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Aufzucht
der Jungtiere Krankheiten/Vorsorge Häufige Fragen Zusammenfassung |
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Wenn man einige Regeln beachtet, ist die Aufzucht der Jungtiere von Iguana iguana kein "Hexenwerk".
Man hört des öfteren, dass die Aufzucht von Grünen Leguanen doch schon viel Erfahrung erfordert und daher nur etwas für erfahrene Terrarianer wäre. Das sehe ich etwas anders – man sollte aber natürlich schon einige Grundregeln dabei beachten.
Zunächst einmal benötigt man ein geeignetes Terrarium. Meine jungen Grünen Leguane setze ich ins dafür gedachte Aufzuchtterrarium (Maße: 100 x 95 x 230 cm – LBH). Die Einrichtung besteht aus diversen Kletterästen, Zierkorkrindenstücken, einer Schale (Durchmesser ca. 16 cm, Höhe ca. 3 cm) fürs Futter (angebracht in ca. der halben Höhe des Terrariums - also in einer Höhe von ca. 110 cm) und aus einer Schale mit frischem Trinkwasser – diese Schale dient den Jungtieren dann auch gleichzeitig als „Badebecken“. Zur Dekoration verwende ich ausschließlich künstliche Pflanzen. Die durchschnittlichen Temperaturen im Terrarium betragen tagsüber ca. 28 - 32 °C und sinken nachts auf ca. 23 - 25 °C. Das erreiche ich mit Hilfe des im Terrarium eingebauten Ölradiators. (siehe Kapitel "Haltung").
Durch das Anbringen eines Reflektorstrahlers (Repti Basking Spot Lamp von ZooMed à 100 Watt) habe ich auch im Aufzuchtterrarium eine „Sonneninsel“ geschaffen. Die Temperatur steigt hier punktuell auf bis zu 45°C an. Die sonstige Terrarienbeleuchtung besteht aus vier Leuchtstoffröhren (Philips TLD 18 W/25, Länge 600 mm) und aus einem Osram Ultravitalux-Strahler (300 Watt).
Bodengrund verwende ich bei meinen jungen Leguanen generell nicht. Mein Aufzuchtterrarium habe ich mit Zeitungspapier ausgelegt. Teilweise nehme ich auch Stücke vom Kunstrasen.
Die Zeitungen können (je nach Verschmutzungsgrad) innerhalb von kurzer Zeit ausgetauscht werden - das ist also eine sehr hygienische Sache. Verschmutzungen (Kot etc.) werden mit ganz normalem warmem Wasser entfernt.
Desinfektionsmittel verwende ich hierfür nicht - das ist meines Erachtens auch nicht notwendig. Lediglich die Liegeflächen der Jungtiere reinige ich (1 x pro Woche) mit einem feuchten Lappen und Sagrotan-Konzentrat (1 Verschlusskappe Sagrotan-Konzentrat auf 5 Liter Wasser).
Die Luftfeuchtigkeit wird durch tägliches Sprühen tagsüber auf ca. 50 - 60% gehalten. Nachts steigt sie auf ca. 70 - 85% an (abends kurz bevor das Licht ausgeht wird nochmals gesprüht). Mit der Luftfeuchtigkeit muss man es meiner Meinung nach nicht übertreiben.
Wenn sie kurzfristig tagsüber einmal bei 50% liegt und nachts (nur) auf 60% ansteigt, geht die Welt der kleinen Grünen Leguane auch nicht gleich unter.
Meine Jungleguane erhalten täglich für ca. 30 Minuten eine Bestrahlung mit dem UV-Strahler Osram Ultravitalux (300 Watt) – Entfernung ca. 60 cm. Dieser Strahler schaltet sich über eine elektronische Zeitschaltuhr am 12.00 Uhr an und um 12.30 Uhr wieder aus. Dabei können die Leguane stets Ausweichplätze aufsuchen. Ob UV-Strahler überhaupt notwendig sind oder nicht ist ein Thema über das sich unzählige Terrarianer bereits über Jahrzehnte streiten. Ich bin der Meinung, dass eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht aus einem Abstand von ca. 60 - 100 cm sehr zum Wohlbefinden der Tiere beiträgt und deren Aktivität durchaus steigert. Ein absolutes „muss“ ist eine künstliche UV-Bestrahlung meiner Ansicht nach bei Reptilien aber nicht. Dies setzt allerdings voraus, dass man den Tieren Vitamin D3 (z.B. MultiMulsin oder Multibionta) in angemessener Dosis über die Nahrung verabreicht.
Alle Leuchten/Strahler/Heizungen wurden von mir so abgesichert, dass die Jungtiere sie nicht erreichen können!!
Ernährung der Jungleguane: Bei mir erhalten die jungen Grünen Leguane im Prinzip das gleiche abwechslungsreiche Futter wie die erwachsenen Tiere (siehe Kapitel "Ernährung") – dieses Futter wird natürlich mit einer Haushaltsschere in entsprechend "mundgerechte" Happen zerkleinert. Auf jegliche Nahrung mit tierischen Proteinen (Hunde- u. Katzenfutter, gekochtes Ei, Grillen, Mehlwürmer, Heimchen, Wachsmaden etc.) habe ich bei der Aufzucht meiner "Kleinen" verzichtet. Auch die Vitaminpräparate (Gemisch 1:1 aus Vitakalk mit Calciumlactat bzw. nur Calciumlactat, ** Multimulsin N) sind die gleichen wie bei den erwachsenen Tieren. Nur die Dosierung ist natürlich eine andere (ca. ¼ Teelöffel Vitakalk-Calciumlactatgemisch bzw. nur ½ Teelöffel Calciumlactat unter das Futter mischen / 1 x pro Woche zwei bis drei Tropfen Multi-Mulsin bzw. Multibionta unter das Futter mischen). Ab und zu schabe ich auch etwas Sepiaschale über das Futter bzw. stelle eine Schale mit zerriebener Sepiaschale direkt ins Aufzuchtterrarium damit sich die Jungtiere bei Bedarf selbst bedienen können.
** Anmerkung zu Multi-Mulsin/29.06.2003: Seit einiger Zeit ist das Vitaminpräparat Multi-Mulsin N leider nicht mehr im Handel erhältlich. Unter Bezugnahme von Empfehlungen einiger Pfleger v. Grünen Leguanen sollte man daher auf andere Vitaminpräparate ausweichen (die auf meinen Seiten erwähnten "Multibionta"-Tropfen sind inzwischen leider auch nicht mehr im Handel erhältlich).
Nähere Informationen findet man unter der Rubrik "Vitamine & Co." auf meiner Homepage.
Im Aufzuchtterrarium steht auch ständig ein mit frischer Gartenerde gefüllter Napf (soll sich günstig auf die Entwicklung der Darmflora auswirken) – bisher konnte ich die Jungleguane aber noch nicht bei der Aufnahme von Gartenerde beobachten.
Mit der oben beschriebenen Methode für die Aufzucht haben meine jungen Leguane bereits nach 10 - 12 Monaten eine stattliche Gesamtlänge zwischen 65 - 80 cm erreicht.
Frühestens jetzt lassen sich in der Regel auch die Geschlechter voneinander unterscheiden.