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Nach 10-12 Wochen kommt die Trächtigkeit bei meinen Weibchen in die Endphase. Die Tiere werden jetzt jeden Tag unruhiger, laufen eifrig im Terrarium umher und graben an verschiedenen Stellen.
Während den letzten Wochen der Trächtigkeit lässt die Nahrungsaufnahme meiner Weibchen so langsam nach und wird gegen 2-3 Wochen vor der Eiablage schließlich ganz eingestellt. Bei einem der Weibchen konnte ich jetzt schon seit 4 Jahren beobachten, dass bereits 6-7 Wochen vor der Eiablage die Nahrungsaufnahme drastisch reduziert und bereits ca. 5 Wochen vor der Eiablage ganz eingestellt wird. In den 3-4 letzten Wochen der Trächtigkeit macht sich bei beiden Tieren ein erhöhtes Trinkbedürfnis bemerkbar. Ich biete in dieser Zeit täglich frisches Trinkwasser (mit ca. 1 Teelöffel Calciumlactat pro 250 ml Wasser) an. Dieses erhöhte Trinkbedürfnis hält meinen bisherigen Erfahrungen nach noch bis zu 2-3 Wochen nach der Eiablage an.
Dass die Weibchen bereits über eine relativ lange Zeit ohne Nahrung über die Runden gekommen sind, lässt sich zu diesem Zeitpunkt gut an der eingefallenen Schwanzwurzel erkennen.
Kleiner Tipp: In meinem Terrarienkeller habe ich schon seit längerer Zeit immer eine Schüssel mit zerstoßenen Sepiaschalen (max. Partikelgröße ca. 5 mm) für meine Leguane bereitstehen. Vor allem während der Trächtigkeitsphase nehmen meine Weibchen diese "zusätzliche Calciumquelle" gerne in Anspruch. Doch auch das Männchen vergreift sich ab und zu an dieser Schüssel. Die Sepiaschalen kosten nicht so viel und sind normalerweise in jedem Zooladen erhältlich.
Auf jeden Fall wird es nun allerhöchste Zeit den Iguana-Weibchen eine geeignete Eiablagekiste zur Verfügung zu stellen. Meine Ablagekiste habe ich mir aus mit Kunststoff beschichteten weißen Spanplatten zusammengebaut. Sie sieht aus wie auf folgender Skizze und wurde von beiden Tieren immer problemlos angenommen.
Abmessungen: 60 x 50 x 18 cm (Länge x Breite x Höhe)
Die Ablagekiste hat einen Deckel, den man mit Hilfe von angebrachten Scharnieren auf- und zuklappen kann. Um ihn geschlossen zu halten habe ich außerdem noch zwei kleine Riegel angebracht.
Die komplette Kiste wird jetzt komplett mit einem feuchten (nicht nassen !!!) Substrat aufgefüllt. Sehr gute Erfahrungen habe ich auch hier wieder mit feinkörnigem Kinderspielsand gemacht, den man in (fast) jedem Baumarkt kaufen kann. Die Temperatur im Inneren des Behälters stelle ich auf ca. 30 °C ein. Das sollte man unbedingt mit einem Thermometer nachmessen. Diese Temperatur erreiche ich durch eine Heizmatte (35 Watt oder höher) die einfach unter die Ablagekiste gelegt wird. Dass es "je weiter nach unten desto wärmer wird" entspricht zwar nicht gerade den Gegebenheiten im natürlichen Lebensraum - das Ganze funktioniert aber trotzdem einwandfrei und die Weibchen legten bisher immer ohne Probleme die Eier ab.
Das Leguanweibchen fängt jetzt
schon sehr bald an im Innern des Ablageplatzes zu graben und verteilt das ganze
Substrat aus der Kiste im Terrarium. Dieses Substrat wird von mir dann immer
wieder in die Kiste zurückgefüllt - gegebenenfalls feuchte ich mit Wasser
etwas nach. Irgendwann hat sich das Weibchen dann für die Ablagekiste
entschieden. Das merkt man, wenn sie längere Zeit nicht mehr zu sehen ist und
aus dem Inneren der Kiste „scharrende Geräusche“ zu hören sind. Jetzt
lasse ich das Tier ganz in Ruhe. Das Weibchen legt dann in der Regel im Laufe
der nächsten Stunden die Eier (sehr oft über Nacht).
Wie toll man einen
Eiablageplatz gestalten und im Terrarium integrieren kann zeigt uns Jens
Papenroth (E-Mail)
auf dem nachfolgenden Bild (bitte einfach mit der linken Maustaste draufklicken um das Bild zu vergrößern):
Nachdem das Weibchen seine Eier gelegt hat, ist es bald wieder aktiv und versucht die komplette Kiste mit Sand zuzuscharren. Der Schreck bei mir ist immer wieder groß, da das Tier jetzt doch sehr abgemagert und eingefallen aussieht - ist ja auch klar – das komplette Gelege ist schließlich in der Kiste. Jetzt ist der große Moment gekommen um die Eier vorsichtig der Ablagekiste zu entnehmen.
Ich verwende dafür einen Esslöffel und arbeite mich langsam an das Gelege vor indem ich das Substrat Schicht für Schicht abtrage.
Wenn alles reibungslos verlaufen ist, dann kann man jetzt bis zu 80 Eier in der Ablagekiste finden. Bisher legten meine adulten Iguana-Weibchen jedoch immer zwischen 35 und 55 Eier. Befruchtete Eier sind weiß und prall – wenn die Eiablage noch nicht zu lange zurück liegt, kann man bei befruchteten Eiern noch die Keimscheibe erkennen.
Die Oberseite der Eier markiere ich mit einem weichen Bleistift und dann geht es, ohne sie zu verdrehen, ab in den bereits vorbereiteten (auf eine Temperatur von ca. 29-29,5 °C beheizten) Brutapparat.
Das Weibchen versucht jetzt noch einige Tage die Ablagekiste zuzugraben. Dieses "Grabbedürfnis" verschwindet dann aber nach einigen Tagen bis Wochen von selbst.
Ich konnte dieses Jahr aber beobachten, dass mein Weibchen noch 4 Wochen nach der Eiablage gelegentlich mit„Grabungs- und Ausbesserungsarbeiten“ an der Ablagekiste beschäftigt war.
Am Ende dieses Kapitels (mal wieder) etwas
zum Nachdenken und zur Diskussion:
Soll man in der heutigen Zeit seine Grünen Leguane überhaupt noch nachzüchten ??? (... das gleiche gilt natürlich auch für andere Reptilienarten wie Eublepharis, Pogona, Phelsuma ssp., Furcifer pardalis, Chamaeleo calyptratus, Japalura etc. ...)
Was macht man denn mit den oft zahlreichen Schlüpflingen ? Sind die Jungtiere heutzutage denn noch mühelos in „gute Hände“ vermittelbar ??? In fast jedem Zoofachgeschäft wird man inzwischen vom Angebot an Farmzuchten (Importtiere) von Iguana (zu sehr günstigen Preisen d.h. EUR 29,00 pro Jungtier und oft noch weniger) regelrecht erschlagen. Man sollte sich deshalb sehr gut überlegen, ab man eventuell nur einen geringen Teil eines befruchteten Geleges ausbrütet (..... oder die Zucht von Iguana „schweren Herzens“ ganz sein lässt).
Mein persönliches zukünftiges Ziel ist daher wie folgt:
Ich möchte eine
Tierart so halten, dass sie in Gefangenschaft ihr maximales Lebensalter gesund erreicht. Wir
schreiben das Jahr 2011 .... mittlerweile sollte es nicht mehr darum gehen seine
Viecher "auf Teufel komm' raus" zu vermehren um sie danach auf
irgendwelchen Tierbörsen zu verschachern (... und damit bewusst das Risiko
einzugehen, dass sie dort von Leuten ohne jegliche Vorkenntnisse gekauft werden,
die sie dann mehr schlecht als recht halten).
Weiter siehe Kapitel "Inkubation".