhrchen, Obststückchen etc. separat auf einem Teller "arrangiert" werden ist für die Fütterung von Grünen Leguanen meiner Meinung nach nicht geeignet. Warum nicht ?: Die Leguane picken sich dann nur das was sie gerne fressen heraus und lassen den Rest unbeachtet liegen. Also deshalb das Futter immer kräftig durchmischen.

 Bei den Vitaminen A, D, E und K handelt es sich ja bekanntlich um fettlösliche Vitamine. Daher ist die Beimischung von etwas Pflanzenöl (z.B. Livio "Vitaminpflanzenöl" mit den Vitaminen A, D und E) ca. 1 mal pro Woche unter das Futter (ca. 1/2 Teelöffel auf eine große Futterschüssel) meiner Meinung nach nicht verkehrt. Ich habe bisher (= über 2 Jahre) gute Erfahrungen damit gemacht. Das ganze wirkt sich auch sehr positiv auf das Verdauungssystem der Leguane aus. Siehe auch Kapitel "Vitamine & Mineralstoffe"

In meinem Terrarienkeller habe ich, wie bereits erwähnt, zusätzlich noch immer eine Schale mit zerstoßenen Sepiaschalen (max. Partikelgröße ca. 5 mm) für meine Leguane bereitstehen. Vor allem während der Trächtigkeitsphase nehmen meine Weibchen diese "zusätzliche Calciumquelle" gerne in Anspruch. Doch auch mein Männchen vergreift sich ab und zu daran. Die Sepiaschalen sind preisgünstig und können  normalerweise in jedem Zoofachgeschäft gekauft werden.

Ich versuche meine Leguane das ganze Jahr über so abwechslungsreich wie möglich zu füttern.

Außer dem erwähnten Vitakalk-Calciumlactatgemisch (bzw. ausschließlich Calciumlactat) erhielten meine Tiere (in den Sommermonaten etwa alle 4-6 Wochen / in den Wintermonaten 1 mal pro Woche) damals das Vitaminpräparat ** Multimulsin (Hersteller: Mucos, Geretsried - erhältlich ohne Rezept in der Apotheke; Tube mit 50 g Emulsion kostet ca. 9,50 EUR) in einer Dosierung von ca. 30-50 IE D3/Kg Körpermasse. Eine höhere Dosierung vom Vitamin D3 ist meines Erachtens nicht erforderlich.

** Kurze Anmerkung zu Multi-Mulsin/29.06.2003: Seit einiger Zeit ist das Vitaminpräparat Multi-Mulsin N leider nicht mehr im Handel erhältlich. Unter Bezugnahme von Empfehlungen einiger Pfleger v. Grünen Leguanen sollte man daher auf ein anderes Vitaminpräparat ausweichen. Weitere Informationen findet man auch unter der Rubrik "Vitamine & Co." auf meiner Homepage.

Vitakalk gibt es in Deutschland in fast jedem Zoogeschäft, Calciumlactat bekommt man normalerweise „auf Bestellung“ in der Apotheke; 100 g kosten bei uns ca. 8,00 EUR.

Ich persönlich bin von jeglichen zusätzlichen Vitaminpräparaten etc. eher weniger begeistert - sehr leicht kommt es hierbei zu Überdosierungen nach dem Motto "je mehr man davon drauftut, desto besser für den Leguan". Bei herbivoren (= pflanzenfressenden) Reptilien ist es zudem relativ einfach die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe rein durch eine abwechslungsreiche Ernährung zuzuführen. Was sich alles an Vitaminen und Mineralstoffen in den verschiedenen Nahrungsbestandteilen befindet kann man hervorragend im Buch "Die große GU Nährwert Kalorien Tabelle - Neuausgabe 2002/03" nachlesen. Dieses Buch erscheint im GU Verlag und kostet EUR 12,90 (ISBN 3-77423231-8).

*Calciumlactat: Das ist ein Salz der Milchsäure – näheres zu Calcium und Calciumlactat findet man unter dem Link http://www.energy.pulse.de/life_energy/mineralsaz.html  

Achtung: Calciumlactat wird anscheinend nicht von allen Reptilien gleich gut vertragen – bei Nackenstachlern (Acanthosaura spec.) kam es sogar schon zu Todesfällen (Quelle zu dieser Information: Buch „Echsen 1“ von  Manfred Rogner, 1992). Bei meinen Grünen Leguanen verwende ich dieses Calciumlactat jetzt schon seit 9 Jahren als Futterzusatz und hatte während dieser Zeit noch nie Probleme damit.

Beispiel wie so eine Futterschüssel (= "Wintermischung") bei mir dann in etwa aussieht: "Hier" klicken - an diesem Tag gab es ein Gemisch aus Ruccola, Endiviensalat, Feldsalat, Keimlinge v. Weizen, Alfalfa und Kresse, fein gewürfelten Karotten, 1/2 Teelöffel Vitaminpflanzenöl von "Livio" und ½ Teelöffel Calciumlactat. Gleich daneben steht übrigens auch die Trinkwasserschale von meinen Leguanen.

Das Calcium-/Phosphorverhältnis der Nahrung von Grünen Leguanen sollte in etwa 1,3 : 1,0 betragen.

In meinem Terrarienkeller habe ich schon seit längerer Zeit immer eine Schüssel mit zerstoßenen Sepiaschalen (max. Partikelgröße ca. 5 mm) für meine Leguane bereitstehen. Vor allem während der Trächtigkeitsphase nehmen meine Weibchen diese "zusätzliche Calciumquelle" gerne in Anspruch. Doch auch das Männchen vergreift sich ab und zu an dieser Schüssel. Die Sepiaschalen kosten nicht so viel und sind normalerweise in jedem Zooladen erhältlich.

Noch mehr Details bezüglich möglicher Futterpflanzen für die Ernährung von Grünen Leguanen findet man unter http://www.doxon.de/Iguana/set2.htm

Viele hervorragende Informationen zur Ernährung von pflanzenfressenden Reptilien findet man unter nachstehendem Link - dort geht es zwar in erster Linie um eine artgerechte Ernährung von Landschildkröten, aber manche dieser Informationen lassen sich auch direkt auf die Ernährung von Grünen Leguanen übertragen: http://www.sebag-buchmann.de/schildibrett/Dennert/

ACHTUNG: In der freien Natur gibt es leider auch sehr viele giftige Pflanzen. Man sollte darauf achten und seinen Leguanen nur solche Futterpflanzen geben, bei denen man sich 100%ig sicher ist. Näheres siehe unter "http://www-vetpharm.unizh.ch/"

Näheres über die Inhaltsstoffe von Vitakalk, Korvimin ZVT und Multi-Mulsin siehe: Vitamine & Mineralstoffe (Achtung = eine mittlerweile veraltete Tabelle!!).

Noch ein kleiner Tipp für die Wintermonate: Wenn man den entsprechenden Platz hat, kann man versuchen stabile Pflanzen v. Löwenzahn, Vogelmiere, Spitzwegerich etc. in Pflanzkübel bzw. Eimer zu setzen um sich somit einen kleinen Vorrat für über den Winter anzulegen. Der Raum in den diese Pflanzkübel bzw. Eimer gestellt werden, sollte allerdings entsprechend hell sein und in etwa eine Temperatur von ca. 18 - 20 °C haben. Optimal wäre z.B. ein Wintergarten. Etwas Experimentierfreude wird aber sicherlich in Form von saftigem Grün während der Winterzeit belohnt.